Auf welcher Messe könnte man auf den Begriff „Fleximaus“ stoßen? Auf einer Heimtiermesse? Oder auf einer – nicht existenten – Zirkusmesse? Geht es gar um Tierquälerei? Nichts von alledem, natürlich geht es um eine Windenergiemesse, in diesem Fall um die Husum Wind. Und es geht auch nicht um gewöhnliche Mäuse, sondern um Fledermäuse, die vor Windrädern geschützt werden müssen. Ein Aussteller – natürlich auf dem Stand der jungen, innovativen Unternehmen – präsentierte einen Algorithmus, der für fledermausintensive Regionen berechnet, wann aufgrund von Temperatur, Feuchtigkeit etc. die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Fledermäuse sich zu stark den Rotoren nähern – und dann wird das Windrad schlicht abgeschaltet. „Flexi“ muss also das Windrad sein zugunsten der geschützten Fledermaus. Soweit, so genial. Und wer sich fragt, wieso Fledermäuse in 30 oder 50 Meter Höhe fliegen, der lernt, dass Windräder Insekten quasi nach oben schaufeln, und die Fledermäuse ihnen leichtsinnerweise folgen.


Junge innovative Unternehmen am BMWi-Stand auf der Husum Wind 2019. Foto © AUMA
Innovation zum Tierschutz in der Windenergie. Foto © AUMA / Harald Kötter

Dieses Prinzip der Schadensbegrenzung hätte aber noch ganz anderes Potenzial, vor allem, wenn man das Verfahren umdrehen könnte. Warum gibt es noch keinen intelligenten Pflaumenkuchen, der automatisch Wespen auf Distanz hält, oder Leuchten, die Mücken vertreiben, statt anzuziehen. In diesen Fällen müssten dann eben die Quälgeister flexibel sein. Bis zum nächsten Sommer erwarten wir serienreife Produkte. Und für die Präsentation findet sich bestimmt ein Gemeinschaftsstand für junge, innovative Unternehmen.

Foto © Pixelio / Samy 13

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