Messeauftritt für eine Herzensangelegenheit

Wie ein Tauchgang fühlt sich der Besuch am Messestand der Goerner Group an. Zwischen halbtransparenten Stoffbahnen hindurch taucht der Besucher ein in eine 70 Quadratmeter große Unterwasserwelt. Auf der Ausstellungsfläche, die dem Meeresboden nachempfunden ist, hat die Firma die verschiedenen Verpackungen auf Felsen dekoriert. Die bläulich wabernde Standbeleuchtung macht die Tiefsee-Illusion perfekt.

Nachhaltigkeit ist für Elisabeth Goerner, Geschäftsführerin der Goerner Group, eine Herzensangelegenheit. Fotorecht: markus schwalenberg fotografie

„Als Österreicherin komme ich ja eigentlich aus den Bergen“, schmunzelt Geschäftsführerin Elisabeth Goerner. Die Unternehmerin ist in diesem Jahr zum ersten Mal als Ausstellerin auf der FachPack. „Als Besucherin komme ich schon seit Jahren hierher. Die FachPack ist für mich die Leitmesse für Verpackungen.“ Für Ihren ersten Auftritt als Ausstellerin habe sich Goerner bewusst Zeit gelassen, denn sie wollte etwas Innovatives präsentieren. Nach jahrelanger Forschung seien die Fasergussverpackungen aus reiner Zellstofffaser für die Lebensmittelindustrie nun bereit für den Markt – und große Kunden.

Unterwasserwelt statt Alpenpanorama

Besonders sollte auch der erste Messeauftritt der Firma aus Klagenfurt in Österreich sein. Dass dieser kein Alpenpanorama zeigt, sondern eine faszinierende Unterwasserwelt, ist das Ergebnis aus der Zusammenarbeit mit :mesomondo. Das Messebauunternehmen ist Teil der NürnbergMesse Group. Erster Ansprechpartner ist dort Marco Bauer, Teamleiter Vertrieb & Marketing. Mit seinem Team kümmert er sich darum, die Ideen, Vorstellungen und Ziele des Kunden zu erfassen. Zusammen mit internen und externen Designern entwerfen sie daraus ein passendes Konzept.

Der erste Messeauftritt der Goerner Group wurde von :mesomondo als Unterwasserwelt gestaltet. Fotorecht: markus schwalenberg fotografie

Dieses hat die Auftraggeberin Elisabeth Goerner begeistert: „Schon die erste Präsentation, die :mesomondo auf den Tisch gelegt hat, war unglaublich!“ Nach der Freigabe des Konzepts wird es bei :mesomondo technisch: Um die Vorstellung des Kunden in die Realität umzusetzen, stimmt sich Projektleiter Markus Urbon mit der internen Konstruktionsabteilung ab, stellt die notwendigen Materialien zusammen, beauftragt Grafiker und Schreiner. Anschließend werden alle benötigten Komponenten in der Messe zusammengetragen und von Montageteams zum finalen Stand zusammengesetzt. Hier erweist sich die Nähe zum Messezentrum als Vorteil von :mesomondo: „Als Tochterunternehmen sind wir rund um die Uhr auf dem Messegelände. Wenn Last-Minute-Anpassungen notwendig sind oder Dienstleistungen von anderen ServicePartnern vom Kunden angefragt werden, sind wir vor Ort“, so Marco Bauer.

Alle Erwartungen erfüllt

Auf den ersten Aufbautag hat Elisabeth Goerner besonders hin gefiebert. Trotz oder gerade wegen der beeindruckenden CAD-Renderings und Fotos aus der Produktion sei sie bis zum Schluss gespannt gewesen. Wird der Messestand ihre Erwartungen erfüllen? Am Messestand angekommen wandelte sich die Aufregung sofort in Begeisterung: „Der Stand sieht genauso aus, wie in den Renderings simuliert!“, schwärmt Goerner.

Elisabeth Goerner mit Marco Bauer, Sven Lamlé und Markus Urbon von :mesomondo (v.l.) Fotorecht: markus schwalenberg fotografie

Bei der diesjährigen FachPack ist der Stand von Goerner Packaging einer von 23 von :mesomondo individuell gestalteten Messeständen. Hinzu kommen über 180 Systemstände und sechs Sonderbereiche wie Ruhezonen. Mit seiner detailreichen Gestaltung wie dem Fotoboden im Meeres-Look, einer 45-Quadratmeter-großen stoffbespannten Rückwand und den ausgeklügelten Lichteffekten war der „Unterwasser-Stand“ der aufwändigste. Besonders stolz ist :mesomondo auch auf die große LED-Wand. Für diese haben die Technikexperten von :mesomondo eine eigene Konstruktion erstellt und diese mit dem modularen Standbausystem verbunden.

Vielfältige Services unter einem Dach

Für :mesomondo-Geschäftsführer Sven Lamlé ist das Projekt ein Paradebeispiel für die Zusammenarbeit innerhalb der NürnbergMesse Group: „Unsere Auslandsvertretung in Österreich hat den Aussteller auf uns aufmerksam gemacht. Wir haben den Standbau übernommen und die verschiedenen Gewerke koordiniert.“ Weitere Services wie Catering, die Buchung von Hostessen bis hin zur Organisation einer ganzen Abendveranstaltung für den Aussteller kann unter dem Dach der NürnbergMesse Group angeboten werden.

Der Schritt von der Besucher- auf die Ausstellerseite der FachPack hat sich für Elisabeth Goerner gelohnt. Mit dem Stand habe sie nicht nur das Ziel erreicht, Kunden für ihre Produkte zu begeistern. Sie konnte auch das Statement setzen für Nachhaltigkeit – und das zur 40. FachPack, bei der „umweltgerechtes Verpacken“ das Leitthema war. Auch für ihren nächsten Messeauftritt auf der FachPack 2021 habe sie schon eine Idee: „Die verrate ich Herrn Bauer aber noch nicht!“, schmunzelt Elisabeth Goerner.

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Ticket zum Mars

„Benedikt Weyerer“ begibt sich in etwas mehr als 300 Tagen auf eine außergewöhnliche Reise: Nach dem Start in Florida dauert es gut 16 Monate bis er sein Ziel, den Jezero Krater erreicht. Dieser befindet sich nicht etwa auf Teneriffa oder Bali. „Benedikt Weyerer“ fliegt auf den Mars.

embedded world-Veranstaltungsleiter Bendedikt Weyerer mit seinem „Ticket zum Mars“. Fotorecht: NürnbergMesse

Zugegeben, nicht Benedikt Weyerer persönlich, sondern der Name des NürnbergMesse-Mitarbeiters und Veranstaltungsleiters der embedded world. Gemeinsam mit den Namen von aktuell 8,8 Mio. Erdenbürgern wird „Benedikt Weyerer“ mit einem innovativen Verfahren auf einen Silikon-Chip gespeichert. Dieser reist im Gepäck der „Mars 2020 Mission“ zum roten Planeten.

Die US-amerikanische Weltraumagentur bietet auf ihrer Internetseite die außergewöhnliche Aktion an. Weyerer hatte zum ersten Mal beim Besuch des NASA-Stands auf einer Messe für Sensorik und Embedded Technologie in den USA davon gehört. Er zögerte nicht lange: „Ich bin absolut fasziniert vom Pioniergeist der Weltraumagentur!“, so Weyerer.

Weit über 100 Embedded Systeme

Als Veranstaltungsleiter der embedded world sieht er das Wagnis der Weltraummissionen aus der technischen Perspektive: Beispielsweise habe die Raumfähre der ersten Mondmission mit gerade einmal 20 eingebetteten Systemen funktioniert. Heutige Pkw haben weit über 100 dieser kleinen, smarten Computersysteme.

Im Rover, den die NASA 2020 zum Mars schickt, sind etliche Embedded Systeme verbaut. Fotorecht: NASA/JPL-Caltech

Auch im Mars-Rover, der voraussichtlich im Februar 2021 die Erkundungsfahrten auf dem Mars beginnen wird, haben die NASA-Techniker etliche eingebettete Systeme verbaut. Sie sorgen dafür, dass sich der Roboter von der Erde aus steuern lässt, dass sich seine Kamera dreht und die vielen Sensoren ihre Messergebnisse an die Wissenschaftler auf der Erde senden können.

Embedded Systeme finden sich überall in unserem Alltag. Auf der internationalen Weltleitmesse für Embedded-Systeme, der embedded world in Nürnberg, treffen sich die wichtigen Unternehmen der Branche, darunter IT-Riesen wie Amazon oder Google sowie namhafte Unternehmen der Luftfahrt- und Automobilindustrie. „Wenn wir jetzt noch die NASA als Premium-Besucher gewinnen könnten, hätte das schon was!“, schwärmt Weyerer.

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Smart venue – wenn das Messegelände mitdenkt

Das Gehäuse, das Dr.-Ing. Jörg Robert in den Händen hält, ist nur wenige Zentimeter groß. Und doch beinhaltet es eine innovative Technologie: ein „Low Power Wide Area Network“, kurz LPWAN. Kernstück ist ein Sensor, der Daten über große Entfernungen sendet, dabei nur sehr wenig Energie verbraucht und deshalb eine lange Lebensdauer hat. „Theoretisch reicht das LPWAN bis zum Mond. Doch auf der Erde mindern Hindernisse wie Häuser die Reichweite“, erklärt Robert, während er eine Antenne auf dem sechsstöckigen Bürogebäude der NürnbergMesse ausrichtet. Diese soll die Daten der Sensoren empfangen, die der Ingenieur überall auf dem Messegelände platziert.

Härtetest im Messebetrieb

Einige Sensoren installiert Jörg Robert in Konferenzsälen, wo sie die Luftqualität messen. Fotorecht: NürnbergMesse

Wie gut das System im Live-Betrieb funktioniert, soll das Forschungsprojekt „FutureIoT“ erproben – unter anderem auf dem Gelände der NürnbergMesse. Besonders gespannt ist Jörg Robert, der am Lehrstuhl für Informationstechnik („LIKE“) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg forscht, auf die großen Technologiemessen im Herbst: „Wenn hunderte Messegäste ihre Handys nutzen oder Anwendungen mit eigenen W-LAN-Netzen präsentieren, könnte das zum Härtetest werden.“ Störungen mittels Algorithmen auszugleichen, ist dann die Aufgabe des Forscherteams.

Wenn alles funktioniert, liefern die Sensoren ihre Datenpakete über die Antenne zum Lehrstuhl nach Erlangen-Tennenlohe. Dort lesen Forscher die Daten aus und stellen sie per Internet den Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung Strategie- und Unternehmensentwicklung und des technischen Gebäudemanagements der NürnbergMesse zur Verfügung. Über den Browser sind dann als erstes der Verlauf von Temperatur, Feuchtigkeit und CO2-Gehalt in bestimmten Konferenzsälen einsehbar.

Weitere Sensoren wird das Start-up „Smart City System“ auf den Parkflächen der NürnbergMesse anbringen. Diese melden dann, ob ein Parkplatz frei ist oder nicht. Gekoppelt an ein Parkleitsystem oder verbunden mit den Belüftungsanlagen der Konferenzsäle oder Messehallen können die Daten der Sensoren dazu beitragen, direkte Nutzen für Aussteller und Besucher zu schaffen.

Offenes System, vielfältige Anwendungen

Beim Forschungsprojekt „FutureIoT“ wird das Messezentrum zum Testfeld für die innovative Technologie LPWAN. Fotorecht: NürnbergMesse

„Das System ist bewusst offen gestaltet und kann mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet werden. Das macht den Anwendungsbereich von LPWAN schier endlos“, unterstreicht Robert. Deutlich wird das beim Blick auf die Liste der Kooperationspartner: Vom Flughafen, der per LPWAN Gepäckwagen ortet. Über die Stadt Nürnberg, die Straßenlaternen mit den Sensoren ausstattet, um zeitaufwendige Kontrollen einzusparen. Bis hin zu den Stadtwerken Bamberg, die mit Sensoren auf den Bussen die Luftqualität in der Stadt messen wollen.

Die gesammelten Daten werden von den Forschern ausgelesen und können von der NürnbergMesse in Services für Aussteller und Besucher umgewandelt werden. Fotorecht: NürnbergMesse

Für die NürnbergMesse ist das Forschungsprojekt eine Möglichkeit, potenzielle digitale Anwendungen zu testen: „Insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung des Messegeländes ist die LPWAN-Technologie für uns sehr interessant. Mit den Sensoren sammeln wir wichtige Informationen, mit denen wir unsere Veranstaltungen weiter verbessern und den nächsten Schritt in Richtung eines ‚Smart Venue‘ gehen können“, sagt Dr. Martin Kassubek, Leiter des neuen Bereichs Corporate & Digital Development bei der NürnbergMesse.

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Business-Knigge China

Seit über zehn Jahren ist die NürnbergMesse mit einer eigenen Tochtergesellschaft in Shanghai aktiv. An den Veranstaltungen der NürnbergMesse China beteiligen sich auch Aussteller aus Deutschland. Gerade als China-Neuling bewegen sich viele Europäer auf unsicherem Terrain. Wie verhält man sich chinesischen Kunden gegenüber korrekt? Wie begrüßt man sich? Und über welche Themen redet man beim Essen? Für ihre Mitarbeiter aus Deutschland bietet die NürnbergMesse kulturelle Schulungen an. Seminarleiterin Dr. Hannelore Seelmann weiß, worauf es in China ankommt.

Hierarchie beachten

Asien-Expertin Dr. Hannelore Seelmann berät Unternehmen bei ihrem Asiengeschäft. Fotorecht: Dr. Hanne Seelmann Consultants

Der Geschäftsalltag in China ist deutlich hierarchischer geprägt als in Deutschland. Deswegen rät Asien-Expertin Hannelore Seelmann: „Informieren Sie sich schon vor dem Treffen mit chinesischen Geschäftspartnern über deren Stellung im Unternehmen. Denn bei der Begrüßung müssen Sie den Ranghöchsten zuerst ansprechen.“ Falls man sich unsicher ist, sollte man das auch zeigen. „Verbeugen Sie sich leicht“, rät Seelmann. Die chinesischen Gegenüber werden das Signal erkennen und helfen, indem sich der oder die Ranghöchste zu erkennen gibt. Dann folgen die in der Hierarchie Nächsten. In China gilt: Zurückhaltung ist besser als voreiliger Aktionismus.

Die richtige Begrüßung

Als ursprünglich westeuropäische Begrüßungsform hat das Händeschütteln keine Tradition in China. Trotzdem führt der zunehmende Kontakt mit westlichen Firmen dazu, dass sich immer mehr chinesische Geschäftspartner diese Begrüßungsform aneignen – insbesondere, wenn sie auf nicht-chinesische Kunden treffen. „Ergreifen Sie die Hand Ihres Gegenübers, aber drücken Sie nicht zu fest“, rät Seelmann. Denn ein fester Händedruck, der in Deutschland Entschlusskraft und Charakterstärke demonstrieren soll, wird eher als unangenehm empfunden. Stattdessen sollte man die eigene Hand nur ganz leicht in die des Gegenübers legen.

Da die Kommunikation in China oft auf Englisch stattfindet, sollte als Anrede zunächst das förmliche „Mr“ oder „Mrs“ plus Nachnamen verwendet werden. Manchmal bieten chinesische Geschäftspartner aber auch an, sie nach amerikanischem Vorbild beim Vornamen zu nennen. Zur Vereinfachung geben sich viele Chinesen einen selbst ausgewählten westlichen Vornamen.

Kleiner Karton, große Bedeutung: Die Visitenkarte hat in Asien einen hohen Stellenwert. Fotorecht: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Essenziell: Die Visitenkarte

Fester Bestandteil der Begrüßung im chinesischen Geschäftsalltag ist der Austausch von Visitenkarten. Schließlich gelten sie als wichtigstes Medium, um die hierarchische Stellung im Unternehmen deutlich zu machen. Durch eine hochwertige Papierqualität und ein repräsentatives Design unterstreicht sie den Status der jeweiligen Firma und des Mitarbeiters. Wichtig sind hierarchische Angaben wie „President“, „General Manager“ oder „Head of“. Wenig aussagekräftig sind für Chinesen Angaben, wie sie viele westliche Firmenvertreter führen, wie „Manager“, „Salesmanager“, oder „Technical Support“. „Investieren Sie in neue Visitenkarten!“, rät Seelmann. Zweisprachig in Englisch und Chinesisch mit einer klaren hierarchischen Bezeichnung auf einem qualitativ hochwertigen Papier.

Fettnäpfchen lauern auch beim Übergeben der Visitenkarte. „Studieren Sie die Karte Ihres chinesischen Geschäftspartners aufmerksam!“, betont Seelmann. Eine Visitenkarte ungelesen einzustecken, womöglich in die Gesäßtasche oder sich darauf Notizen zu machen, könnte den Gegenüber beleidigen. Korrekt ist es dagegen, die Visitenkarte mit beiden Händen anzunehmen, sie aufmerksam zu lesen, in der Hand zu behalten und erst später unauffällig in der Brust- oder Jackettasche oder in einem Visitenkartenetui zu verstauen.

Pünktlich zu Tisch

Das gemeinsame Essen ist für Chinesen eine wichtige Angelegenheit, denn dadurch bildet und bestätigt man die Gruppenzugehörigkeit. Pünktlich um 12 Uhr am Mittag und gegen 18.30 Uhr am Abend zieht es die Menschen in China an den Esstisch. „Merken Sie sich diese Zeiten“, betont die Asienexpertin. Chinesen sitzen beim Essen überwiegend an runden Tischen. Die Speisen werden in der Mitte auf einer Drehplatte platziert, jeder bedient sich nach seinem Geschmack.

Smalltalk

Beim ersten Gespräch tauscht man zunächst allgemeine Informationen aus. Hierzu gehören Fragen zu Familie, Kindern und Eltern. „Seien Sie nicht überrascht, wenn man Sie relativ schnell nach Ihrem Alter fragt“, warnt Seelmann. Auch das Alter ist in China eine wichtige Information, um den Rang festzustellen.

Beim Essen wollen Chinesen den Menschen hinter dem Geschäftspartner kennenlernen. Deswegen rät Seelmann davon ab, zu Tisch über die Arbeit zu sprechen. Passende Themen sind zum Beispiel Hobbies. Negative Themen sollten vermieden werden: „Das stört das harmonische Miteinander und den Genuss des Essens“, so Seelmann.

Beim Essen wollen Chinesen den Menschen hinter dem Geschäftspartner kennenlernen.

Wer sitzt wo?

Die Hierarchie spielt auch am Esstisch eine große Rolle. „Warten Sie darauf, dass Ihnen ein Platz zugewiesen wird“, rät Seelmann. Denn die Sitzordnung spiegelt die hierarchische Ordnung wider: Die hierarchisch höchste Person sitzt am runden Tisch direkt gegenüber dem Eingang. Rechts und links folgen die nächsten Hierarchiestufen.

Geduldig sollte man auch darauf warten, dass der Ranghöchste am Tisch – häufig der Gastgeber – die Anwesenden auffordert, mit dem Essen zu beginnen. Dieser Einladung sollte man aber nicht sofort nachkommen, denn meist folgen weitere Appelle des Gastgebers. Als Gast wartet man darauf, dass der Ranghöchste als Erster zu essen beginnt. Nach dem Essen verlassen Chinesen recht abrupt das Restaurant. Auch hierfür gibt der Ranghöchste das Zeichen zum Aufbruch.

Und wie schmeckt’s?

Weil dem Essen in China eine wichtige Rolle zukommt, sollte man den Geschäftspartner nicht durch offene Kritik am Essen brüskieren. Ist man sich nicht sicher, ob einem ein Gericht zusagt, sollte man es probieren und im Zweifelsfall auf dem Teller liegen lassen. „Wenn ein Gericht besonders gut schmeckt, sollte man das unbedingt wiederholt äußern. Es wäre das größte Kompliment für Ihre Gastgeber!“, so Seelmann.

Vorsicht mit Alkohol!

Längere Verhandlungen in China stellen oft hohe Anforderungen an die Trinkfestigkeit westlicher Geschäftspartner. Chinesen konsumieren zum Teil schon beim Mittagessen große Mengen Alkohol – insbesondere chinesische Männer, die damit Stärke zeigen. Jemand, der mit Alkohol beginnt und zu Softdrinks wechselt, wirkt für Chinesen, als wollte sich derjenige aus der Gemeinschaft ausklinken. Asienexpertin Seelmann rät dazu, mit einem Hinweis auf gesundheitliche oder religiöse Belange zu verzichten. Die chinesischen Geschäftspartner könnten diese Haltung vielleicht nicht nachvollziehen, aber akzeptieren.

Shanghai ist die Wirtschaftsmetropole Chinas und Standort für etliche internationale Unternehmen, darunter auch die NürnbergMesse China. Fotorecht: ©XtravaganT – stock.adobe.com

Shanghai: Melting pot der Kulturen

So verschieden viele Verhaltensweisen in China und Deutschland sind, stellen die Mitarbeiter der NürnbergMesse doch fest, dass sich die Menschen mit ihren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen immer mehr aufeinander einstellen. Insbesondere im Wirtschaftszentrum Shanghai, wo die NürnbergMesse China seit über zehn Jahren aktiv ist, entstehen ganz neue Kultursphären. „Unsere chinesischen Kollegen haben viel Erfahrung im Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern. Davon profitieren auch unsere deutschen Kunden und Partner bei ihrem Auftritt auf Messen in China“, so Dr. Florian Wagner, zuständig für International Relations & Business Management bei der NürnbergMesse. Einige Mitarbeiter der NürnbergMesse China haben in Europa oder den USA studiert und sind in beiden Kulturkreisen zuhause. Bestes Beispiel hierfür ist der Geschäftsführer: Darren Guo ist in Shanghai geboren, in Unterfranken aufgewachsen und lebt nun wieder in der Weltmetropole Shanghai.

Wie man in Brasilien gute Geschäfte macht und das Leben genießt, lesen Sie hier.

 

Gemeinsam mit starken Partnern und verlässlichen Netzwerken etabliert die NürnbergMesse relevante Messen in Wachstumsmärkten und erleichtert so vielen Unternehmen den Markteintritt und die Geschäftsanbahnung.

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Erfolgreiche Premiere beim Internationalen Messestädte Fußballturnier

Der Einstand der NürnbergMesse-Kicker beim 40. Internationalen Fußballturnier der Messestädte hatte es in sich: Bei 30 Grad flimmerte die Luft über den Kunstrasenplätzen der Hans-Rosenthal-Sportanlage im Berliner Westen. Als Newcomer und Ausrichter des Messestädte-Turniers 2020 wurde der erste Auftritt der NürnbergMesse-Auswahl von den etablierten Teams mit Spannung erwartet. Bestehend aus Mitarbeitern und Auszubildenden der NürnbergMesse und ihrer Tochter :mesomondo war es die jüngste Mannschaft im Teilnehmerfeld.

Die Auslosung am Vorabend im ICC Berlin hatte die Gegner der Jungs und Mädels aus Nürnberg ergeben: In Gruppe B trafen sie auf die Messe Hamburg, die Messe Frankfurt, das Allstars-Team und RAI Amsterdam. Nach einer knappen Auftaktniederlage gegen Hamburg, das in der vorletzten Spielminute durch einen Sonntagsschuss aus über 16 Metern entschieden wurde, folgte ein hart umkämpftes Spiel gegen die Messe Frankfurt. Obwohl der Nürnberger Schlussmann einen Foulelfmeter spektakulär abwehren konnte, gewann Frankfurt knapp mit 2:1.

Mit Spannung erwartet: Der erste Auftritt der NürnbergMesse beim Internationalen Turnier der Messestädte gegen die Messe Hamburg. Foto: NürnbergMesse

Mit Spannung erwartet: Der erste Auftritt der NürnbergMesse beim Internationalen Turnier der Messestädte gegen die Messe Hamburg. Foto: NürnbergMesse

Gegentor – Ausgleich – Spiel gedreht

Zum dritten Spiel stand das Turnierabschneiden auf der Kippe: Gegen die Allstars wollte das NürnbergMesse-Team endlich den ersten Sieg einfahren. Doch ein überraschendes Konter-Tor der Gegner stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Unterstützt von gut einem Dutzend mitgereister Fans steckten die Nürnberger nicht auf und drehten das Spiel per Kopfballtreffer und Fernschuss. Der ersehnte erste Sieg war geschafft! Obwohl das Halbfinale wegen der beiden Auftaktniederlagen für die Nürnberger nicht mehr zu erreichen war, schenkten sich im letzten Gruppenspiel Amsterdam und Nürnberg nichts. Torlos ging es in die Halbzeit. In der zweiten Hälfte platzte dann der Knoten: nach einer Möglichkeit für die Niederländer, die Elfmeter forderten, spielten sich die Nürnberger bis zum gegnerischen Strafraum vor. Der entscheidende Pass kam beim Stürmer an, der den gegnerischen Torwart umspielte und mit kühlem Kopf einschob. In den Schlussminuten wurde noch der Nürnberger Ersatztorwart zum Held: Mit zwei Glanzparaden sicherte er den Sieg gegen Amsterdam!

Für lautstarke Unterstützung sorgten rund ein Dutzend mitgereister NürnbergMesse-Fans. Foto: NürnbergMesse

Für lautstarke Unterstützung sorgten rund ein Dutzend mitgereister NürnbergMesse-Fans. Foto: NürnbergMesse

Zwei Niederlagen, zwei Siege und ein Torverhältnis von 4:4 ergaben am Ende Platz 6 von 10 für die NürnbergMesse. Eine Platzierung, die sich zur Premiere beim traditionsreichen Turnier sehen lässt. Den Turniersieg holte sich das Team der Deutschen Messe aus Hannover, das die Gruppe A dominierte und das Finale gegen Köln 1:0 gewann. Im Elfmeterschießen um den 3. Platz siegte Hamburg gegen Frankfurt. Um dieses zu erreichen, waren die Hanseaten zuvor auf den Sieg Nürnbergs gegen Amsterdam angewiesen und unterstützten diese vom Seitenrand. Die erfolgreichen Nürnberger dankten es wiederum mit lautstarker Unterstützung für den „HMC“ beim Elfmeterschießen um Platz 3. Die erste „Fanfreundschaft“ des Turniers war geboren.

See you in Nuremberg 2020!

Zur Siegerehrung versammelten sich die Mannschaften mit ihren Fans erneut im Palais am Funkturm des ICC Berlin. Dabei spielten die Berliner Organisatoren auch den Steilpass nach Nürnberg: Trainer und Kapitän der NürnbergMesse bedankten sich für die herzliche Aufnahme ins Turnier und sprachen die Einladung zum 41. Internationalen Messestädte Fußballturnier 2020 nach Nürnberg aus. Per Video stellte sich der Austragungsort 2020 vor:

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