Digitales Nürnberg

„Challenge accepted“ heißt es für das digitale Nürnberg. Seit dem Frühjahr 2018 ist die Frankenmetropole eine von 41 Städten in Europa, die an der „Digital Cities Challenge“ der Europäischen Kommission teilnehmen. Ziel des Programms ist es, Europas Städte mit Hilfe der Digitalisierung lebenswerter, produktiver und innovativer zu machen.

In einem Bewerbungsverfahren hat die Kommission dazu 15 „Challenge Cities“ aus ganz Europa ausgewählt. Weitere 20 „Fellow Cities“ – darunter Nürnberg – wurden eingeladen, sich an der Initiative zur digitalen Transformation zu beteiligen. Im Austausch mit sechs „Mentor Cities“ und erfahrenen Experten wollen die Städte ihre digitalen Erfolgskonzepte miteinander teilen. Dabei sollen Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen in den Bereichen Gesundheitsmanagement, Umwelt, Mobilität und Arbeitsmarkt gefunden werden.

Hotspot auf der digitalen Landkarte

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Tech-Incubator ZOLLHOF in Nürnberg. Foto: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Zum Kreis der europäischen Digital-Hotspots kann Nürnberg einige Erfolgsgeschichten beitragen. Denn die ehemalige Industriestadt hat sich erfolgreich zu einem wichtigen Standort der Digitalisierung gewandelt. Mit mehr als 100.000 Beschäftigten in 7.000 Firmen ist die Metropolregion Nürnberg einer der führenden IKT-Standorte Europas. Namhafte Firmen wie Datev oder Siemens und Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer Institut treiben die Digitalisierung voran. Einen Überblick über die verschiedene Akteure und Initiativen gibt die Website „Digitales Nürnberg“ und der „Wirtschaftsblog“.

Den Nachwuchs für einen nachhaltigen digitalen Wandel finden die Unternehmen an mehreren Hochschulen in der Region und in einer aktiven Gründerszene. Diese vernetzt sich in mehreren Gründerzentren, wie beispielsweise dem Tech-Incubator ZOLLHOF. Dort betreuen rund 20 Mitarbeiter über 30 Tech-Startups. Sie profitieren von der Erfahrung der Experten und einem großen Netzwerk.

Fachmessen und Digital Gipfel 2018

Ein etablierter Treffpunkt für die Innovationstreiber der Digitalisierung ist Nürnberg wegen der führenden Fachmessen zu digitalen Themen. Auf der embedded world, it-sa oder SPS IPC Drives diskutieren internationale Experten über die Schlüsseltechnologien der Digitalisierung:  Embedded Systeme, IT-Sicherheit und Automatisierungstechnologie/Industrie 4.0.

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NürnbergMesse: führende Fachmessen zu den Schlüsseltechnologien der Digitalisierung. Foto: NürnbergMesse/Frank Boxler

„Nürnberg begleitet die digitale Transformation seit Jahren als Gastgeber wichtiger Messen und Kongresse aus den Bereichen IT und Elektronik,“ sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Auch damit hat sich die NürnbergMesse als Austragungsort des Digital-Gipfels 2018 der Bundesregierung am 3. und 4. Dezember empfohlen. Die „Challenge“ der rund 1.000 Experten lautet: Die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels mit Leben und Ideen zu füllen.

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Nürnberg auf der IMEX: „Digital Health Hub“ 2.0

Die Digitalisierung macht´s möglich: Sie zaubert wechselweise Erfahrung ins Gesicht oder Perlglanz auf die Wangen. Dank einer speziellen Alterungssoftware am Stand von NürnbergConvention können die Messebesucher verschiedene Modi durchspielen. Da macht sich der junge Eventplaner mal eben zum „Senior“, und der wirkliche Senior freut sich über den Hipster-Bart.

Der Stand der Nürnberger hat schon Tradition auf der weltweit größten Fachmesse für die Meetings-Industrie. Nur, dass er dieses Mal so gar nicht in den Marken-Farben erstrahlte, sondern sondern ein Arzt-Sprechzimmer darstellte. Das Motto: „Nuremberg cares für you!“ Das Design, weil die Nürnberger wissen, was schick ist, ein wenig retro und mit Liebe fürs Detail. Samt Arztkittel.

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Networking Hub auf der IMEX: Das Team von NürnbergConvention am Messestand.

 

Medizin-Standort der Spitzenklasse

Die Botschaft des Ganzen: die Region Nürnberg ist Medizin-Standort. Das wollen viele sein im Land, aber nur in der Metropolregion Nürnberg ist das europäische Exzellenzcluster Medical Valley EMN zu Hause, bestehend aus über 500 ansässigen medizintechnischen Unternehmen wie Siemens Healthineers und Novartis Deutschland, 100 Instituten und Universitätseinrichtungen sowie 65 Kliniken, darunter das größte kommunale Krankenhaus Europas sowie die größte Krankenhausapotheke Deutschlands. In diesen Kliniken werden jährlich 850.000 Patienten versorgt – ein Spitzenwert, den sonst in Deutschland nur noch die Berliner Charité erreicht. 

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Ein Messestand wie ein Wohn-, pardon: Sprechzimmer.

2017 wurde das Medical Valley zusammen mit dem Digitalen Gründerzentrum ZOLLHOF denn auch von der Bundesregierung zum einzigen „Digital Health Hub“ in Deutschland ernannt. Ein Indiz dafür, wie intensiv in und um Nürnberg an der Digitalisierung des Gesundheitssektors gearbeitet wird. Sabina Linke von NürnbergConvention: „Unser Messestand war der Networking Hub auf der IMEX – in Sachen Health und in Sachen Digital!“ 

 

Ab 2019: Premiere für MedtecLIVE in Nürnberg

Neben den zahlreichen renommierten Medizinkongressen im NürnbergConvention Center sowie in anderen Tagungsfaszilitäten in Nürnberg hat die NürnbergMesse kürzlich die Zusammenarbeit für eine gemeinsame Medizintechnikmesse mit UBM, dem zweitgrößten Messeveranstalter der Welt, bekannt gegeben. UBM verlegt seine Fachmesse Medtec Europe nach Nürnberg und so wird – gemeinsam mit der in Nürnberg bereits ansässigen Fachveranstaltung MT-Connect – die neue, gebündelte Veranstaltung MedtecLIVE  im Messezentrum Nürnberg vom 21. bis 23. Mai 2019 ihre Premiere haben.

Fotos: Bischof&Broel

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„Messen sind viel digitaler, als man denkt!“

Voneinander lernen steht im Mittelpunkt der Kooperation zwischen Tech-Incubator ZOLLHOF und NürnbergMesse. Im Interview sprechen Benjamin Bauer, Geschäftsführer ZOLLHOF, und Dr. Martin Kassubek, Abteilungsleiter Strategie- und Unternehmensentwicklung  bei der NürnbergMesse, über die Ziele der neuen Kooperation und die Messe der Zukunft.

Herr Bauer, was ist der Tech-Incubator ZOLLHOF?
Benjamin Bauer: Der Tech-Incubator ist eine Brutstätte für junge Start-ups. Unser Fokus liegt auf Technologie-Unternehmen, die ein Produkt entwickelt haben und es mit uns auf den Markt bringen oder es weiter erfolgreich machen wollen. Aktuell bieten wir 26 Unternehmen den Raum, um zu wachsen und ihre Produkte gemeinsam mit etablierten Unternehmen weiterzuentwickeln. Für digitale Start-ups wollen wir der Hub sein in der Region mit Perspektive auf ganz Deutschland und Europa.

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Foto: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Herr Dr. Kassubek, Sie leiten das neue „Digital Office“ der NürnbergMesse. Warum betrifft die digitale Transformation das Kerngeschäft eines Messeveranstalters?
Dr. Martin Kassubek: Wir sind überzeugt, dass Messen auch in den nächsten Jahrzehnten Hauptbestandteil unserer Wertschöpfung sein werden. Aber wir merken auch, dass Marketing-Entscheider der Generation Y nachrücken und sich mit ihnen das Instrument „Messe“ verändert.

„Zusammen mit leistungsfähigen Partnern gehen wir die digitale Transformation an.“

Welche Aufgabe hat dabei die Kooperation mit dem ZOLLHOF?
Kassubek: Wir können nicht einfach den Schalter umlegen nach dem Motto: Ab heute nur noch digital! Zusammen mit leistungsfähigen Partnern, auch aus der Region, gehen wir die digitale Transformation an. Der ZOLLHOF ist enorm relevant, weil die Start-ups viele neue Ansätze entwickeln, die für uns Nutzen bringen. Genauso ist der ZOLLHOF Anlaufstelle für unsere Mitarbeiter, die vor den digitalen Herausforderungen stehen. Im ZOLLHOF trifft sich viel Wissen zum Beispiel bei „Learning Events“, wo wir uns aktiv einbringen. Umgekehrt sollen die Start-ups vom „Spielfeld Messe“ profitieren.
Herr Bauer, wo sehen Sie die digitalen Ansatzpunkte für die Start-ups auf dem „Spielfeld Messe“?
Bauer: Messen sind viel digitaler, als man eigentlich denkt! Die gesamte Wertschöpfungskette einer Messe bietet Ansätze für digitale Produkte oder Prozesse. Grundsätzlich besteht der Fehler, nur das Endprodukt zu digitalisieren. Tatsächlich geht es um den kompletten Wertschöpfungsprozess. Auf der Messe beispielsweise beim riesigen Parkraum-Management, dem Einladungs- und Teilnehmermanagement oder beim Standbau mit neuen digitalen Präsentationsformen wie Virtual- oder Augmented Reality. Ansatzpunkte der Digitalisierung gibt es ab dem Zeitpunkt der Anmeldung zur Messe.

Messen sind digitaler, als man denkt Dr. Martin Kassubek und Benjamin Bauer

Digitale Denkweisen und Dienstleistungen für das Messegeschäft: Martin Kassubek (l., NürnbergMesse) und Benjamin Bauer (ZOLLHOF). Foto: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Blicken wir ein paar Jahre voraus: Wie sieht „die Messe der Zukunft“ aus?
Kassubek: Die Messen der Zukunft finden in Nürnberg und an unseren weltweiten Standorten statt. Der analoge HUB bleibt bestehen. Es wird aber eine viel stärkere Berührung geben zwischen online und analog – wie wir sagen: Online und onsite schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich. Denkbar ist die Messe als Business-Plattform in einem bestimmten Turnus als Highlight der Branche. In dieses Event lassen sich neue Technologien integrieren, wie MyLocation – unser Wegleitsystem auf dem Messegelände – ein völlig digitales Einlasssystem oder VR- und AR-Anwendungen für den Messeauftritt. Für uns stellt sich deshalb die Frage: Wie können wir diese Technologien in unsere Dienstleistungen integrieren?

„Die digitale Transformation findet beim Mitarbeiter statt.“

Bauer: Bei der Entwicklung der „Messe der Zukunft“ geht es vor allem auch um Prozesse: Wie digitalisiert sich die NürnbergMesse als Unternehmen? Ein Messe-Unternehmen ist ja viel mehr als das, was der Aussteller und Besucher sieht. Die digitale Transformation findet beim Mitarbeiter statt. Deswegen ist es wichtig, diesen mitzunehmen und neue Möglichkeiten aufzuzeigen: Was bedeuten digitale Prozesse und ein digitales Geschäfts? Genau das kann hier im ZOLLHOF stattfinden.
Der ZOLLHOF als Bildungseinrichtung der Digitalisierung?
Bauer: Genau! Hier finden auch Veranstaltungen statt – Know-how-Events mit Experten der Digitalisierung zu Themen wie neue Methoden der Arbeit oder Technologien wie crypto currrencies, block chain. Der ZOLLHOF ist auch ein Ort, um Technologien kennenzulernen. Neben den Vorträgen gibt es interaktive Formate, an denen Mitarbeiter teilnehmen können. Beim Uni-Hackathon zum Beispiel können Mitarbeiter abseits der gewohnten Arbeitsatmosphäre neues Wissen aufnehmen und beim Entwickeln eigener Produkte umsetzen.

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Was sind die nächsten Schritte innerhalb der Kooperation?
Dr. Kassubek: Im ersten Schritt geht es jetzt darum, unseren Mitarbeitern Zugänge zu ermöglichen zu neuem Wissen. Weil die digitale Transformation das ganze Unternehmen betrifft, sollen sich alle Fachbereiche dezentral daran beteiligen. Mit dem ZOLLHOF in Nürnberg haben wir vor Ort ein tolles Programm mit vielen Aktivitäten, bei denen wir im partnerschaftlichen Verhältnis Wissen austauschen und neue Sichtweisen kennenlernen. Das ist unsere erste gemeinsame Zielmarke für 2018! Sukzessive geht es dann an interessante Projekte, die wir im ZOLLHOF für die NürnbergMesse ausgemacht haben.

Fotos: NürnbergMesse/Thomas Geiger

 

Passend zum Thema: Wie die Digitalisierung Messepräsenzen verändert. Ein Interview mit Branchenexpertin Uta Goretzky.

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