EXPO 2020: Gedanken verbinden und die Zukunft gestalten

Koelnmesse stellt Konzept für den Deutschen Pavillon vor

Das Team für den Deutschen Pavillon von Bundeswirtschaftsministerium, Koelnmesse, ARGE Deutscher Pavillon EXPO 2020 und LAVA ArchitektenDass in Dubai, der Hauptstadt des gleichnamigen Emirats, rege gebaut wird, mag nur noch wenige überraschen. Zur Zeit aber entstehen rund 40 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ganz besondere Gebäude, auf einem Areal, das viermal größer ist als das Mailänder Weltausstellungsgelände. Denn dort wird die EXPO 2020 DUBAI stattfinden unter dem Motto „Connecting Minds, Creating the Future“ – und Deutschland ist mit einem eigenen Pavillon dabei. Für dessen Organisation und Betrieb auf der Weltausstellung zeichnet die Koelnmesse verantwortlich. Jetzt stellte sie zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Pavillon das Konzept für den Deutschen Pavillon vor: CAMPUS GERMANY.

Der Deutsche Pavillon auf der EXPO 2020 DUBAI (Animation) Der Deutsche Pavillon auf der EXPO 2020 DUBAI (Animation) Der Deutsche Pavillon auf der EXPO 2020 DUBAI (Animation) Der Deutsche Pavillon auf der EXPO 2020 DUBAI (Animation)

 

„Connecting Minds“ par excellence im Deutschen Pavillon: BMWi, Koelnmesse, facts & fiction, LAVA und ADUNIC

Ausgedacht hat sich das alles eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus der Kölner Agentur facts & fiction, dem Berliner Architekturbüro LAVA und dem Schweizer Bauunternehmen ADUNIC. Mit ihren Ideen nahmen sie das Expo-Thema geradezu wörtlich: Gedanken verbinden, die Zukunft gestalten. Nur für die Architekten ist es die erste EXPO-Beteiligung. Für die Koelnmesse aber ist es bereits die achte Weltausstellung: Vancouver, Brisbane, Sevilla, Taejon, Lissabon, Aichi, Shanghai – und jetzt eben Dubai. Die größte Expertise hat jedoch der Auftraggeber, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das bei allen Expos für die deutsche Beteiligung verantwortlich ist.

Weltausstellungen – erfolgreiches Marketing für Deutschland

Dietmar Schmitz, Generalkommissar des Deutschen Pavillons, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Der Projektetat von 50 Mio. Euro aus dem Bundeshaushalt ist laut Dietmar Schmitz, dem Generalkommissar des Deutschen Pavillons, „eine lohnende Investition“. Der BMWi-Referatsleiter Messepolitik/EXPO-Beteiligungen betonte, dass Deutschland Expo-Teilnahmen dafür nutzt, „um auf den Gebieten Wissenschaft, Technologie und Forschung Lösungen zu Fragestellungen der Gegenwart zu skizzieren“. Für Dietmar Schmitz sind Weltausstellungen aber immer auch Marketing: „Deutsche Pavillons waren immer erfolgreich und beliebt, mit bleibenden Eindrücken bei Besuchern und Medien. Davon wird Deutschland auch nach der EXPO 2020 DUBAI profitieren.“

Campus Germany – Ort für Wissen, Forschung und Begegnung

Das Motto der Weltausstellung umreißt, worum es geht: gemeinsam Lösungen für die Probleme des 21. Jahrhunderts vorstellen und diskutieren. Von den drei EXPO-Themenschwerpunkten – Opportunity, Mobility und Sustainability – hat sich Deutschland für Nachhaltigkeit entschieden. Im „CAMPUS GERMANY“ geht es um die Bildung, ein wichtiges Thema in der Region. Der Deutsche Pavillon wird zu einem sympathischen Ort für Wissen, Forschung und Begegnung: unterhaltsam, überraschend, haptisch und digital zeigen die Exponate deutsche Innovationen und Lösungen. Hier kann jeder mitmachen und sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen. Alles erinnert dann auch an eine Universität. Besucher „immatrikulieren“ sich und erhalten einen digitalen Ausweis mit einem intelligenten Assistenz-System, das die Besucher unsichtbar durch die Ausstellung begleitet – in Dubai in dieser Anwendung eine Weltpremiere. Die „Einführungsveranstaltung“ in der „Welcome Hall“ wird die wissenschaftliche Grundlage des Deutschen Pavillons erklären. Dann geht es auf eine interaktive Reise durch das Thema Nachhaltigkeit: vom „Energy Lab“ über das „Future City Lab“ ins „Biodiversity Lab“. In diesem „Curriculum“ entwickeln sich die Besucher stufenweise von Fachleuten zu Koryphäen und machen einen entscheidenden Schritt für ein nachhaltiges Leben.

Deutscher Pavillon: Besucherführung über die verschiedenen Ebenen im Überblick Deutscher Pavillon: Das Atrium mit Blick auf die Labs und die Bühne Deutscher Pavillon: Das Restaurant Deutscher Pavillon: Die Bühne Deutscher Pavillon: Ausstellung Future Lab Deutscher Pavillon: Ausstellung Energy Lab Deutscher Pavillon: Ausstellung Biodiversity Lab Deutscher Pavillon: Ausstellung, „Germany by numbers“

 

Dubai, Katar – da war doch was!?

Beide Emirate liegen auf dem 25. Breitengrad und haben auf der arabischen Halbinsel das gleiche Wüstenklima. Für die Organisatoren der Fußball-WM 2022 in Katar war das Grund genug, ihre Sportveranstaltung vom Sommer in den Herbst zu verlegen. Selbiges gilt auch für EXPO-Ausrichter in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Die EXPO 2020 DUBAI findet in der dort kühleren Jahreszeit statt, nämlich von Oktober 2020 bis April 2021.

EXPO 2020 DUBAI
Laufzeit20. Oktober 2020 bis 10. April 2021
HauptthemaConnecting Minds, Creating the Future
Gedanken verbinden, Zukunft gestalten
UnterthemenMobility, Sustainability, Opportunity
Mobilität, Nachhaltigkeit, Chancen
OrtDubai
LandVereinigte Arabische Emirate (VAE)
Größe des Expo-Geländes438 Hektar
Teilnehmerländer180 (erwartet)
Besucher (gesamt)25 Millionen, davon 70 % aus dem Ausland (erwartet)
Deutscher Pavillon
Besucher3 Millionen (erwartet)
Fläche4.500 Quadratmeter
DurchführungsgesellschaftKoelnmesse GmbH

Links

Offizielle Seite des Veranstalters EXPO 2020 DUBAI
Offizielle Seite des Deutschen Pavillons

Über den Gastautor

Stefan Dömelt (comrhein/Düsseldorf) ist freier Journalist, Texter, Blog-Autor und Kommunikationsberater für internationale Unternehmen, Verbände, Institutionen und Agenturen. Vor drei Jahren hat er für den AUMA die EXPO 2015 MILANO redaktionell begleitet und auch über die EXPO 2017 in Astana berichtet.

 

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1967: Ist das nicht in München? Oder doch in Montreal?

Wer kennt nicht die Münchener Olympiadächer, die sich über zahlreiche Sportstätten und Freiflächen ziehen und ab 1972 zu einem Symbol moderner deutscher Architektur wurden? Weit weniger bekannt ist, dass diese Dachkonstruktion, eher eine Skulptur, 1967 einen verblüffend ähnlichen Vorläufer hatte, in Gestalt des Deutschen Pavillons auf der Weltausstellung in Montreal (siehe Foto links). Das war natürlich kein Zufall. Denn in beiden Fällen hieß der Architekt Frei Otto, einer der bedeutendsten Vertreter des biomorphen Bauens. Der Pavillon sorgte im fernen Kanada für beträchtliches Aufsehen, bei Besuchern, Medien und den anderen beteiligten Nationen und wurde zu einer der Attraktionen dieser Weltausstellung. Er symbolisierte eine Art „Swinging Germany“, etwas, was man bis dahin von Deutschland nicht gewöhnt war.

Wohl auch deshalb wurde Frei Otto zusammen mit Günter Behnisch beauftragt, das zentrale Münchener Olympiagelände zu bauen. Denn natürlich sollte die Münchener Konzeption ein Gegenentwurf zu Berlin 1936 werden. Dass das gelungen ist, spürt noch heute jeder, der den Olympiapark in München betritt.

Der Münchener Olympiapark - Foto: Lothar Krause/pixelio.de Zeltdach des Olympiastadions in München - Foto: Rudolpho Duba/pixelio.de Der Tanzbrunnen im Rheinpark in Köln - Foto: KölnKongress
Im Werk Frei Ottos gibt es übrigens neben Montreal 1967 noch einen weiteren Bezugspunkt zur Ausstellungsarchitektur. Bereits 1957 bewies er beim Tanzbrunnen für die Kölner Bundesgartenschau, dass er „leicht“ bauen konnte. Die Eventlocation steht übrigens direkt neben dem Kölner Messegelände und wird heute von KölnKongress betrieben, einer Tochtergesellschaft der Koelnmesse und der Stadt Köln.

Und es gab sogar einen personellen Zusammenhang zwischen der EXPO Montreal und dem AUMA. Und zwar war stv. Generalkommissar der deutschen Beteiligung Klaus Freiherr von Mühlen, der ein Jahr nach der Weltausstellung Hauptgeschäftsführer des AUMA wurde.

Foto li.: Deutscher Pavillon auf der EXPO in Montreal 1967 © BIE

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111 Jahre AUMA – Am Anfang stand Max Goldberger

111 Jahre AUMA: Ein guter Anlass, skurrile oder verblüffende Geschichten rund um das "Messewesen" zu erzählen.111 Jahre wird der AUMA in diesem Jahr alt: 1907 nahm die Ständige Ausstellungskommission der deutschen Industrie ihre Arbeit auf. Wir wollen diese Gelegenheit nutzen, – manchmal augenzwinkernd – auf einzelne Ereignisse und Entwicklungen der letzten elf Jahrzehnte zurückzublicken. Die Reihe heißt „AUMA 111: Messe-News von gestern – skurril bis verblüffend“ und beginnt in Kürze.

Der erste Vorsitzende des AUMA war übrigens gar kein klassischer Aussteller, sondern ein Bankier, der später quasi hauptberuflich Repräsentant verschiedenster Wirtschaftsorganisationen war und eine besondere Leidenschaft für Weltausstellungen und Messen entwickelte – Ludwig Max Goldberger. Er war Mitgründer der Dresdner Bank, Eisenbahnunternehmer, später Präsident des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller und trieb die Gründung der Berliner Handelskammer voran. Nebenbei setzte er sich – vergeblich – für eine Weltausstellung in Berlin ein. Denn Kaiser Wilhelm II. war dagegen, die deutschen Handelskammern waren sich uneinig und in den Weiten des Deutschen Reiches hielt man wenig von einem Prestigeprojekt im fernen Berlin.

Berliner Gewerbeausstellung 1896 Internationale Ausstellung für Feuerschutz und Feuerrettungswesen, Berlin 1901 Pfälzische Gewerbe- und Industrie-Ausstellung, Kaiserslautern 1905 Erinnerung an die bayerische Landesausstellung, München 1906 Allgemeine Ausstellung von Erfindungen der Klein-Industrie, Berlin 1907 Allgemeine Ausstellung für Geschäftsbedarf, Frankfurt am Main 1910

Die Reklamemarken von Ausstellungen zur Zeit der Gründung des AUMA zeigen den Aufschwung in Industrie und Gesellschaft um die Jahrhundertwende, eine umtriebige Zeit, in der eine Vielzahl von Ausstellungen in ganz Deutschland aus dem Boden schossen. (Fotos © AUMA)

Goldberger ließ sich aber nicht entmutigen und entwickelte mit Partnern das Konzept einer privat und kommunal finanzierten „Berliner Gewerbeausstellung“. Sie wurde schließlich 1896 als gewaltige nationale Ausstellung realisiert – mit 4.000 Ausstellern auf 1 Mio. Quadratmetern im Treptower Park und 7,4 Mio. Besuchern. Mit diesem Background war Max Goldberger natürlich geradezu prädestiniert, zehn Jahre später den Vorsitz der Vorläuferorganisation des heutigen AUMA zu übernehmen. Er behielt dieses Amt bis zu seinem Tode im Jahr 1913.

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