Besuch der IPM: Grüner wird´s nicht

Schon wieder müssen wir uns mit der Farbe Grün in der Messewirtschaft beschäftigen – zwar nicht mit dem sporadischen Einsatz wie vor einigen Monaten auf der automechanika, sondern eher mit einer Überdosis: Es geht um die IPM – Weltleitmesse des Gartenbaus in Essen. Hier ist Grün wie selbstverständlich das Leitmotiv. Das gilt naturgemäß für die Produkte – manchmal so heftig, dass man das Standpersonal kaum findet. Prospektverteiler sind hier als Frösche verkleidet, man sieht Besucher mit Sakkos im typischen Blattwerkmuster, mit Kunstrasen verkleidete Autos und Empfangscounter, die im Wald kaum auffallen würden. Und wenn mal etwas nicht grün ist, dann betont man das lieber doppelt. Wer’s nicht glaubt, überzeuge sich selbst.

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Fotos: © AUMA

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AUMA 111: Branchenkennzahlen – seit 1927 vom AUMA

Wo ist der größte Messeplatz im Land? Diese Frage bewegte Wirtschaft und Medien schon vor über 90 Jahren. Und sie wurde 1927 bemerkenswert eindeutig beantwortet – durch eine erstmals vorgelegte Auswertung des damaligen Ausstellungs- und Messeamtes der Deutschen Industrie zu einzelnen Messeplätzen. Danach waren auf den deutschen Frühjahrs- und Herbstmessen des Jahres 1925 insgesamt 39.254 Aussteller vertreten. Davon entfielen 26.070 auf Leipzig, 4.653 auf Frankfurt und 3.525 auf Köln. Analysiert wird auch die Herkunft der Aussteller, gefolgt von Frankfurt (8,1 %) und Leipzig (5,2 %). Leipzig hatte jedoch insgesamt den größten Anteil überregionaler Aussteller: 65 % kamen aus über 100 km Entfernung, in Frankfurt waren es 56,3 %, in Köln 44,4 %.

Wer heute Kennzahlen zur Messebranche oder zu einzelnen Messen sucht, kann leicht beim AUMA fündig werden, ob online oder auf Wunsch auch individuell aufbereitet.

Einen Eindruck vom Datenangebot für die Branche als Ganzes gibt der Bereich Kennzahlen auf der neuen Website des AUMA.

Foto: Leipziger Messe

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Out of the box: Wie sieht die Messe der Zukunft aus?

Der Funken ist übergesprungen bei dem Experiment „Erlebnisse gestalten, Messen in die Zukunft steuern – Messewirtschaft und Kreativwirtschaft in Kooperation“

Zusammen mit dem Kompetenzzentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft hat der AUMA am 25. September 2018 in Berlin-Tempelhof den Workshop „Erlebnisse gestalten, Messen in die Zukunft steuern – Messewirtschaft und Kreativwirtschaft in Kooperation“ veranstaltet. Ziel dieses erstmaligen Experiments zwischen den Messeveranstaltern auf der einen und den Vertretern der Kultur- und Kreativwirtschaft auf der anderen Seite war es, Konventionen, Denkstrukturen und Muster über Bord zu werfen und neue Fragen, Ideen, Ansätze für künftige Messekonzepte zuzulassen.

Mit einem gamifizierten Einstieg in den Workshop, der zunächst alle Teilnehmer zu Ausstellern werden ließ, beschäftigten sich im weiteren Verlauf zwei Gruppen mit besucherspezifischen Fragestellungen; zwei weitere Gruppen entwickelten neue Ideen und Konzepte für die zukünftigen Aussteller. Es ging auch darum, neue Perspektiven aufzeigen, praxisorientierte Lösungsansätze und Prototypen zu entwickeln, Potenziale zu diskutieren, die für die Zukunft der Messewirtschaft aus der Zusammenarbeit mit der Kultur- und Kreativwirtschaft entstehen können. Das Fablab – ein doppelstöckiger Bus mit integriertem Fabrikationslabor – diente den Workshopgruppen nicht nur als kreative Umgebung, sondern als Wirkungsstätte bei der Umsetzung der entstandenen Ideen, Konzepte und Lösungsansätze.

Kreativ-Workshop im Flughafen Berlin-Tempelhof Kreativ-Workshop im Flughafen Berlin-Tempelhof: Kreative Auszeit für Messemacher Kreativ-Workshop im Flughafen Berlin-Tempelhof Kreativ-Workshop im Flughafen Berlin-Tempelhof Kreativ-Workshop im Flughafen Berlin-Tempelhof Kreativ-Workshop im Flughafen Berlin-Tempelhof Kreativ-Workshop im Flughafen Berlin-Tempelhof: Fabmobil Kreativ-Workshop im Flughafen Berlin-Tempelhof: Im Fabmobil

Welche Potenziale bieten Messen für Kreative? Zu diesem Thema hat der AUMA mit der Kultur- und Kreativwirtschaft einen Workshop veranstaltet – eine kreative Auszeit für Messemacher, um Potenziale für Messen auszuloten. (Fotos: © William Veder)

Am Ende dieses intensiven Tages war das Experiment gelungen, neue Brücken sind entstanden, viele gute Ideen, Einsichten, Perspektivwechsel und teilweise ganz neue Fragestellungen. Der Wunsch aller Teilnehmer nach mehr spricht für einen erfolgreichen Ansatz und der äußerst guten Idee zukünftiger Kooperationen zwischen Kultur- und Kreativwirtschaft und der Messewirtschaft.

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AUMA 111: Wirtschaftswunder am Nil

Industrieausstellung warb 1957 in Nordafrika für die deutsche Wirtschaft

Deutsche Industrieausstellung 1957 in Kairo - Die IMAG hat dazu einen Film aus ihrem Archiv digitalisiert.Auslandspräsentationen der deutschen Wirtschaft gibt es schon recht lange: Sie reichen bis in die Gründungszeit der Bundesrepublik zurück. Viele Länder hatten damals noch keine Fachmessen, daher organisierte Deutschland eigene Ausstellungen vor Ort, um neue Märkte zu öffnen. Die erste sogenannte Technogerma fand 1954 in Mexiko statt; es folgte eine weitere in Finnland im Jahre 1956 und schließlich eine in Ägypten im Jahre 1957. Diese erste Gemeinschaftspräsentation der Bundesrepublik in einem arabischen Land überhaupt fand trotz der damaligen Spannungen im Nahen Osten statt – parallel zum Suezkonflikt. Auch eröffnete im Herbst desselben Jahres, also nur wenige Monate später, die DDR ihrerseits eine Industrieausstellung in Kairo, die zwar viel kleiner war, aber ebenfalls  für politische Aufregung sorgte.

An der Deutschen Industrieausstellung in Kairo vom 14. März bis 3. April 1957 beteiligten sich 420 deutsche Unternehmen  auf einem 50.000 qm großen Areal. Sie präsentierten Erzeugnisse aus allen exportrelevanten Industriebranchen “made in Germany”: Maschinenbau, Schwerindustrie, Chemie, Pharmazie, Fahrzeugbau und Bauindustrie. Eine halbe Million Besucher kamen in den drei Wochen auf die Nilinsel Gezira, um die Wunder der deutschen Wirtschaft zu sehen. Organisator der Ausstellung war die IMAG mit Sitz in München, die seit Gründung der Bundesrepublik Auslandsmessebeteiligungen in deren Auftrag durchführte. Veranstalter war der AUMA – Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, damals noch mit Sitz in Köln.

Plakat zur Deutschen Industrieausstellung in Kairo 1957 – © IMAG Veranstaltet vom AUMA, durchgeführt und organisiert von der IMAG – Bild aus dem Dokumentationsfilm der IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – Im Bulli unterwegs durch die Wüste – © IMAG Deutsche Industrieausstellung 1957 in Kairo – Album – © IMAG GmbH

Deutsches Gemeinschaftsprojekt am Nil: Die IMAG organisierte im Auftrag der Bundesrepublik und des AUMA die erste Deutsche Industrieausstellung in Ägypten, in einer Zeit großer Spannungen im Nahen Osten, während des Suezkonflikts.

Die Bedeutung der Deutschen Industrieausstellung reichte jedoch weit über die reine Produktschau hinaus: Die Ausstellung war Wirtschafts- und Kulturbotschafter der neuen Bundesrepublik: So entstand in Kairo neben den sieben Hallen mit Kränen, Transportern und Autos ein exotisch anmutender Nachbau der deutschen Nachkriegsgesellschaft mit Folklore, Leuchtreklame und Bundesländerpavillons; im Messerestaurant wurden Wein und Bier ausgeschenkt. Das alles tausende Kilometer zu transportieren war eine technisch-logistische Herausforderung: 10.000 Container kamen auf dem Seeweg nach Alexandria, deren Transport nach Kairo weitere acht Wochen und 400 LKWs in Anspruch nahm.

Einen schönen Einblick in die Deutsche Industrieausstellung in Kairo bietet der historische Film der IMAG, der jetzt digitalisiert wurde. Die Aufnahmen stammen vom IMAG-Firmengründer Joachim Hietzig selbst. Der Film dokumentiert nicht nur ausführlich die Deutsche Industrieausstellung am Nil, ihre beeindruckendende Vorbereitung und Eröffnung, sondern auch die Besuche von Politikern, darunter des damaligen ägyptischen Präsidenten Gamal-Abdel Nasser. Der Film zeigt viele (mittlerweile kultige) Ausstellungsobjekte und gibt einen Eindruck vom Leben rund um die Ausstellung. Vor allem aber zeigt der Film Kairo in den 50er Jahren, die Stadt, ihre Umgebung und Bewohner und wird damit zu einem wertvollen Zeitdokument.

Hier sehen Sie den Film der IMAG: https://youtu.be/I0MNvZ3RoK0

Informationen zur IMAG GmbH erhalten Sie hier: www.imag.de

Unsere Bildergalerie hier gibt Ihnen einen kleinen Ausblick auf das Filmdokument.

Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – Aufbau – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – Landung in Alexandria – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – Transport von Alexandria nach Kairo – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – Touristische Highlights – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – Eröffnung in Gezireh – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – Eröffnung -© IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – Löwenbräu für das Ausstellungsrestaurant © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – Folklore auf dem  Ausstellungsgelände – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – © IMAG Deutsche Industrieausstellung in Kairo 1957 – Touristische Highlights – © IMAG

420 Aussteller beteiligten sich an der Deutschen Industrieausstellung. 8.000 Kolli mit Ausstellungsgütern wurden auf 11 Schiffen nach Alexandria befördert. Für den Weitertransport nach Kairo gab es 8 Wochen lang einen Pendelverkehr mit rund 400 LKWs – bereits zu der damaligen Zeit eine technisch-logistische Meisterleistung.

 

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Nǐ Hǎo – Leaderfassung für Messeprofis auf Chinesisch

Erste Erfahrungen mit der Messenger-App WeChat

Während in Europa die Social-Media-Kommunikation rund um Messen überwiegend über Facebook, Twitter und Co. läuft, ist in China die Messenger-App WeChat Branchenführer. Das Besondere an der Anwendung: Sie bietet ebenfalls Möglichkeiten zur Leaderfassung und Vernetzung mit dem Kunden. Gastautorin Spomenka Kolar-Zovko, Messetrainerin und Inhaberin der Akademie escolar, hat sich auf einer fünftägigen Seminarreihe im chinesischen Wuhan mit den Funktionen der App bekannt gemacht.

Während eines meiner Messetrainings zur Light+Building, sprach eine Teilnehmerin aus dem Bereich Export von ihrer Erfahrung mit China und über die App WeChat als eine Alternative zu Gesprächsnotizen auf Papier und zur hauseigenen App, mit der die Besucher erfasst werden. Eine interessante Nutzungsmöglichkeit, denn für uns Messeprofis ist es eine immer aktuelle Herausforderung, unsere Besucher optimal zu erfassen.

Blick auf das Wuhan International Expo CenterWeChat? Noch nie gehört!? In China ist die Messenger-App Marktführer, im Rest der Welt (noch) kein Thema. Während einer Reise für eine Seminarreihe in Wuhan in der Provinz Hubei, konnte ich mich dann selbst von dem Stellenwert dieser App in China überzeugen.

Die App WeChat ist in China so beliebt wie keine Zweite. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen sind in China bekanntlich WhatsApp, Facebook, Twitter und Co. verboten, zum anderen bietet die Anwendung WeChat auch sehr viele interessante Features. Westliche Messenger beschränken sich darauf, Texte, Fotos und Videos zu verschicken und vielleicht Sprach- und Videotelefonate anzubieten. Anders WeChat. Die Liste der Nutzungsmöglichkeiten ist lang: einkaufen, spielen, Reisen buchen, ein Taxi bestellen oder Arzttermine vereinbaren. Eine Echtzeit-Standortfreigabe ist genauso vorhanden, wie eine Sprachunterstützung von 20 gängigen Sprachen. Ebenso gibt es verschiedene günstige Telefonoptionen innerhalb und außerhalb der App. Funktionen, für die westliche Nutzer Spezial-Apps brauchen, sind in diese Allzweck-App schon eingebaut. Wer den Dienst installiert, kann auf andere Apps verzichten.

Auch bezahlen funktioniert bequem – zum Beispiel im Supermarkt: scannen, Betrag eingeben, fertig. 600 Millionen Kunden bezahlen bereits mit WeChat. In eingen Geschäften konnte ich mit Bargeld oder Kreditkarte bereits gar nicht mehr bezahlen.

Überall zu finden: QR-Code für die WeChat-Zahlung Speziell im Businessbereich werden Visitenkarten nicht mehr „händisch“ übergeben, sondern man tauscht die Daten per WeChat. Auf diese Weise wird nicht nur schlicht ein Datensatz generiert, sondern man ist mit dem Kunden zugleich in einem sozialen Netzwerk verbunden. Statt sich den Kopf zu zerbrechen, wie ich einem chinesischen Geschäftspartner sinnvoll die Visitenkarte überreiche, gibt es hier eine Technik, die einfach zu handeln ist und gerne genutzt wird. Auch in Deutschland sollten ernsthaft interessierte Aussteller sich diese App einmal anschauen und ausprobieren, welche Möglichkeiten sich damit erschließen lassen. Aktuelle Techniken der Leaderfassung sind weiterhin oft nicht ausgereift und Aussteller wie auch Standmitarbeiter sind immer auf der Suche nach besseren und ergänzenden Lösungen.

Knackpunkt dabei ist natürlich das Thema Datensicherheit. Die App besitzt zwar als einziger Messenger eine TRUSTe-Zertifizierung und bietet somit eine gute Privatsphären-Einstellung. Allerdings ist dies natürlich mit Vorsicht zu genießen, denn die Daten werden in China gespeichert. Eine ähnlich undurchsichtige Bank wie der Dienst WhatsApp, bei dem die Verwendung der in den USA gespeichert Daten auch nicht unter Kontrolle bleibt. Der Beliebtheit tut dies aber ja bekannt keinen Abbruch.

Über die Gastautorin

Spomenka Kolar-Zovko ist Messetrainerin und Inhaberin der Akademie escolar in Darmstadt, einem spezialisierten Bildungsanbieter und Marketingberater in der Messe- und Eventbranche. Nach langjähriger Tätigkeit im Vertrieb, ist Spomenka Kolar-Zovko seit 1997 selbstständig als Trainerin tätig. Heute schult und trainiert sie jährlich mehrere tausend Teilnehmer.

Fotos: Akademie escolar

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