Emotionen auf vier Rädern

Der Kenner

Ein Volvo hat es Ralf angetan. Er schätzt die charakterischen Formen von Oldtimern und ist regelmäßig auf Messen. Foto: NürnbergMesse

Ein Volvo hat es Ralf angetan. Er schätzt die charakterischen Formen von Oldtimern und ist regelmäßig auf Messen. Foto: NürnbergMesse

Ralf ist ein echter Kenner und Oldtimer-Fan. Er besucht regelmäßig Oldtimer-Schauen in ganz Deutschland. Sogar in Italien und Frankreich war er schon auf Messen. Bei seinem ersten Besuch auf der RETRO CLASSICS BAVARIA in Nürnberg hat er sich glatt verliebt. Angetan hat es ihm ein dunkelblauer Volvo PV 544 mit ausgeprägten Kurven: „Die Form des Wagens ist unverwechselbar. Eine Form, die es heutzutage einfach nicht mehr gibt. So schön, so klassisch, so voller Charakter!“, schwärmt er. Seine Begleiterin ist noch nicht überzeugt. Sie steht etwas abseits und deutet an, dass Ralf schon verschiedene Oldtimer hatte. „Absolut alltagstauglich. Unverwüstlich und stabil“, beteuert Ralf indessen. Er habe das Modell schon einmal gefahren und war schon als Junge von dem Volvo begeistert, der zwischen 1958 bis 1969 gebaut wurde und damals auch als Rennwagen bei Rallyes antrat.

Die Abenteurerin

Deborah träumt von einer Reise im "Bulli" oder "Käfer". Foto: NürnbergMesse

Deborah träumt von einer Reise im „Bulli“ oder „Käfer“. Foto: NürnbergMesse

Deborah würde man vielleicht nicht auf der RETRO CLASSICS BAVARIA vermuten. Die junge Frau inspiziert das Innere eines VW-Bus ganz genau – dasselbe Modell, das auch auf ihrem T-Shirt prangt. „Mir gefallen die VW-Bullis, die Käfer und die alten Porsche. Ich mag Oldtimer allgemein.“ Auch Deborah ist das erste Mal auf der RETRO CLASSICS BAVARIA. Obwohl sie nicht konkret über den Kauf eines Oldtimers nachdenkt, kommt Deborah auf der RETRO CLASSICS doch ihrem Traum einen Schritt näher: „Ich hoffe, dass ich mir eines Tages einen Oldtimer leisten kann. Es wäre ein Traum einen Käfer oder einen Bulli zu fahren und damit eine Rundreise zu machen.“

Der Emotionale

Peter ist Mitglied in einem Janus-Club. Das kultige Fahrzeug war sein Hochzeitsauto und stammt von seinem Opa. Foto: NürnbergMesse

Peter ist Mitglied in einem Janus-Club. Das kultige Fahrzeug war sein Hochzeitsauto und stammt von seinem Opa. Foto: NürnbergMesse

Peter von der Zündapp-Janus-Interessengemeinschaft guckt hinter einem „Janus“ hervor. Die drolligen Autos sind echte Kuriositäten: Nur 6902 Exemplare wurden von 1957 bis 1958 in den Zündapp-Werken Nürnberg gebaut. Seinen Namen hat der Kleinstwagen, dessen Türen an der Front und dem Heck öffnen, vom doppelköpfigen Gott „Janus“. Quadratisch, praktisch würde man heute sagen. Ein Vorläufer des „Smarts“ im Geiste. Wie Peter zum Janus-Liebhaber wurde, ist eine typische Familiengeschichte: „Mein ‚Janus‘ war das Auto meines Opas. Er konnte das Auto irgendwann nicht mehr fahren. Für 1.000 D-Mark habe ich es ihm abgekauft. Verrostet stand es dann lange in meiner Garage – bis vor genau 26 Jahren. Zu meiner Hochzeit haben wir es restauriert. Es war unser Hochzeitsauto!“ Wer mitfahren will, trifft Peter einmal im Jahr bei der „Blauen Nacht“. Dann chauffiert er Besucher der Kulturveranstaltung durch die Altstadt.

Familie mit Benzin im Blut

Eine Familie mit Benzin im Blut: Der Vater fährt "SL", der Sohn "E21" und der Kleinste begeistert sich für Traktoren. Foto: NürnbergMesse

Familie mit Benzin im Blut: Vater Michael fährt „SL“, Sohn Jens „E21“ und Patenkind Julian begeistert sich für Traktoren. Foto: NürnbergMesse

„Des is a G´schoss!”, ruft der kleine Julian und zieht seinen Patenonkel Michael aufgeregt zu einem roten Traktor. „Schau, wie groß der ist!“. Den Namen des Modells – ein Schlüter „Super 1500 TVL“ aus dem Jahr 1980 – kenne er nicht, sagt der Bub. Aber auf einem Traktorfest habe er es schon einmal gesehen. Eigentlich kenne er alle Hersteller und zählt auf: „Johnny, Fendt, Deutz, Claas, …“. Im Gespräch mit der Familie – Eltern mit Sohn und Patenkindern – stellt sich heraus, dass jeder von ihnen irgendwie Benzin im Blut hat. Vater Michael fährt einen Mercedes 230 SL, den er gerne restaurieren möchte und auf der RETRO CLASSICS nach den passenden Teilen sucht und sich mit Experten austauscht. Und auch Sohn Jens fährt schon Oldtimer, einen BMW E21, den ersten 3er-BMW. Mutter Petra freut sich, dass das Thema Oldtimer alle in der Familie fasziniert und die RETRO CLASSICS deshalb das perfekte Familien-Ausflugsziel ist.

 

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RETRO CLASSICS BAVARIA: Jetzt kommen die Oldtimer

Was haben Ex-Nationalspieler Thomas Linke, der frühere Radprofi Erik Zabel und die Schauspielerin Esther Schweins gemeinsam? Sie sind alle 48 Jahre alt – und waren vor 30 Jahren heiße Anwärter auf den Führerschein. 30 Jahre. So lange dauert es, bis ein Auto ein Oldtimer sein darf. An die Zeit vor 30 Jahren erinnert sich Jan Gerrit Ebener, Mitglied der Geschäftsleitung NürnbergMesse: „Da war nicht nur der Führerschein in Reichweite, sondern auch die Fernbedienung. Die katapultierte mich oft und gerne in die Faszination für schöne Autos! Der Ford Capri in orangerot, den ‚Die Profis‘ in der gleichnamigen Fernsehserie gefahren haben – eines meiner Traumfahrzeuge bis heute!“ Mit der kompletten Uhrensammlung im Armaturenbrett und den gestreiften Sportsitzen heutzutage eine echte Rarität. Ebener hofft, einen auf der RETRO CLASSICS BAVARIA zu entdecken, die vom 7.-9. Dezember im Messezentrum stattfindet.

Serienhelden lieben Autos mit Charakter

Mit seinen 138 PS aus drei Litern ist der Capri zwar keine Rakete, aber ein souveräner Reisewagen – so, wie auch der 230 E, den der „Bergdoktor“ Martin Gruber fährt, stilecht in Moosgrün und mit Lammfellbezügen. Inbegriff des Soliden! Und sicherlich in all seinen vielen Varianten auf der Messe vertreten.

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Citroens „Göttinen“: wer kennt sie nicht! Auf den bisherigen RETRO CLASSICS waren die ab 1955 gebauten DS stets zu sehen. Foto: oh

Schnelle 911er, runde Bullis, „die Göttin“ von Citroen mit glänzendem Lack in behaglicher Parkposition: Beim Rundgang über die RETRO packt viele Besucher die Nostalgie. Und die Erkenntnis: man hätte sie wegstellen sollen. Pflegen und wegstellen. Die ersten Autos, die man als Azubi oder Student fuhr. Die „Ente“, sowieso. Man sieht sie kaum noch. Einen knallgelben BMW 1502. Oder einen Golf I im heute wieder so angenehm anzuschauenden schlichten Giugiaro-Design, am besten die erste Serie mit den kleinen Heckleuchten. Esther Schweins hatte einen 1er, als GT. Eine Wucht war der GTI, mit den 175er-Breitreifen und dem sonoren Sound. 110 PS waren eine Ansage, und die Zugehörigkeit im die Höchstgeschwindigkeit ausweisenden „Club 180“ sowieso. Aber seien wir ehrlich. Den GTI fuhren wir nicht. Den hatte die Mutter der Banknachbarin in der Klasse, in Weiß und mit einem Blaupunkt Braunschweig Stereo CR.

Apropos Golf. Unvergessen, wie Sascha Hehn als Udo Brinkmann in der „Schwarzwaldklinik“ zwischen 1985 bis 1989 in sein Golf Cabrio sprang: über die Haube und den Bügel und er saß drin! Niemand konnte das besser – auch wenn Sascha Hehn heute lieber geschlossen fährt, wie man hört.  

Fränkisches Garagengold

30 Jahre – und oft viel mehr. Das muss ein Auto erst mal schaffen. So gesehen ist es keine Selbstverständlichkeit, was auf der RETRO CLASSICS BAVARIA präsentiert wird. „In jedem der hier präsentierten Fahrzeuge steckt viel Mühe, Herzblut und Geld drin. Ob talentierter Privatmann oder professioneller Restaurierer: es ist in jedem einzelnen Fall eine große Leistung, die sich hinter der Existenz eines Oldtimer-Automobils verbirgt“, sagt Karl-Ulrich Herrmann, Geschäftsführender Gesellschafter der RETRO CLASSICS mit Sitz in Stuttgart.

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Der hellblaue VW-Porsche war ein echter Hingucker! Der „Volks-Porsche“ war der meistverkaufte Sportwagen seiner Zeit. Für den seltenen, bei Porsche gefertigten 914/6, also mit dem 110 PS starken 6-Zylinder-Boxermotor, ist die Nachfrage größer als das Angebot. Foto: Retro Messen

Er hat den Markt in Bayern erkannt. Und so die bayerische Ausgabe der Stuttgarter Muttermesse von ihrem Debut an zu einer Erfolgsgeschichte gemacht. Ebener: „Herr Herrmann hat gezeigt, dass das Potential für eine Oldtimermesse in Bayern vorhanden ist, und zwar auch jenseits der süd-östlichen Münchner Landkreise und rund um den Starnberger See! Er hat das Potential des bislang noch weitgehend ungehobenen Garagen-Goldschatzes in Franken vorhergesagt, und er hat Recht gehabt!“

Die RETRO CLASSIC BAVARIA findet statt vom 7.-9. Dezember 2018 und ist der grandiose Schlusspunkt des NürnbergMesse-Jahres.

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