9. November 1989: 30 Jahre Mauerfall

Es ist ein Donnerstag, der die Welt verändert. Exakt um 18:53 Uhr verkündet Günter Schabowski, Mitglied des Zentralkomitees der SED in der DDR, auf einer Pressekonferenz, dass die neue Regelung zur ständigen Ausreise in den Westen seiner Kenntnis nach „sofort, unverzüglich“ in Kraft tritt. Die Meldung geht um die Welt, und so kommt es rasch zu tumultartigen Szenen in Berlin. Kurz vor Mitternacht öffnen die ersten Grenzer die Schlagbäume. Die Menschen liegen sich in den Armen. Die Mauer ist Geschichte.

30 Jahre ist dieser Tag nun her – ein historisches Ereignis, das sich bei Zeitzeugen unwiderruflich ins Gedächtnis gebrannt hat. Wer erinnert sich nicht daran, gebannt die ARD-Tagesschau verfolgt zu haben an jenem Donnerstag? Joachim „Jo“ Brauner mit der gestreiften Krawatte, der leicht verdrehten Anzugjacke und unverkennbarer Freude im Gesicht. „Ausreisewillige DDR-Bürger müssen nicht mehr den Umweg über die Tschechoslowakei nehmen.“ So seine Worte.

Generation Mauerfall

Die Generation Mauerfall ist inzwischen 30 Jahre alt, sodass junge Menschen die Ost-Westteilung gar nicht mehr kennen. Und spätestens mit dem Internet ist die Welt noch enger zusammengewachsen – man schließt Geschäfte rund um den Erdball, kommuniziert digital und in Echtzeit über die sozialen Netzwerke, tauscht sich aus auf internationalen Messen, so auch in Nürnberg, mit Ausstellern und Besuchern aus aller Herren Länder über Neuheiten und Produkte.

Die NürnbergMesse war zum Zeitpunkt des Mauerfalls 15 Jahre alt. Rund 50 Mitarbeiter waren zu dieser Zeit im Messezentrum angestellt. Sie sollten von nun an in vergleichsweise kurzer Zeit einen Aufschwung erleben, wie es ihn bei keiner anderen deutschen Messegesellschaft gegeben hat. Denn Nürnberg lag mit einem Schlag wieder im Zentrum von Europa. In den ersten Wochenenden nach der Grenzöffnung kamen Zehntausende in die Frankenmetropole – mit dem Zug oder dem berühmten „Trabi“.

Besucher und Aussteller aus der DDR

Der Mauerfall beflügelt auch die Wirtschaft in Bayern. Nach Angaben des Historischen Lexikons der Bayerischen Staatsbibliothek wächst das Bruttosozialprodukt in den Jahren 1990 und 1991 um jeweils mehr als fünf Prozent. Auch die NürnbergMesse verzeichnete nach dem Mauerfall ein schlagartiges Besucher-Plus. So kamen zur BrauBeviale nur wenige Tage nach dem Mauerfall bereits 100 Besucher aus der DDR, im Jahr darauf schon 2.500. Die GaLaBau durfte 2.400 Menschen aus den neuen Bundesländern begrüßen. Und bei der FachPack im Jahr 1990 schließlich machten sich 850 auf den Weg. Bei den Ausstellern gab es 1989 schon alte Bekannte. Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs hatten hier 57 Firmen aus den Ostblockländern Stände, allein 32 davon aus der DDR (Quelle: Messe & Co, 3/2014)

Aufbruch in die „Goldenen Neunziger“

„30 Jahre Mauerfall – das ist für uns ein besonderer Tag. Mit einem Mal waren wir zurück im Zentrum von Europa. Keine andere deutsche Messegesellschaft ist seit 1989 so schnell gewachsen wie wir – um den Faktor 20.“ Für Dr. Roland Fleck, CEO der NürnbergMesse, war der Mauerfall der Beginn der „Goldenen Zwanziger“. Denn keine andere Messegesellschaft erlebt in den kommenden Jahren einen so rasanten Aufschwung. Aus 50 Mitarbeitern werden bis heute mehr als 1.000 – 500 allein in Nürnberg. Der Umsatz wächst um den Faktor 20 von 15,6 auf heute 315,1 Millionen Euro. Zudem gründet das 1989 rein fränkische Unternehmen internationale Tochtergesellschaften in Italien, Nordamerika, China, Brasilien, Indien und Griechenland und rückt auf in die Top 15 der weltweit größten Messegesellschaften. Davon profitieren auch die Stadt Nürnberg sowie die gesamte Metropolregion und der Freistaat Bayern. Aussteller und Besucher reisen an, übernachten oder vergeben Aufträge zum Messestandbau. Die Summe dieser Aktivitäten ergeben laut ifo-Institut (Stand 2015) deutschlandweit Kaufkrafteffekte von 1,65 Milliarden Euro. Pro Jahr.

Ein paar Zahlen

Umsatz: 15,6 Mio. in 1989, heute: 315,1 Mio.
Mitarbeiter: über 50 in 1989, heute über 500 in Nürnberg, über 1.000 weltweit
Besucher: 996.352 in 1989, heute über 1,5 Mio.
Aussteller: 9.828 in 1989, heute 35.462

 

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Platz für Impulsgeber

Nach Studium und Praktika in Paris, Brüssel, München und Prag entschied sich Cornelia Fehlner, wieder in die Metropolregion Nürnberg zurückzukehren. Denn hier kann sie sowohl ihre beruflichen wie auch privaten Ziele verwirklichen: In einem international ausgerichteten Unternehmen wie der NürnbergMesse übernimmt sie spannende Aufgaben. Gleichzeitig genießt sie die Lebensqualität in und um Amberg, einer Kleinstadt circa 70 Kilometer östlich von Nürnberg. Bevor Cornelia Fehlner 2017 die Leitung der FachPack übernahm, war sie vier Jahre lang Wirtschaftsförderin der Stadt Weiden in der Oberpfalz. Schon damals war die gebürtige Oberpfälzerin viel auf Messen unterwegs. Dort nutzte sie jede Gelegenheit zur Vermarktung des Wirtschaftsstandorts und zum Netzwerken. „Aus der Aussteller- und Besucher-Perspektive weiß ich, wie wichtig Messen als Marketinginstrument für Unternehmen sind.“

„Morgen entsteht beim Machen“

„Ihre“ Messe – die FachPack – feiert dieses Jahr 40-jähriges Jubiläum. Vom 24. bis 26. September öffnet die europäische Fachmesse für Verpackungen, Prozesse und Technik ihre Tore für rund 1.600 Aussteller und 45.000 erwartete Besucher. „Die Messewelt steht nie still – auch eine langjährige und erfolgreiche Messe wie die FachPack muss immer wieder Neues bieten und darf sich nicht auf ihrem Erfolg ausruhen“, betont Cornelia Fehlner. Passend dazu lautet der Slogan der diesjährigen Ausgabe: „Morgen entsteht beim Machen“.

Leitthema der FachPack 2019: umweltgerechtes Verpacken. Fotorecht: NürnbergMesse / Heiko Stahl

„Auf der FachPack finden unsere Messegäste aktuelle Trends und Innovationen, denn wir haben unsere Branche stets im Blick“, so Cornelia Fehlner weiter. Ein Thema, das sowohl die Branche als auch Verbraucher wie kein zweites bewegt, ist das umweltgerechte Verpacken, das Leitthema der FachPack 2019.

 Kampagne der Metropolregion Nürnberg

„Platz für Impulsgeber“ ist bereits das 22. Cobranding-Motiv, mit dem Unternehmen, Kommunen und Institutionen ihre Geschichte in der Metropolregion Nürnberg erzählen. Die Kernaussage der Kampagne: In der Region lässt es sich gut Leben und Arbeiten. Sie bietet Platz für die Verwirklichung ganz unterschiedlicher Lebensentwürfe. Mit ihrer zentralen Lage in Europa punktet die Region als attraktiver Standort mit Gateway-Funktion – ein Pluspunkt auch für den Messestandort Nürnberg. Alle Storys sind nachzulesen unter www.platzfuer.de.

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BIOFACH unterwegs: Was bewegt den Handel?

Einmal im Jahr trifft sich die internationale Bio-Branche zur Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel. Aus 144 Ländern reisten zuletzt im Februar 2019 die 51.488 Besucher nach Nürnberg. Was Vertreter des Handels im heimischen Markt, konkret dem Lebensmitteleinzel- und Bio-Fachhandel, aktuell bewegt, der Frage ging das BIOFACH-Team jetzt vor Ort in zwei ausgewählten Filialen in der Metropolregion Nürnberg nach. Mit dabei, Handelsexperte Christoph Spahn, der für uns nochmal die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst.

Der selbstständige Einzelhandel punktet mit seinem Frischesortiment. Fotorecht: NürnbergMesse

Dynamischer Wettbewerb, hybrideres Konsumverhalten und wachsender Druck nachhaltiger zu agieren

Herr Spahn, wo liegen die großen Fragen im Lebensmittel-Handel für den selbstständigen Einzelhändler und den Bio-Fachhändler heute?
Beiden gemeinsam ist, dass sie sich der Herausforderung stellen müssen, sich in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld, mit sich wandelnden Discountern und den Lieferdiensten sowie einem sich verändernden, immer hybrideren Konsumverhalten zu behaupten. Und das Ganze mit dem Druck, nachhaltiger agieren zu müssen. Für selbstständige Einzelhändler gilt es, Antworten auf Fragen zu finden wie: Was können wir besser als Discount und Großfläche? Wie können wir preiswert erscheinen und doch ertragreich wirtschaften? Und: Wie erreichen wir eine noch höhere Attraktivität unserer Läden? Das kann zum Beispiel durch die Integration gastronomischer Angebote in die Verkaufsfläche und einer damit höheren Verweildauer der Kunden erreicht werden.

Und wie sieht es im Bio-Fachhandel aus?
Für die Bio-Fachhändler vom kleinen Ladner bis zu Bio-Filialisten ist die Grundfrage: Wenn ich überall Bio kaufen kann, was macht dann den Bio-Fachhandel aus? Konkret stellt sich die Herausforderung, eine qualitative Weiterentwicklung hin zu einem noch nachhaltigeren Angebot zu schaffen, ohne sich aus dem Markt zu preisen. Und natürlich müssen diese Händler Antworten finden auf die kommunikationsstarken Nachhaltigkeitsaktivitäten der Handelskonzerne.

In Ihrer Nähe! Regionalität wird auch bei ebl groß geschrieben. Fotorecht: NürnbergMesse

Regionalität wird sowohl im selbstständigen Einzelhandel, z.B. bei Edeka, wie auch im Bio-Fachhandel, z.B. ebl, großgeschrieben. Wie sieht es mit dem Wechselspiel zwischen Bio und Regionalität aus – vor allem aus Kundenperspektive?
Für viele Kunden gibt es den Wunsch nach Konnektivität. Eine Verbindung zum „Landleben“, zum Boden, zur Herkunft wird gesucht und damit eine Sicherheit, dass die Lebensmittel „ehrlich“ angebaut und verarbeitet wurden. Bei diesem Sicherheitsbedürfnis treffen sich Bio und Regional. Für die meisten Verbraucher erfüllt das Produkt aus der Region genau diesen Anspruch. „Der Hof aus dem Umland macht doch bestimmt eine gute Arbeit und außerdem sind die Lieferwege kurz.“ Bio ist häufig den Globalisierungs-Mechanismen verfallen und kann damit nicht mehr grundsätzlich eine Geschichte von Nähe erzählen. Und dennoch bietet es die Garantie, dass die Grundregeln einer natürlichen Produktionsweise eingehalten werden.

Experiementierfreude, Nachhaltigkeit und Information trifft Erlebnishunger

Welche großen Entwicklungstrends sehen Sie.…im (selbstständigen) Lebensmittel Einzelhandel (SEH/LEH)
Es gibt gerade bundesweit eine Experimentierfreude der selbstständigen Kaufleute zu beobachten, beispielsweise bei der Einbindung von Manufaktur- und Gastro-Konzepten in die Ladenflächen. Ein breites Angebot von Spezialitäten und eine sich immer weiter entwickelndes Servicevielfalt treffen auf erlebnishungrige Kunden.

Ein breites Angebot von Spezialitäten und eine sich immer weiter entwickelndes Servicevielfalt treffen auf erlebnishungrige Kunden.

…und im Bio-Fachhandel
Der Bio-Fachhandel zeigt sich mehr und mehr als Spezialist für nachhaltiges Einkaufen und baut entsprechend seine Angebote um. So wird beispielsweise das Sortiment an unverpackten Waren größer und der Bio-Fachhandel wird immer mehr auch zum Informations-Anbieter.

Digitalisierung im Handel – schon gelebte Realität? Wie begegnet der Handel dieser Herausforderung?
Bislang im deutschen Lebensmittel-Handel: kaum. Ein paar Selbst-Scanning-Kassen, ein bisschen Verknüpfung online-offline – das war’s fast schon. International, in den Niederlanden und in den USA ist da eine andere Dynamik zu erleben, allein durch die zunehmende Bedeutung des Online-Handels oder der Lieferdienste im Bereich Lebensmittel.

Immer beliebter werden die Unverpackt-Stationen auch im Bio-Fachhandel. Fotorecht: NürnbergMesse

Ganz häufig tauchte bei unseren Gesprächen das Thema Verpackung bzw. Unverpackt-Konzepte auf. Wie wird sich diese Frage im Lebensmittel-Handel weiterentwickeln?
Das ist ein wunderbares Beispiel, dass eine Wertschöpfungskette (und die Politik) sich auf den Druck der Verbraucher*innen hin bewegt. Mit einer großen Dynamik werden neue Lösungen geschaffen. Manche ernsthaft und manche eher, um die Verbraucher*innen zu beruhigen. Wenn man es konsequent denkt, wie es die Unverpacktläden tun (nämlich: eine Lieferkette komplett ohne Einwegverpackung), dann stellt das vieles in Frage, wie Lieferketten heute organisiert sind. So weit gehen die meisten Verbraucher*innen bislang nicht.

Lebensmittel-Handel 2.0: Handel meets Gastro, Einkauf trifft Event – Handel wird zur Begegnungsstätte

Starker Auftritt auch für das Trendsortiment Naturkosmetik! Fotorecht: NürnbergMesse

Lebensmittel-Handel 2.0 – wie kaufen wir in Zukunft ein. Welche Erwartungshaltung des Kunden gibt es und wie begegnet der Handel (SEH/LEH und Bio-Fachhandel) dieser Erwartungshaltung?
Die Kunden-Erwartungen werden sicherlich immer heterogener und vor allem multipolarer: eine Grund-Erwartung drückt sich in immer mehr am Convenience-Trend ausgerichteten Sortimenten und dem Wunsch nach einem Full-Service-Angebot aus (alles verfügbar haben, immer punktgenau an dem Ort, an dem ich gerade bin). Daneben gibt es eine Sehnsucht nach dem so genannten „Regrounding“: Begegnung und Nachbarschaftsbezogenheit. Im Kontext Nachhaltigkeit erleben wir eine zunehmend ökoeffiziente Technophilie und parallel dazu eine naturalistische Grundhaltung, die sich eine Rückbesinnung in ökologische Kreisläufe wünscht.

Der Bio-Fachhandel ist generell ein sehr gutes Beispiel für den Haltungs-Spezialisten.

Was heißt das für den Lebensmittel-Handel?
Wir werden einerseits die Generalisten finden, die tatsächlich nicht nur im Sortiment, sondern auch in der Angebotsform immer breiter aufgestellt sein werden. Und wir werden andererseits die Spezialisten finden, die sich einer bestimmten Haltung verschreiben, einem Dienstleistungsprinzip und dieses durchdeklinieren. Persönlich empfinde ich Edeka Zurheide in Düsseldorf als ein Paradebeispiel für den Alleskönner – sehr (technisch) verspielt. Der Bio-Fachhandel ist generell ein sehr gutes Beispiel für den Haltungs-Spezialisten.

Konkret erleben wir eine Vermischung von Handel und Gastro sowie von Einkaufen und Event. Verpackte Produkte einerseits treffen auf direktes und unmittelbares Genießen. Der Handel wird auch Begegnungsstätte.

Herr Spahn, herzlichen Dank für das Gespräch!

ebl beschäftigt 600 Mitarbeiter. Das Filialnetz umfasst 29 Märkte. Fotorecht: NürnbergMesse

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Live und in Farbe: So geht die NürnbergMesse auf Sendung

Das war so nicht geplant. Alles im Kasten und dann das. Während sich die Gäste der aktuellen „3plus1“-Talkrunde noch mit einem munteren Small-Talk verabschieden (unter ihnen die bekennende Club-Anhängerin Katrin Müller-Hohenstein), fährt ein Reisebus an der bodentiefen Glasfront der neuen Messehalle 3C vorbei. Ein Bus in den Farben grün und weiß. Aus der Nachbarstadt, deren Namen manche hier in Nürnberg nicht oder nur mit Mühe über die Lippen bekommen.

Sei`s drum. Der gelösten Stimmung tut das immerhin keinen Abbruch. Die Sendung ist aufgezeichnet. Gut 40 Minuten hat der ehemalige Nachrichtenmann Prof. Sigmund Gottlieb vom Bayerischen Rundfunk mit dem bayerischen Ex-Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein, dem Architekten Johannes Hoffmann aus dem Hause Zaha Hadid und Sportstudio-Frontfrau Katrin Müller-Hohenstein diskutiert. Über die neue Halle 3C, die Funktion von Architektur an sich, über Wahrzeichen und die Strahlkraft von Städten und Regionen, über die NürnbergMesse, Weltoffenheit und den 1. FC Nürnberg.

Tolle Gäste, neue Kulisse, neue Halle: Impression vom 3plus1-Dreh im Juli 2019. Fotorecht: NürnbergMesse

Vielfältige Themen und Gäste

Seit 2015 gibt es das TV-Format „3plus1“ inzwischen. Drei-, viermal im Jahr erörtern drei geladene Gäste mit einem Moderator ein Schwerpunktthema, das mehr oder minder eng mit der NürnbergMesse verbandelt ist. So geht es um Start-Ups in der Region zum Beispiel, die Digitalisierung, Bio-Lebensmittel oder neue Technologien in der Medizintechnik. Gesprächslenker ist Prof. Sigmund Gottlieb. „Der Talk in der NürnbergMesse macht mir sehr großen Spaß“, betont er, während er sich auf den Weg in die Maske macht. Die Themen seien so vielfältig wie die Gäste. Ski-Legende Markus Wasmeier war schon da, die Politiker Christian Schmidt und Dagmar Wöhrl oder auch Rallye-Star Walter Röhrl. Gerne würde er noch einmal über das Thema Start-Ups reden, so Gottlieb weiter – mit innovativen und mutigen Jungunternehmern, die gerne auch ein bisschen quer denken dürfen. „Das finde ich extrem spannend.“

Kleine Unterhaltung am Rand: Der bayerische Ex-Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein im Gespräch mit Moderator Prof. Sigmund Gottlieb. / Fotorecht: NürnbergMesse

Gottlieb ist ein Profi. Er weiß, was er wann und wie sagen will und welche Pause sinnvoll ist. Auch seine Gesprächspartner verstehen ihr Handwerk. Dr. Günther Beckstein findet formschöne Metaphern. Die Glasfront der neuen Halle 3C sei wie ein Schaufenster der Stadt Nürnberg. Ein Symbol für eine wirtschaftsstarke Stadt mit offenen Armen für die Menschen aus aller Welt. Die vielgereiste Katrin Müller-Hohenstein zeigt sich beeindruckt von der hellen und freundlichen Atmosphäre in der neuen Halle. „Wenn man außen vorbeikommt, könnte man hier drinnen auch ein modernes Schwimmstadion vermuten.“ Johannes Hoffmann schmunzelt bescheiden. Der Architekt aus dem Londoner Zaha Hadid-Büro zeichnet verantwortlich für die Halle 3C mit ihren charakteristischen „Baum-Stelen“. Und er gibt das Lob direkt weiter an sein ganzes Team.

Die Profis hinter den Kulissen

Doch nicht nur vor der Kamera, sondern auch hinter den Kulissen von „3plus1“ sind Profis am Werk. Die Kameraleute zum Beispiel. Sie sorgen in stundenlanger Vorbereitung beim Aufbau des Sets dafür, dass sie das richtige Licht und den richtigen Ton treffen. „Dieses Mal ist es eine echte Herausforderung gewesen“, erzählt Tim Wilinski von der „Medienschneiderei“ Pix Byte Media. „Die neue Kulisse in der Halle 3C – das war ein kleiner Kraftakt. Das Tageslicht durch die Glasfronten kommt hier direkt und wird auch noch vom Boden reflektiert. Deshalb hat das Ausrichten ein bisschen länger gedauert.“

Das Kamerateam von Pix Byte Media im Einsatz. Fotorecht: NürnbergMesse

Die neue Kulisse: eine runde Sache in Design und Funktion

Apropos neue Kulisse. Diese wurde vom Messebauer :mesomondo nach gemeinsam mit Pix Byte Media erarbeiteten Entwürfen angefertigt. Eine runde Plattform aus hellem Holz, moderne Sitzmöbel in grau und rot, offen gestaltet mit einem Höchstmaß an Flexibilität. „Uns war dabei wichtig, dass die neue Kulisse vom Design her die Halle 3C widerspiegelt, aber auch flexibel aufgebaut werden kann, sogar im Freien. Unser ganzes Team ist stolz auf dieses neue kleine Meisterwerk,“ fasst Projektmanagerin Janet Schelhorn zusammen.

Erste Ideen wurden bereits im August 2018 zusammengetragen. „Generell sind bei solchen Aufträgen mehrere Abteilungen eingebunden“, erklärt Schelhorn weiter. „Der Vertrieb, die CAD und die Projektleitung, die den Kunden bis zur Fertigstellung des Projektes begleitet.“ Gab es dabei besondere Herausforderungen? „Auf jeden Fall“, so Schelhorn. „Die Monitorstelen und die tragenden Seitenteile der Gesamtkonstruktion waren keine leichte Sache. So durften die Stelen ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten. Zudem mussten wir bei den Seitenteilen eine gewisse Tragfähigkeit garantieren, sie aber gleichzeitig zerteilbar planen. Schließlich sollen sie sie in einen Aufzug passen.“

Die neue Kulisse ist modern, flexibel einsetzbar und passt in einen Aufzug. Fotorecht: NürnbergMesse

Herausgeputzt: immer auf der Schokoladenseite

Visagistin Beate Römler-Grande bereitet Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein auf die „3plus1“-Aufzeichnung vor. / Fotorecht: NürnbergMesse

Während der Aufzeichnung von „3plus1“ ist noch jemand im Dauereinsatz: Beate Römler-Grande. Stets hat sie ein Adlerauge auf die Talkrunde. Die Visagistin und Stylistin rückt die Gäste vor der Aufzeichnung ins rechte Licht. Aber auch während des Drehs achtet sie darauf, dass alle ordentlich aussehen. In den Einspieler-Pausen springt sie auf, pudert nach und zupft Krawatten zurecht. Über zehn Jahre ist sie schon im Geschäft. Folglich hat sie schon vielen Prominenten mit Puder und Schminke eine Schokoladenseite gezaubert. „Es gibt trotzdem noch Momente, in denen ich Lampenfieber habe“, lacht sie. „Aber letztlich sind die VIPs auch nur Menschen. Die einen wollen reden, die anderen sind eher schweigsam. Ich passe mich da an und mache einfach meinen Job.“

Zum Nachschauen in der Mediathek

Die aktuelle „3plus1“-Folge „Strahlkraft für Nürnberg“ wurde am 25. Juli 2019 auf FrankenFernsehen ausgestrahlt. Alle Folgen sind zudem in der Mediathek der NürnbergMesse bzw. auf dem Youtube-Kanal der NürnbergMesse zu sehen.

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Yulia Putintseva gewinnt in Nürnberg

Am Finaltag des Nürnberger Versicherungscups strahlt Yulia Putintseva mit der Sonne um die Wette. Die 24-jährige Kasachin verbuchte gegen Tamara Zidansek das Finale des WTA-Turniers in Nürnberg für sich. Für beide Spielerinnen ging es beim zweitgrößten deutschen Damentennis-Turnier um ihren ersten Titel auf der WTA-Tour. Nach exakt 2:17 Stunden Spielzeit applaudierten die rund 1.800 Zuschauer für den hart erkämpften Sieg von Putintseva. Sie bezwang im Halbfinale Sorana Cirstea aus Rumänien und erkämpfte sich vor allem im Viertelfinale – beim wohl längsten Match in der Geschichte des Turniers gegen Anna-Lena Friedsam (3:21 Stunden Spielzeit) – die verdiente Spitze des Siegertreppchens.

Doch auch die 21-Jährige Slowenin, Tamara Zidansek, beeindruckte durch ihre große Unbekümmertheit und ihren abwechslungsreichen als auch aggressiven Spielstil. Zwar besitzt Putintseva deutlich mehr Erfahrung als die Nummer 68 der Weltrangliste, jedoch bewies Zidansek besonders für ihr Alter starke Nerven und einen selbstbewussten Ehrgeiz.

Gabriela Dabrowski (links) und Yifan Xu gewinnen im Doppel; Fotorecht: Getty Images

Im Doppel konnten Gabriela Dabrowski aus Kanada und ihre Partnerin Yifan Xu aus China ihrer Favoritinnen-Rolle gerecht werden und das Finale gegen Sharon Fichmann, ebenfalls aus Kanada, und Nicole Melichar aus den USA, mit 4:6, 7:6 und 10:5 für sich gewinnen.

Auch wenn es keine der deutschen Spielerinnen ins Finale geschafft hat, konnten sich die Zuschauer des diesjährigen WTA Turniers in Nürnberg dennoch über ereignisreiche Matches und starke Teamleistungen freuen.

 

Den Tennisprofis ganz nah

Einblicke hinter die Kulissen des WTA-Turniers erhielten Nadine Blamberger und Elfrun Maurer von der NürnbergMesse. Den Tennisprofis einmal so nah wie möglich zu sein und bis in die letzten Katakomben des Tennisstadions geführt zu werden, begeisterte beide Tennisfans.

Den Tennisprofis ganz nah: Blick hinter die Kulissen mit Barbara Rittner (Mitte) für Elfrun Maurer (links) und Nadine Blamberger von der NürnbergMesse. Fotorecht: MatchMaker Event GmbH / Tobias Höfinger

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Starkes Bekenntnis für Europa

Im vergangenen Jahr beteiligten sich rund 8.000 Aussteller und über 179.000 Besucher aus der Europäischen Union (ohne Deutschland) an den Fach- und Publikumsmessen in Nürnberg. Damit machen Italiener, Österreicher, Franzosen, Niederländer und weitere Nationen rund 57 % der ausländischen Aussteller bzw. 63 % der ausländischen Besucher aus. Viele von ihnen kommen aus den „neuen“ EU-Staaten wie Polen und Tschechien, die sich 2004 der Europäischen Union angeschlossen haben. Das war nicht immer so. Denn jahrzehntelang blockierte der Eiserne Vorhang internationale Handelswege, die sich seit dem Mittelalter – von Nord nach Süd, von West nach Ost – in Nürnberg kreuzten.

Als europäisches Handelszentrum hat Nürnberg eine lange Tradition. Im Zentrum des Kontinents gelegen entwickelte sich die „freie Reichsstadt“ schon im Mittelalter zum Dreh- und Angelpunkt für Waren aus ganz Europa. Sogar Produkte aus Asien und Afrika gingen mit den Nürnberger Kaufleuten auf Reisen. „Nürnberger Tand geht durch alle Land“ etablierte sich schnell als deren „Slogan“.

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs positionierte sich Nürnberg wieder im Herzen Europas, Handelsbeziehungen in Richtung Osten blühten neu auf. Die Gründung der Europäischen Union und ihr wachsender Binnenmarkt sorgten für einen weiteren Wachstumsschub. Davon profitierte besonders die NürnbergMesse: So ist seit dem Fall des Eisernen Vorhangs keine andere Messegesellschaft in Deutschland so stark gewachsen: Um den Faktor 19 wuchs der Umsatz der NürnbergMesse seitdem.

Polen: wichtiger Handelspartner für Deutschland – und die NürnbergMesse

Polens Wirtschaft boomt. Eindrucksvoll zeigt sich die rasante Entwicklung in der Hauptstadt Warschau. Foto: iStock/marchello74

Spürbar ist das geeinte Europa im Messezentrum Nürnberg: Insbesondere die Beteiligung aus den „neuen“ EU-Staaten, die 2004 Mitgliedstaaten wurden – allen voran Polen. Seit über zwei Jahrzehnten ist Deutschland der mit Abstand wichtigste Handelspartner seines östlichen Nachbarns. Über 28 Prozent der polnischen Exporte werden nach Deutschland eingeführt, umgekehrt stammen rund 23 Prozent der polnischen Importe aus Deutschland. Von diesem Trend profitiert die NürnbergMesse: Rund 13.500 Fachbesucher und 450 Aussteller aus Polen zählte die Messegesellschaft 2018. Polen rangiert damit auf Platz 5 im internationalen Besucherranking und auf Platz 9 bei den internationalen Ausstellern am Messeplatz Nürnberg.

Für NürnbergMesse-CEO Peter Ottmann ist die wachsende Beteiligung aus Polen eine von vielen Erfolgsstorys, welche die Messegesellschaft der Europäischen Union zu verdanken hat: „Die NürnbergMesse profitiert enorm von Europa. Auf den Fachmessen und Kongressen in Nürnberg treffen sich Menschen aus allen europäischen Ländern. Mit einer internationalen Beteiligung von bis zu 82 Prozent sind unsere Veranstaltungen ohne Europa gar nicht mehr denkbar.“

Die neue Halle 3C in den europäischen Farben Blau und Gold. Foto: NürnbergMesse/Heiko Stahl

Mit einem leuchtenden Bekenntnis für Europa beteiligte sich die NürnbergMesse am „Europa-Tag“: Wie Rathäuser und Denkmäler in ganz Europa erstrahlte auch die neue Halle 3C der NürnbergMesse am 9. Mai in den europäischen Farben Blau und Gold. Für CEO Dr. Roland Fleck ein klares Statement für Europa: „Seit ihrer Gründung garantiert die Europäische Union Frieden, Prosperität und freie Märkte. Die Grundlagen also für Handel und Wachstum – und für die Erfolgsgeschichte der NürnbergMesse.“

Die Europawahl am 26. Mai unterstützt die NürnbergMesse übrigens auch in der Praxis: So werden im Messezentrum Nürnberg Stimmzettel der Briefwahl ausgezählt.

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