1964: Messeziele wachsen über das Ordergeschäft hinaus

Werbemarken aus den 1960er Jahren: Internationale SPIELWARENMESSE, Nürnberg 1964 - bauma, München 1963 - EUROSHOP, Düsseldorf 1966 - Deutsche Funkausstellung, Stuttgart 1965 - Deutsche Industrie Ausstellung, Berlin 1963 (Fotos © AUMA)„Nicht das Orderbuch allein, sondern Kontakte, Beurteilung der Marktlage, Vergleich eigener Entwicklungen mit denen konkurrierender Unternehmen, Anregungen für neue Verwendungen, für die Erweiterung oder Beschränkung des Produktionsprogrammes sind zusätzliche Komponenten für die Bewertung einer Beteiligung über die rechnerisch gewonnenen Werte hinaus.“ Diese Aussage über Messeziele von Ausstellern könnte ein Consultant glatt im Jahr 2018 gemacht haben, zumindest so ähnlich. Tatsächlich ist dieser Satz aus einer Publikation des AUMA genau 54 Jahre alt!

Das Verblüffende: Viele „Nebenziele“, die auch heute noch Relevanz haben, sind bereits genannt. Die Möglichkeiten, die Messen bieten, über die klassischen Ziele hinaus wie Vorstellung von Innovationen oder Gewinnung neuer Kunden, sind offensichtlich schon ziemlich lange bekannt. Fragt sich nur, ob sie nicht vor über 50 Jahren nur von ein paar Vorreitern verfolgt wurden. Und nutzt heute wirklich eine große Mehrheit das ganze Spektrum? Laut AUMA MesseTrend setzen sich ja Aussteller acht Messeziele, aber eben nur im Durchschnitt. Es dürfte also immer noch eine Menge Aussteller geben, die sich auf vier oder weniger Ziele beschränken. Die Klage, wir haben nichts verkauft, also war die Messe schlecht, gibt es manchmal auch heute noch, zumindest bei kleineren Unternehmen.

Vielleicht feiern wir auch nur 50 Jahre Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Aber in Zukunft wird bestimmt alles besser.

Foto links: Werbemarke der ELECTRONICA, München 1964 © AUMA

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Mit dem bvik auf der InnoTrans: Messetipps von Ausstellern

Das Erstellen von Messekonzepten kann man lernen – dazu gibt es viele Experten, die man fragen, und Fachliteratur, in der man nachschlagen kann. Oder man versucht, sich durch einen Messebesuch von anderen inspirieren zu lassen. Welche Vorüberlegungen und Entscheidungen aber wirklich hinter dem fertigen Messestand stecken, lässt sich oft nicht durch Augenschein erfassen. Deshalb bietet der Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik) seinen Mitgliedern, unter denen es viele messeaffine Unternehmen gibt, regelmäßig Rundgänge und Vorträge an, um Messe-Insights live vor Ort zu bekommen. Der AUMA konnte in Berlin als Gast dabei sein.

Zur InnoTrans 2018 präsentierten am 19. September 2018 Dr. Martin Platzer (Senior Vice President Bereich Schiene, voestalpine AG) und Nobert Schrangl (SPS MARKETING GmbH) im City Cube der Messe Berlin Strategie und weltweites Kommunikationskonzept der Schienen-Sparte der voestalpine AG, deren neue, globale Wortbildmarke „Railway Systems®“ mit dem Claim „Performance on Track“ und einem aufwändigen Messestand-Konzept auf der Messe ihren Kick-Off erlebte.

Begrüßung durch Rainer Pfeil, Vorstand bvik HERRENKNECHT: App-gestützte Präsentation KNORR BREMSE: Exponat mit elektronischer Ergänzung statt VR VOITH: Thematische Orientierung an gesellschaftlichen Megatrends

 

Beim anschließenden Gang über die Messe, wurden die die Stände von HERRENKNECHT, KNORR-BREMSE und VOITH besucht, die jeweils ganz eigene Besonderheiten und Problemlagen bei der Kommunikation ihres Portfolios zu bewältigen hatten. Verantwortliche gaben Auskunft über Vorüberlegungen zum Messeauftritt und standen für Fragen bereit. So stellt HERRENKNECHT Tunnelvortriebstechnik aus, riesige Maschinen, mit denen unterirdische Bohrungen vorgenommen werden können, und deren schiere Größe und auch ihr unwegsames Einsatzgebiet es beinahe unmöglich machen, geeignetes Bild- und Filmmaterial für das Marketing herzustellen. Dieses Problem löste das Standkonzept durch ein verkleinertes Modell einer Maschine, deren Funktionsweise mit Hilfe einer App und einem Tablet interaktiv demonstriert werden konnte.
Am Stand von KNORR BREMSE erfuhren die Teilnehmer, dass es bei dieser Firma kaum noch die Erwartung gibt, neue Laufkundschaft zu gewinnen. Das Standkonzept setzt deshalb fast ausschließlich auf Bestandskundenpflege und beinhaltet eine Vielzahl von Besprechungsräumen und einen eigenen Counter für das Termin-Management. Der Standbereich, in dem Exponate in Szene gesetzt werden, dient der Demonstration und der Überbrückung von Wartezeiten für Terminkunden. Dort hatte man sich für echte Bauteile als Exponate entschieden sowie damit verbundene computergestützte Präsentationstechnik. Das Anfassen sei in der Branche sehr wichtig, und mit dem Einsatz von Virtual Reality-Brillen hatte man sich wegen des starken Andrangs und hygienischer Bedenken nicht anfreunden können. Bei VOITH hatte man sich für den Messeauftritt an Megatrends orientiert und die Produkte im Zusammenhang mit Themen wie Sicherheit, Nachhaltigkeit und Effizienz in Szene gesetzt.

Impressionen vom InnoTrans-Rundgang des bvik

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1978: Der Messeplatz Deutschland wird „erfunden“

Werbemarken aus den 1970er Jahren: Rehabilitation, Düsseldorf 1977 - Hogaka, Karlsruhe 1977 - interstoff, Frankfurt a.M. 1977 (Fotos © AUMA)Angesichts des verschärften Wettbewerbs in der Wirtschaft generell, und auch in der internationalen Messewirtschaft, entstand Mitte der siebziger Jahre die Idee, die deutsche Messebranche als Ganzes stärker zu profilieren, auch über die bestehende Gemeinschaftswerbung für das deutsche Messeangebot hinaus. Ziel war es insbesondere, mehr Besucher für die Angebote der ausstellenden Wirtschaft zu interessieren. Der zusammen mit einer Agentur entwickelte Begriff Messeplatz Deutschland sollte symbolisieren, dass das Gesamtangebot der Veranstalter mehr ist als nur die Summe seiner Teile. Denn die Bundesrepublik bot bereits damals für nahezu alle Branchen renommierte Messen und außerdem – trotz allen Wettbewerbs – ein weitgehend überschneidungsfreies Angebot im Bereich der internationalen Messen.

Internationale Eisenwarenmesse, Köln 1977 Huhn & Schwein, Hannover 1977 Inhorgenta, München 1977 Maimarkt Mannheim, 1977

Werbemarken aus den 1970er Jahren (Fotos © AUMA)

Einigkeit bestand aber darüber, dass diese Idee nur dann glaubwürdig bleiben konnte, wenn die Weiterentwicklung der deutschen Messewirtschaft im kooperativen, nicht im konfrontativen Wettbewerb erfolgt. Die Aktion Messeplatz Deutschland verstand sich als Kommunikationskonzept, das Werbung und PR-Aktivitäten im In- und Ausland umfasste. Die Realisierung dieses Konzepts prägte die Arbeit des AUMA in den folgenden Jahren, auch durch erstmalige Präsentationen in Ländern außerhalb Europas. Der Begriff Messeplatz Deutschland setzte sich sehr schnell durch und wurde Teil des Sprachgebrauchs in der Fachöffentlichkeit. Er steht heute quasi selbstverständlich für die Gesamtheit der internationalen Messen in Deutschland.

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Nicht nur Messen leben von Innovationen: Zu Gast bei der Start-up Night der Kreativen

"Wow": Bei so viel Innovationskraft mutiger Unternehmer ein passender Ausspruch.Was haben Messen und die Kultur- und Kreativwirtschaft gemeinsam? Eine Antwort darauf bot die diesjährige “Start-up Night der Kreativen” im Bundeswirtschaftsministerium am 27. Februar. 32 Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs „Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands 2017“ stellten hier ihre Projekte und damit ihr branchenübergreifendes Potential vor. Bei der Veranstaltung der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung mit über 300 Gästen zeigte sich, dass Kreativunternehmer Change Maker – also Wegbereiter – der deutschen Wirtschaft sein können. Denn die Fähigkeit, branchenübergreifend und gleichzeitig innovativ zu sein, bietet ein großes Wachstumspotential für die Wirtschaft. Auch die Politik hat diese Stärken erkannt, so dass die geschäftsführende Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries bei ihrer Eröffnungsrede die Branche aufforderte, lauter zu werden.

Was ist nun so innovativ an der Kultur- und Kreativwirtschaft?

Beispiele: „Heyfair“ – ein farbiges Hand-Desinfektionsmittel, das nach 120 Sekunden unsichtbar wird und somit die Möglichkeit bietet, zu kontrollieren, ob alle Stellen sorgfältig desinfiziert sind. Oder die „Floating Food Farm“ – schwimmende Gärten, bei denen Lebensmittel im und mit Wasser angebaut werden. Durch dieses nachhaltige Verfahren wird der bisher ungenutzte Raum der Wasseroberfläche sinnvoll und energieschonend zur Lebensmittelproduktion genutzt. Auch der Insekten-Riegel „Swarm Protein“ als ökologische Proteinquelle für Sportler oder der Instant Messenger „Privalino“, der Kinder vor Online-Grooming schützt, zeugen von der Innovationskraft der Kultur- und Kreativwirtschaft. Es sind eine andere Herangehensweise, eine Schnittstellen-Kompetenz und Perspektivwechsel, die diese Branche auszeichnen.

Start-up Night der Kreativen: Das sind die Preisträger 2017 des Wettbewerbs „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ AUMA-Referentin Ruth Nicola (li.) mit der Unternehmerin von "Darkdirndl Arts & Crafts". Ministerin Brigitte Zypries hielt die Keynote bei der "Start-up Night der Kreativen". Die Präsentation des Preissiegers von "Heyfair".

 

Auf Messen werden seit jeher Neuheiten gezeigt: Sie sind die Bühnen für Innovationen. Damit bieten sie eine sehr gute Voraussetzung, um der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland mehr Wahrnehmung und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Der AUMA intensiviert derzeit die Kontakte zum Kompetenzzentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft, um die Potenziale dieser Branche weiter in die Messewirtschaft zu integrieren.

Fotos: Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes / William Veder

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