Wer ist der Innovativste im Land?

Oder gar auf der Welt? Diese Fragen drängen sich geradezu auf, wenn man die Forschungs- und Technologie-Halle der Hannover-Messe betritt. Zunächst einmal fällt der Wettbewerb der deutschen Bundesländer ins Auge. Von Nord bis Süd, von West bis Ost – nur Innovationsparadiese, und die Studenten, die die Forscher und Erfinder von morgen werden wollen, können sich vermutlich kaum entscheiden – und die Fachbesucher, die Innovationen suchen, wohl auch nicht. Da muss doch auch Deutschland als Ganzes an der Spitze liegen – in der Welt oder wenigstens in Europa! Dann begegnet einem ein Stand, der ebenso sachlich wie selbstbewusst darauf hinweist, dass die Schweiz laut European Innovation Scoreboard das innovativste Land Europas ist – nach dem Ranking des Global Innovation Index sogar weltweit.

Muss man da in Depressionen verfallen? Natürlich nicht, denn eine Recherche führt zu einem Ranking des World Economic Forum, und da ist Deutschland Erster. Also doch! Mit der Einschränkung, dass ein drittes Innovations-Ranking – von Bloomberg – Südkorea an der Spitze sieht.

Da ist ja so ähnlich wie bei der Suche nach der größten Messe der Welt: Denn je nach Maßstab – Aussteller, Fläche oder Besucherzahl – gibt es drei verschiedene Sieger. Erschwerend kommt hinzu, dass es für die drei Kriterien weltweit durchaus unterschiedliche Definitionen gibt, trotz UFI, ISO etc. Aber das gilt wohl auch für die Ermittlung von Innovations-, Service- und anderen Champions. Das Prinzip „Es kann nur einen geben“ ist im Ranking-(Un)wesen offensichtlich unbekannt.

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Neues Netzwerk bei der Fruit Logistica

Welche Rolle spielen Frauen in der internationalen Frischfruchtbranche?

FRUIT LOGISTICA 2019 - Messe BerlinDiese Frage stellte sich das erste „Global Women’s Network“ bei der Fruit Logistica am letzten Messetag. „Es ist an der Zeit, die Leistung und Bedeutung der Frauen in unserer Branche aufzuzeigen und deutlich zu kommunizieren“, sagte Julie Escobar, Mitinitiatorin des Forums. „Unser Netzwerk soll deshalb nicht nur neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Es soll auch Frauen im Frischfruchthandel inspirieren, sich miteinander zu vernetzen und sich in ihrem Berufsleben dabei zu unterstützen, eine bessere Führungskraft zu werden.“

Bei der international besetzten Podiumsdiskussion mit fünf Frauen aus dem Fruchthandel wurde schnell deutlich, dass der professionelle Austausch unter Frauen für die gesamte Branche gewinnbringend ist. Dennoch sind die Voraussetzungen für Frauen auch in dieser Branche nicht dieselben wie für die Männer. Und dafür braucht es ein solches Forum, bei dem diese zu Wort kommen und eigene Strukturen aufgebaut werden können.

Die im November 2018 veröffentlichte Studie des Weltmesseverbandes UFI „Women in Exhibitions“ hat dieses Thema ebenfalls aufgegriffen. Auch hier wurde deutlich: Frauen und deren Stärken werden unterschiedlich wahrgenommen. Ihr Fazit: Es braucht mehr Berichterstattung, Austausch und Plattformen, mit denen sich Frauen vernetzen können. Was liegt da näher, als eine solche Plattform dort zu schaffen, wo sich ohnehin alle treffen: auf den Branchenmessen selbst. Die Fruit Logistica hat damit einen gelungenen Anfang gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass dem guten Beispiel viele Messen folgen werden.

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Fünf Empfehlungen für professionelle Messekommunikation

Interaktive Tools bieten eine gute Möglichkeit, um den Messebesuchern Produkte zu präsentieren und sorgen für ein ganzheitliches Markenerlebnis. Durch Hightech am Stand lässt sich Technologieführerschaft sichtbar machen. Bildquelle: bvikDer Bundesverband Industrie Kommunikation (bvik) ist ein Querschnittsverband für Unternehmen und Dienstleister im B2B-Sektor. Seit 2011 führt der Verband jährlich eine Befragung bei den Marketing-Verantwortlichen zu ihren Marketing-Budgets durch. Seine 150 Mitglieder sind auch sehr messeaktiv. Wir freuen uns, die Messe-Empfehlungen des Verbandes als Gastbeitrag von Tanja Auernhammer, Leiterin der Geschäftsstelle des bvik, in unserem Blog zu veröffentlichen.

Tanja Auernhammer:

Ausgangslage: B2B-Marketing-Budgets steigen
Je digitaler die Welt, umso größer ist offenbar das Bedürfnis nach persönlichen Kontakten. Gerade im Industrie-Sektor spielt Vertrauen bei der Kaufentscheidung eine zentrale Rolle. Die Messe behauptet sich daher vielen Unkenrufen zum Trotz in der Industrie konsequent als wesentliches Element im Marketing-Mix. Seit Jahren geben B2B-Marketingverantwortliche laut der jährlichen Marketing-Budget-Studie des Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik) etwa 40 Prozent ihres Jahresetats für Messen und Live-Events aus. Die durchschnittlichen Gesamtbudgets für B2B-Marketing und -Kommunikation haben sich seit dem Jahr 2015 signifikant erhöht und sind von 1,73 Mio. EUR in 2015 auf 2,62 Mio. EUR in 2017 gestiegen. Auch die Budgets für Messen sind seit der ersten Befragung im Jahr 2011 um rund fünf Prozent gewachsen. Dies hat vielschichtige Gründe und ist auch ein Zeichen dafür, dass sich der Stellenwert des Marketings in der Industrie erhöht hat. Allerdings kann dies erst der Anfang sein, denn gerade im Prozess der digitalen Transformation leistet professionelle Marketing-Kommunikation einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfungskette. Um erfolgreiches Messe-Marketing zu betreiben, gibt es einige Empfehlungen, die man beachten sollte:

1. Kennzahlen schaffen Transparenz
Der Konkurrenzdruck aus dem In- und vor allem Ausland steigt immer mehr, die Aufgabenfelder im Marketing vervielfältigen sich, die Investition in eine Fachmesse muss sich daher unter dem Strich rechnen. Entscheider tun gut daran, Zeit und Ressourcen in die Erstellung einer durchgängigen zahlengestützten Markenstrategie zu investieren. Für Großprojekte wie Messen sollten vorab relevante Key Performance Indikatoren definiert und nach Abschluss gemessen und ausgewertet werden: Hat sich die Zahl der Neukunden durch gezielte Einladungsmaßnahmen wie gewünscht erhöht? Konnten Standmitarbeiter ausreichend interessante Leads generieren? Wie viele Verkaufsgespräche wurden geführt und wie hoch war das Engagement der Stammkunden? Die Zeit ist schnelllebiger geworden, neue Technologien und Trends verunsichern die Geschäftswelt und vernebeln einem gelegentlich die Sicht. Aber bei einer genauen Analyse von Plan- und Ist-Zahlen wird eine realistische Bewertung des Messegeschäfts möglich. Dabei reicht oft eine Fokussierung auf wenige relevante Kennzahlen, die im Idealfall in ein Kennzahlensystem eingebettet sind. Konzepte auf dieser Basis weiterzuentwickeln, ist wesentlicher Bestandteil der professionellen Messekommunikation.

2. Markenbotschaft und Content-Angebot stimmig durch alle Kanäle
Kunden kommen heute in der Regel deutlich informierter zum Messestand: Per Website, Social Media oder – teils automatisierte – Mailingangebote können Gespräche mit dem Kundenberater vor Ort perfekt angebahnt und vorbereitet werden. Besonders im B2B-Bereich ist die Customer Journey extrem komplex. Je individueller Menschen in ihrer aktuellen Problemlage abgeholt werden, umso höher sind die Erfolgsaussichten für den Verkäufer. Ein professioneller, durchgängiger Markenauftritt mit einem breitgefächerten Content-Angebot ist dabei die Grundlage. Gezielt und strategisch passgenau eingesetzt unterstützen die Inhalte und Informationen die Interessenten in ihrer jeweiligen Phase der Kaufentscheidung im Vorfeld einer Messe. Marketing- und Kommunikationsabteilungen werden durch die neuen Möglichkeiten und Erwartungshaltungen jedoch mit zahlreichen neuen Hürden und Herausforderungen konfrontiert. Die Umsetzung der neuen Datenschutzrichtlinien nach der EU-DSGVO ist im Kontext des Leadmanagements auf Messen sicherlich eine davon.

3. Technologieführerschaft statt breiter Produktpräsentation
Messe-Entscheider tun grundsätzlich gut daran, eine gesunde Balance zwischen Kundenansprache und Produktvielfalt am Messestand zu finden. Oftmals führt dies vorab zu internen Kämpfen zwischen der Marketing- und Vertriebsabteilung, eine Kompromissfindung wird durch eine zahlenbasierte Markenstrategie wie oben skizziert in jedem Fall erleichtert. Professionelle Messekommunikation beinhaltet ein ganzheitliches Konzept von Markenbotschaft, eingesetzten Materialien, Standelementen wie Beleuchtung, akustischen Features und Hightech-Anwendungen. Alle eingesetzten Medien und Materialien müssen auf die Markenbotschaft einzahlen und dabei die Bedürfnisse des Messebesuchers in den Mittelpunkt stellen. Je nach festgelegtem Messeziel sollten sich Marketingverantwortliche für passende Präsentations- und Cateringkonzepte mit entsprechender Fokussierung entscheiden.  Es lohnt sich, ausreichend Zeit und Mittel in die Erstellung der Messekonzeption zu investieren. Professionelle Partner mit Schwerpunkt auf B2B-Kommunikation sind hier hilfreich. Intern empfiehlt es sich, abteilungsübergreifend mit agilen Methoden und gemischten Teams aus Spezialisten der verschiedenen Bereiche zu arbeiten: Marketer mit Digital-Know-how werden die Taskforce ebenso bereichern wie Messe-Profis mit Vor-Ort-Erfahrung und Vertriebsmitarbeiter mit langjährigem Kundenkontakt.

4. Markenerlebnis mit Sinn, Gefühl und Verstand
VR-Anwendungen ermöglichen gerade im B2B ganz neue Produkterlebnisse. Technisch hochkomplexes kann durch raffinierte Animationen in einen für den Kunden sinnhaften Kontext eingebunden werden. Emotionale Elemente bereichern nicht nur die Anwendung, sie schaffen erstmalig ein nahezu ganzheitliches Produkterlebnis. Menschen möchten beeindruckt und in ihrem gesamten Wesen angesprochen werden. Daher verschwinden Messestände, die eher an „Gemischtwarenhandlungen“ oder Produktausstellungen erinnern, immer mehr von der Bildfläche. Wer seinem Wettbewerb mit Erfolg die Stirn bieten möchte, der sollte am Messestand interaktive Tools und Virtual-Reality-Erlebnisse nicht außen vor lassen. Mit Hightech am Stand lässt sich ein Anspruch auf Technologieführerschaft in seinem Segment selbstbewusst nach außen tragen. Doch Vorsicht vor zu viel Technikverliebtheit! Digitale Elemente sollten immer als Hilfsmittel gesehen werden, um Botschaften zu vermitteln. Sie sind niemals ein Ersatz für das persönliche Gespräch, sondern höchstens eine sinnvolle Ergänzung.

5. „Digital Guidance“ entlang der Social Journey
Bis vor wenigen Jahren spielten Social Media in der Kommunikation mit B2B-Kunden noch kaum eine Rolle. Dies hat sich mittlerweile geändert und gerade im Bereich der Messevermarktung erhalten die sozialen Kanäle eine starke Belebung. Bereits frühzeitig vor dem Messebeginn können Messekampagnen über Facebook und zunehmend auch über Twitter, LinkedIn, XING oder Instagram gelauncht und durchgeführt werden, um sich als Aussteller einen festen Platz im übervollen Kalender der Kunden zu sichern. Dies erfordert neben dem entsprechenden Fach-Know-how versierte Social-Media-Manager, die die zeitintensiven Kampagnen planen und kanalgerecht platzieren. Daran scheitern im Moment noch viele Unternehmen im deutschen Mittelstand. Um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, sollte man sich personell in diesem Bereich professioneller Marketingkommunikation verstärken. Zumal auch Themen wie Live-Berichterstattung vom Messestand weitere Chancen eröffnen.

Über die Vernetzung via Social Media hinaus kann die Einführung einer eigenen Messe-App lohnenswert sein. Über dieses Tool können Sie ihre Kunden bereits im Vorfeld informieren und vor Ort mit passgenauen Service-Angeboten versorgen. Ein schöner Nebeneffekt im Sinne der anfangs erwähnten Erfolgsmessung: Digitale Tools und alle Social-Media-Plattformen bieten Dashboards, die zur Erfolgsauswertung eines Events sinnvoll beitragen können.

Auch bei den bvik-Veranstaltungen 2019 ist die Messe ein Fokus-Thema.

Über die Autorin
Tanja Auernhamer studierte Germanistik, Geschichte und Anglistik in Augsburg und Birmingham (Großbritannien). Nach einigen Jahren als Marketing-Managerin und Marketing-Leiterin im Verlagswesen kam sie 2013 als Verbandsreferentin zum Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. Seit 2016 leitet sie die bvik-Geschäftsstelle im Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.

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Messewirtschaft weltweit – UFI sieht fünf Trends für 2019

Für die Messe- und Business-Event-Branche war das Jahr 2018 weltweit ein denkwürdiges Jahr. Dabei richtete sich die Aufmerksamkeit insbesondere auf Unternehmenszusammenschlüsse, Veränderungen bei den Veranstaltungsformaten, die sog. „Festivalisierung”, und eine veränderte globale Landschaft. // Gastbeitrag von Kai Hattendorf

Wie jedes Jahr nutzte das UFI-Team den Global Congress unseres Verbandes sowie zahlreiche separate Gespräche rund um den Globus zur Ermittlung der Kernthemen, die unserer Meinung nach im Jahr 2019 die Messebranche weltweit beeinflussen werden. Heute möchten wir Ihnen diese „fünf Trends der UFI für 2019” vorstellen:

1. Veränderung der Handelsstrukturen und nervöse Weltwirtschaft

Inmitten eines weltweiten Klimas der politischen Spannungen, von Protektionismus und Fake News verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum. Die letzten IWF-Prognosen deuten auf rauere Zeiten für die Weltwirtschaft hin; dabei werden Protektionismus und neue Zölle als Hauptursache genannt. Allein die Zölle zwischen den USA und China dürften das Wachstum der Weltwirtschaft langfristig um 0,4 % schmälern. Selbst ohne diese zusätzliche Belastung ist es insbesondere auf den reifen (traditionellen) Messemärkten schwierig geworden, die Wachstumsraten zu halten: Die CEIR-Daten zeigen, dass unsere Branche in sieben der letzten acht Quartale in den USA im Vergleich mit der US-Wirtschaft insgesamt ein unterdurchschnittliches Wachstum verzeichnete.

So überrascht es kaum, dass laut zahlreichen Umfragen immer mehr US-Veranstalter außerhalb ihres eigenen Landes nach Geschäftsmöglichkeiten suchen. Parallel dazu kam es 2018 zum ersten Mal überhaupt dazu, dass ein chinesischer Veranstalter eine Mehrheitsbeteiligung an einer Fachmesse außerhalb Chinas übernahm. Wir werden es erleben, dass Akteure der beiden größten Binnenmärkte der Welt im Ausland nach Optionen suchen. All dies bietet neue Möglichkeiten für Partnerschaften zwischen Veranstaltern aus unterschiedlichen Märkten und das Nutzen gemeinsamer Interessen.

2. DIGITAL ist überall – aber DIGITAL ist nicht alles

Zehn Jahre nach der massenhaften Verbreitung von Social Media und der Zunahme von Smartphones ist es an der Zeit, die Diskussion über die Rolle der Digitalisierung in unserer Branche zu beenden. Heute ist die Digitalisierung einfach überall – im Ausstellungsbereich, im Büro des Managers, im Messe-Erlebnis des Kunden. Da Digitalisierung heute so normal wie Strom aus der Steckdose ist, ist sie zu einer Ware geworden (ebenso wie übrigens die Messesicherheit). Die Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) durch die Europäische Union führt uns zu einer „neuen Normalität“ in der Art und Weise, wie wir als Branche mit Kundendaten umgehen und die entsprechenden internen Ressourcen dafür aufbauen.

Datenverarbeitung und Datensicherheit werden in der Zukunft wichtige Themen sein. Da die Messemarken rund um den Globus das ganze Jahr über zunehmend digital mit ihren Kunden und der Öffentlichkeit kommunizieren, wird der operative Umgang mit Daten genauso wichtig wie der operative Umgang mit den Ausstellern und Besuchern selbst.

3. Die Schaffung der richtigen Grundlagen trägt viel zur Schaffung von Erlebnissen bei

Viele Jahre lang wurde das Wort „Show“ im Wort „Show floor“ so verstanden, dass die Messeteilnehmer ihre Produkte und Dienstleistungen ausstellen. Für die Generation der Millennials und Post-Millennials geht es aber ebenso um die „Show”, die ein Messeveranstalter um seine Ausstellung herum aufzieht.

„Festivalisierung” ist ein Schlagwort, das auch wieder verschwinden wird – zu Recht. Wir tun jedoch gut daran, genau auf unsere Kunden und ihre Forderung nach sehr persönlichen und individuellen Erfahrungen bei der Teilnahme an einer Messe zu hören. Da die Überschneidung zwischen Messen und Kongressen/Konferenzen weiter zunimmt, gibt es Möglichkeiten, dies auch aktiv umzusetzen – und all jene, die diese sich wandelnden Anforderungen nicht beachten, gehen ein Risiko ein.

Nach der Befragung von mehr als 13.000 Messebesuchern weltweit für die Studie „Global Visitor Insights“ von UFI/Explori verfügen wir über fundierte Informationen über die sich verändernden Erwartungen der Besucher. Einige Besucher sind „messemüde” (weniger in den Entwicklungsländern als in den entwickelten Ländern, wobei der höchste Anteil – 25 Prozent – auf Nord- und Südamerika entfällt). Die Besucher berichten, dass ihr Interesse an anderen Kanälen, etwa Online-Marktplätzen und -Konferenzen, im Vergleich mit Fachmessen voraussichtlich erheblich steigen wird.

Sowohl die Veranstalter als auch die Veranstaltungsorte sind gut beraten, nie zu vergessen, dass sie bei den „Brot und Butter“-Themen höchste Qualität bieten müssen, denn aus Sicht des Messekunden sind die Knackpunkte überraschend einfach – die fünf wichtigsten sind: Sitzbereiche, Catering, die Wartezeit im Eingangsbereich, Parkplätze und Ausstellerqualität. Die Veranstalter können viel zur Zufriedenheit der Besucher beitragen, wenn sie diese fünf Faktoren im Griff haben.

4. Konsolidierung und Kooperation

Wir konnten in den letzten zwei Jahren intensive Übernahmeaktivitäten beobachten, was unsere Branche drastisch verändert hat. Ferner werden weltweit mehr und bessere Ausstellungsflächen errichtet, wie die World Map of Venues der UFI zeigt. Für 2019 erwarten wir die Eröffnung des wohl weltgrößten Messezentrums in Shenzhen. In unsere Branche fließen Milliarden Dollar. Und alle Zeichen deuten momentan darauf hin, dass unsere Branche trotz der weniger positiven Konjunkturaussichten für Investoren auf der Suche nach soliden, mittelfristigen Renditen attraktiv bleibt.

Der Mix der Akteure in der Branche ist weiter vielfältig: börsennotierte Unternehmen, Veranstalter und Messeplatzbetreiber in öffentlichem Eigentum, Familienunternehmen, Entrepreneure und Regierungsstellen. Die wachsende Zahl der „branchenfremden Investoren” lässt die Preise auf neue Höhen ansteigen; es bleibt jedoch abzuwarten, ob all diese Wetten auf das Wachstum erfolgreich sein werden. Dem Ruf unserer Branche kommt dieser Trend aber sicherlich zugute. Er hilft unseren Stakeholdern, die wirtschaftlichen Auswirkungen, die jede Messe und jeder Messeplatz täglich generiert, besser zu verstehen.

5. Vielfalt in Führungspositionen

Schaut man sich die Teams an, die Messen rund um den Globus organisieren und ausbauen und die Messeplätze betreiben, findet man ein breites Spektrum an Kompetenzen, Nationalitäten und Qualifikationen. Langsam, aber sicher schlägt sich dies in unserer Branche auch in den Führungspositionen nieder. In den letzten zwei Jahren konnte man rund um die Welt stetige Berufungen in Spitzenpositionen beobachten, mit denen die Vielfalt in den Vorstandsetagen durch neue Stimmen angereichert wurde – einerseits vor allem durch Frauen, zum anderen aber auch durch branchenfremde Neuzugänge. Beide dieser Trends werden sich 2019 und darüber hinaus fortsetzen und beschleunigen, wovon unsere Branche profitieren wird. Reduziert man diese Diskussion allerdings nur auf die Geschlechterfrage, lässt man einen wichtigen Teil aus; Kulturen und Kompetenzen sind in dem Mix genauso wichtig. So sagte mir neulich jemand: „Wenn man CEO ist, sind die Herausforderungen die gleichen – egal ob man ein Mann oder eine Frau ist, aus Europa, Amerika oder Asien kommt und egal welche Hautfarbe man hat.”

Über den Gastautor:

Kai Hattendorf ist seit 2015 Geschäftsführer des Weltmesseverbandes UFI. Der gelernte Journalist war zuvor – von 2007 bis 2015 – bei der Messe Frankfurt tätig, zunächst als Leiter der Unternehmenskommunikation, ab 2011 zusätzlich als Leiter des neu geschaffenen Bereiches Digital Business. Stationen vor der Messe Frankfurt waren T-Online und dpa-AFX. Hattendorf studierte an den Universitäten Dortmund und Edinburgh sowie als Fulbright-Stipendiat an der American University in Washington, D.C.

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Datensicherheit: Die Hand am Schalter

AUMA-IT-Working Group besuchte zum Auftakt des Arbeitskreises das Museum für Kommunikation in Nürnberg

Datensicherheit in der Kommunikation ist zwar ein aktuelles, aber kein neues Thema: Früher hatte es das Fräulein vom Amt buchstäblich in der Hand, ob ein Gespräch vertraulich zwischen den Telefonierenden blieb oder mitgehört wurde. Dazu genügte es, einen Kippschalter einfach nicht zu betätigen. So leicht ließen sich Datenleaks aber auch in der Vergangenheit nicht produzieren, wie die Teilnehmer der AUMA-IT-Working-Group im Museum für Kommunikation am 10. Oktober 2018 in Nürnberg erfuhren. Von Schrift in Form von Hieroglyphen und Keilschrift bis zum Beruf der Telefonistin, vom Thema Verschlüsselung am Beispiel von Enigma bis zu Internet und DSGVO – Sicherheit in der Kommunikation war und ist ein Dauerthema. Spannend erklärt und interaktiv erlebbar bildete die Führung durch das Museum den perfekten Einstieg für die Sitzung der AUMA-Arbeitskreises, die sich mit den Herausforderungen für Messeveranstalter bezüglich Sicherheit in der ITK beschäftigte. Angesichts von DSGVO, Digitalisierung von Prozessen und Cloud-Services mag sich mancher in die Zeit zurücksehnen, in der Datensicherheit allein in der Hand des Fräuleins vom Amt lag.

AUMA in Keilschrift im Museum für Kommunikation Nürnberg © Museum für Kommunikation Nürnberg / Foto: Mile Cindric © Museum für Kommunikation Nürnberg / Foto: Mile Cindric

Im 111. Jahr seines Bestehens wurde der AUMA Teil eines Museums – verschlüsselt in Keilschrift. Zum Glück für Neugierige sind aber nur vier Buchstaben zu entziffern (Foto links). // Weitere Fotos © Museum für Kommunikation Nürnberg/Mile Cindric 

Foto oben: © Fotolia/everettovrk

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Mit dem bvik auf der InnoTrans: Messetipps von Ausstellern

Das Erstellen von Messekonzepten kann man lernen – dazu gibt es viele Experten, die man fragen, und Fachliteratur, in der man nachschlagen kann. Oder man versucht, sich durch einen Messebesuch von anderen inspirieren zu lassen. Welche Vorüberlegungen und Entscheidungen aber wirklich hinter dem fertigen Messestand stecken, lässt sich oft nicht durch Augenschein erfassen. Deshalb bietet der Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik) seinen Mitgliedern, unter denen es viele messeaffine Unternehmen gibt, regelmäßig Rundgänge und Vorträge an, um Messe-Insights live vor Ort zu bekommen. Der AUMA konnte in Berlin als Gast dabei sein.

Zur InnoTrans 2018 präsentierten am 19. September 2018 Dr. Martin Platzer (Senior Vice President Bereich Schiene, voestalpine AG) und Nobert Schrangl (SPS MARKETING GmbH) im City Cube der Messe Berlin Strategie und weltweites Kommunikationskonzept der Schienen-Sparte der voestalpine AG, deren neue, globale Wortbildmarke „Railway Systems®“ mit dem Claim „Performance on Track“ und einem aufwändigen Messestand-Konzept auf der Messe ihren Kick-Off erlebte.

Begrüßung durch Rainer Pfeil, Vorstand bvik HERRENKNECHT: App-gestützte Präsentation KNORR BREMSE: Exponat mit elektronischer Ergänzung statt VR VOITH: Thematische Orientierung an gesellschaftlichen Megatrends

 

Beim anschließenden Gang über die Messe, wurden die die Stände von HERRENKNECHT, KNORR-BREMSE und VOITH besucht, die jeweils ganz eigene Besonderheiten und Problemlagen bei der Kommunikation ihres Portfolios zu bewältigen hatten. Verantwortliche gaben Auskunft über Vorüberlegungen zum Messeauftritt und standen für Fragen bereit. So stellt HERRENKNECHT Tunnelvortriebstechnik aus, riesige Maschinen, mit denen unterirdische Bohrungen vorgenommen werden können, und deren schiere Größe und auch ihr unwegsames Einsatzgebiet es beinahe unmöglich machen, geeignetes Bild- und Filmmaterial für das Marketing herzustellen. Dieses Problem löste das Standkonzept durch ein verkleinertes Modell einer Maschine, deren Funktionsweise mit Hilfe einer App und einem Tablet interaktiv demonstriert werden konnte.
Am Stand von KNORR BREMSE erfuhren die Teilnehmer, dass es bei dieser Firma kaum noch die Erwartung gibt, neue Laufkundschaft zu gewinnen. Das Standkonzept setzt deshalb fast ausschließlich auf Bestandskundenpflege und beinhaltet eine Vielzahl von Besprechungsräumen und einen eigenen Counter für das Termin-Management. Der Standbereich, in dem Exponate in Szene gesetzt werden, dient der Demonstration und der Überbrückung von Wartezeiten für Terminkunden. Dort hatte man sich für echte Bauteile als Exponate entschieden sowie damit verbundene computergestützte Präsentationstechnik. Das Anfassen sei in der Branche sehr wichtig, und mit dem Einsatz von Virtual Reality-Brillen hatte man sich wegen des starken Andrangs und hygienischer Bedenken nicht anfreunden können. Bei VOITH hatte man sich für den Messeauftritt an Megatrends orientiert und die Produkte im Zusammenhang mit Themen wie Sicherheit, Nachhaltigkeit und Effizienz in Szene gesetzt.

Impressionen vom InnoTrans-Rundgang des bvik

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