Hinter den Kulissen: Spannende Impressionen aus unserem Printcenter

Habt ihr gewusst, dass wir auf unserem schönen Messegelände nicht nur einen Supermarkt, sondern auch eine eigene Druckerei haben? Das sogenannte Printcenter der Messe Düsseldorf gehört zur Abteilung Veranstaltungstechnik, von der ihr auf unserem Blog schon ein bisschen mehr erfahren habt – nun möchten wir euch auch unsere hauseigene Druckerei vorstellen.

In unserem Printcenter herrscht stets reges Treiben. Das ist auch nicht verwunderlich, denn egal ob groß, klein, dick, dünn, breit oder schmal: Im Printcenter kann nahezu alles gedruckt werden – und das in kürzester Zeit. Das Team stellt seine beeindruckenden Dienste aber nicht nur den Messe-Mitarbeitern zur Verfügung, auch unsere Aussteller profitieren vom Können der Kollegen.

Ein druckfrisches Team und tolle Technik

Für eine nahende Veranstaltung müssen noch zusätzliche Flyer nachgedruckt werden? Kein Problem für das Printcenter der Messe Düsseldorf! Dank der „Just-in-Time“-Produktion können Aufträge in kürzester Zeit erledigt werden, ohne, dass die Qualität darunter leiden muss. Doch wie schafft es das Team eigentlich, so viele unterschiedliche Druckerzeugnisse zu produzieren? Die Antwort ist einfach: Dank hervorragender Teamarbeit und modernster Technik natürlich! Naja … fast zumindest. 😉 Tatsächlich ist nämlich auch noch eine Schneidemaschine von der drupa 1986 täglich im Einsatz – denn passenderweise haben wir mit der Weltleitmesse der Druckbranche genau die Veranstaltung im Portfolio, bei der die Printcenter-Kollegen sowohl Equipment als auch Inspiration für die tägliche Arbeit finden!

Darüber hinaus machen im Bereich Large-Format-Printing fünf Werbetechniker mit drei Großformatdruckern, zwei Multiapplikationstischen, einem Schneideplotter und einem Platten- und Rollenschneider alles möglich, was einer großen Bühne bedarf. Viele der Plakatierungen, Posterdrucke oder Geländepläne, die ihr bei einer laufenden Messe in und an unseren Hallen seht, entstehen hier. Ihr habt euch schon mal gefragt, woher die Zeichen auf dem Boden kommen, die euch durch unsere Messehallen führen? Na, diese sogenannte Wegeführung wird genauso wie Fahrzeugbeschriftungen oder diverse Aufkleber und Folien selbstverständlich auch in unserem Printcenter gedruckt, um euch schnell und einfach durch das Messe-Labyrinth zu navigieren.

Bei Kleinformaten bis DIN A3 sorgen ein Mediengestalter, ein Drucktechniker und ein Medienfachwirt für reibungslose Drucke und Abläufe. Mit ihren Drucksystemen, Workstations und diversen Tools am Arbeitsplatz sind sie nicht nur ideal ausgerüstet, sondern besonders für eilige Aufträge bestens gewappnet. So lassen zum Beispiel Flyer, Mailings, Formulare oder personalisierte Eintrittskarten nicht lange auf sich warten, sobald eine Bestellung eingegangen ist.

Unser Printcenter: Selbst unter Druck beeindruckend

Jetzt seid ihr sicher neugierig und wollt noch mehr über das Team der Druckerei erfahren! Teamleiter Dirk Forysch (Large-Format-Printing) und sein Kollege aus dem Printcenter Sönke Köppen (Kleinformate) haben nicht lange herumgedruck(s)t und sich unseren Fragen gestellt, um euch ihre Abteilung vorzustellen.

Redaktion: Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Ihnen aus? Womit starten Sie den Arbeitstag? Und was sind die letzten To-dos eines typischen Tages?

Noch vor dem ersten Kaffee werden die Drucksysteme hochgefahren. Nach ca. 10 Minuten Aufwärmzeit sind diese dann einsatzbereit. Mit der Abrechnung erledigter Aufträge und dem Runterfahren der Systeme endet ein „normaler“ Arbeitstag.

Redaktion: Inwiefern unterscheidet sich das Printcenter für Kleinformate von dem für Großformate? Was wird wo für welchen Zweck gedruckt?

Im Kleinformatbereich werden alle Größen bis zum DIN-Format A3+ abgedeckt. Das bedeutet: Vom Namensschild bis hin zur 50-seitigen Mitarbeiterzeitschrift ist alles möglich. Zum Aufgabenbereich des Teams Großformat gehören u. a. der Druck von Postern, Bannern, die Fahrzeug- und Standfolierung oder temporäre Wegeführungen für die Messeveranstaltungen.

Redaktion: Bei uns im Büro ist die schwarze Patrone des Druckers immer am häufigsten leer. Welche Farbe ist es bei Ihnen?

Ganz klar: Magenta! Denn da wir viele interne Aufträge erhalten, ist das Messe-Orange als wichtiger Baustein unseres Corporate  Designs mit Abstand die beliebteste Farbe auf unseren Druckerzeugnissen und dafür ist Magenta als Druckfarbe ein wichtiger Bestandteil.

Redaktion: Seit wann gibt es das Printcenter in der jetzigen Form?

Das jetzige Printcenter gibt es seit umfangreichen Umbauarbeiten im Jahr 2018. Wir haben einiges modernisiert du in dem Zug  natürlich auch einige neue Geräte wie z. B. einen neuen großen Applikationstisch, einen neuen HP-Digitaldrucker sowie einen neuen Schneideplotter angeschafft.

Redaktion: Es wird oft davon gesprochen, dass die zunehmende Digitalisierung die Druckbranche verändert. Wie erleben Sie das? Können Sie das bestätigen und welche positiven Auswirkungen hat die Digitalisierung auf Ihre Arbeit?

Klar ist, dieser Trend geht auch an uns nicht spurlos vorbei, z. B. wurde der komplette Auftrags-Workflow durch ein neues digitales und damit kundenfreundlicheres Programm ersetzt.

Redaktion: Im Printcenter nehmen Sie Aufträge aus den unterschiedlichsten Abteilungen der Messe Düsseldorf an. Mit welcher Abteilung haben Sie am meisten zu tun? Arbeiten Sie auch mit Ausstellern zusammen?

Die meisten Aufträge erhalten wir aus den Abteilungen Protokoll, Presse, Logistik und Marketing. Da unsere Aussteller meist sehr gut aufgestellt sind, kommen von dieser Seite relativ selten Anfragen. Sollte ein Aussteller dennoch etwas benötigen, stehen wir ihm selbstverständlich gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Redaktion: Muss mehr produziert werden, wenn eine Messe stattfindet oder haben Sie mehr zu tun, wenn auf dem Gelände gerade nichts los ist?

Unsere Spitzenzeiten liegen oft in den Wochen vor einer Veranstaltung. Während der Laufzeit bereiten wir meist schon die Folgeveranstaltung vor.

Redaktion: Ist es für Ihren Arbeitsalltag von Vorteil, dass die Messe Düsseldorf mit der drupa die führende Messe für Drucktechnologien ausrichtet? Erleben Ihre Kollegen und Sie die drupa nur als Organisator im Hintergrund oder sind Sie dort auch als Besucher auf dem Gelände unterwegs?

Ja, die drupa ist immer einen Besuch wert, aber auch die viscom, eine Fachmesse für visuelle Kommunikation, die als Gastveranstaltung jedes Jahr im Januar bei uns stattfindet. Dort haben wir zur letzten Veranstaltung einen neuen Lieferanten gefunden.

Redaktion: Was war das außergewöhnlichste Druckerzeugnis, das Sie jemals produziert haben?

Zu den außergewöhnlichen Jobs gehört auf jeden Fall die Produktion von personalisierten Weinetiketten.

Redaktion: Zum Abschluss noch eine Frage in eigener Sache: Nehmen wir an, wir brauchen bis morgen noch 100 Einladungskarten. Design, Bilder und Co. müssten Sie liefern. Würden Sie das schaffen?

Das ist für unser Team kein Problem, gerne liefern wir Ihnen dazu auch noch die passende Wegeführung zum Event. 🙂

Ihr seht, das Printcenter-Team der Messe Düsseldorf ist auch „under pressure“ allzeit bereit, tolle Druckerzeugnisse zu kreieren und reiht sich damit bestens in die engagierte Abteilung Veranstaltungstechnik ein, die für den Erfolg unserer großen „Messe-Rallye“ 2019/2020 unverzichtbar ist. Habt ihr Vorschläge, welches Team wir als nächstes vorstellen sollen?

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Die neue Halle 1 geht in Betrieb: Interview mit Clemens Hauser zum ersten Meilenstein beim Bau der Neuen Messe Süd

Es ist vollbracht! Unsere neue Halle 1 öffnet am 25. September 2019 ihre Tore für die erste Veranstaltung: die Pharmaziefachmesse expopharm, die bei uns als Gastveranstaltung durchgeführt wird. Damit ist ein Teil der  Bauarbeiten zur Neuen Messe Süd auf unserem Gelände abgeschlossen. Grund genug für uns, mit Clemens Hauser, unserem Bereichsleiter Technik, ein letztes Mal vor der Eröffnung durch die leeren Räumlichkeiten zu schlendern. Bei diesem Ausflug gab uns Clemens Hauser, der für Planung, Bau und Betrieb unseres Messegeländes verantwortlich ist, ein paar Einblicke hinter die Kulissen des neuen Bauwerks und verriet uns, was die erfolgreiche Inbetriebnahme der Halle für ihn bedeutet. Aber seht und hört selbst.

Von der Skizze zum Bauwerk

Copyright: Messe Düsseldorf, Ansgar van Treeck

Als aufmerksame Leser der MD Stories verfolgt ihr natürlich schon lange, wie die Bauarbeiten vorangehen und wie viele verschiedene Personen daran beteiligt sind, unsere Neue Messe Süd auf dem Weg von der Skizze zum Bauwerk zu begleiten. Bei einem so komplexen Projekt mit über 80 beteiligten Einzelgewerken muss es natürlich einen geben, der den Hut aufhat. Das ist Clemens Hauser, der gemeinsam mit seinem Team die Planungen koordiniert und die Fäden zusammengehalten hat. Koordination und Abstimmung spielten auch in der Konzeptionsphase schon eine große Rolle, denn es galt in enger Zusammenarbeit mit unserem Tochterunternehmen Düsseldorf Congress dafür zu sorgen, dass unsere Anforderungen an eine neue Messehalle ebenso erfüllt wurden, wie die Ansprüche der Kollegen vom Congress Center Düsseldorf an Konferenz- und Tagungsmöglichkeiten. Wichtig war, dass Ausstellungs- und Konferenzbereich eng verzahnt und doch sauber getrennt sind. Das ist im jetzt realisierten Entwurf vorbildlich gelungen, wie wir bei unserem Rundgang sehen konnten.

Die Konferenzräume im 1. Obergeschoss von außen, Copyright: Messe Düsseldorf, Ansgar van Treeck

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass wir uns von gleich zwei Hallen verabschiedet haben, um eine neue zu errichten? Clemens Hauser erklärt, dass es seit langem ein großer Wunsch war, im Süden unseres Geländes einen größeren, repräsentativen Eingang zu haben, der unmittelbar ins Messegelände führt. Das war die Hauptaufgabe bei der Ausschreibung des Bauprojekts. Und der Entwurf von slapa oberholz pszczulny | sop architekten, den Jurek Slapa hier im Video erklärt, hat auf Anhieb überzeugt mit der großzügigen Halle 1, dem spektakulären Vordach aus transluzentem Glasfasergewebe, dem großzügigen Foyer, das unmittelbar an die Halle 1 angebunden ist, aber über die Magistrale auch eine Verbindung zum übrigen Messegelände ermöglicht.

Unsere neue Halle 1, ein wahres Allround-Talent

Ein Blick ins Foyer der neuen Halle 1, Copyright: Messe Düsseldorf, Ansgar van Treeck

Wir alle haben den Bau der neuen Halle mit Spannung verfolgt, und es gab immer wieder Momente, die sich besonders eingeprägt haben, wie zum Beispiel das Abheben der riesigen Dachelemente während des Abrisses, das ihr in unserem ersten Zeitrafferfilm sehen könnt. Clemens Hauser ist unter anderem besonders ein Besuch bei dem Stahlbauer in Erinnerung geblieben, der die riesigen Stahlträger der Halle gefertigt hat: „Als fest verbaute Bestandteile der neuen Halle 1 sehen die gar nicht so groß aus. In einer Werkstatt wirken sie aber gigantisch. Nachdem die Träger in speziell gebauten Formen zusammengeschweißt wurden, wurden sie auf ein riesiges Feld gelegt. Dieses Bild – ein Feld voller Träger – war einfach unvergesslich…

Auf den ersten Blick mag unsere neue Halle 1 nur eine von vielen Messehallen sein. Denn ein wichtiges Prinzip auf dem Düsseldorfer Messegelände ist, dass alle Hallen gleich ausgestattet sind – sei es in Bezug auf Böden, Tore, Höhen oder Anschlusswerte. Gleichzeitig wird das Hallenkonzept aber stets weiterentwickelt, betont Clemens Hauser, weil sich die technischen Möglichkeiten und auch die Anforderungen zum Beispiel an die Energieeffizienz seit dem Bau des Messegeländes 1969-71 einfach entscheidend geändert haben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die neue Halle 1 dann doch von den anderen Hallen unterscheidet.

Das Innere der neuen Halle 1, Copyright: Messe Düsseldorf, Ansgar van Treeck

Eine Besonderheit unseres neuesten Bauwerks: Die Halle 1 ist stützenlos gebaut, wodurch sie besonders flexibel einsetzbar ist. So fügt sie sich bestens in das Gesamtgelände ein, auf dem wir für Events jeglicher Art und Größe, von kleinen Konferenzen bis zu größeren Firmenveranstaltungen, Fernsehshows oder natürlich Messen die passenden Räumlichkeiten anbieten können. Der neue Eingang und seine direkte Anbindung schaffen hierfür nochmal neue Möglichkeiten, denn jetzt können wir im Norden und Süden des Geländes in den Hallen 8a und 8b und der neuen Halle 1 zwei Großevents mit jeweils separaten Eingängen parallel durchführen

Wir freuen uns über die erfolgreiche Inbetriebnahme der neuen Halle 1 und auf die ersten Messen dort – es brummt nämlich vom Start weg: Bis Juni 2020 ist die Halle schon durchgehend gebucht. Welche wird die erste Veranstaltung sein, bei der ihr unsere neue Halle 1 erkundet?

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„Jeder wird mit einem guten Gedanken nach Hause gehen!“

Dr. Eckart von Hirschhausen ist Arzt, Komiker, Autor, Moderator und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN und „Doctors for Future“, Berlin. Im Rahmen der Eröffnung der ConSozial, die KongressMesse für Fach- und Führungskräfte des Sozialmarktes, wird er einen Vortrag halten. Dabei spricht er Themen an, die die Branche bewegen: sozialen Zusammenhalt, Gesundheit, aber auch wie positive Gemeinschaftserlebnisse zum persönlichen Glück beitragen können.

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Herr von Hirschhausen, Sie sind ja auch ein Spezialist für das Thema Glück: Warum tun die Deutschen sich so schwer mit dem Glück?
Dafür habe ich in der Tat eine interessante Erklärung gefunden: Die Deutschen haben ein zusätzliches Hirnteil, neben dem Frontallappen, der plant und dem Seitenlappen, der vernetzt, haben wir noch den Jammerlappen, der verhindert (lacht). Nein, im Ernst haben wir Deutschen einen echten Nachholbedarf in positiver Psychologie. Wir sind eine der wohlhabendsten Nationen der Erde, aber bei der Zufriedenheit nie aus dem Mittelfeld raus. Glück ist eine Gemeinschaftsaufgabe: Wie kommen wir von einer Neidgesellschaft zu mehr Solidarität, bürgerschaftlichem Engagement und „Gönnen können“? Aus der Glücksforschung ergeben sich klare politische Prioritäten, wofür wir Steuern besser verwenden können: für Gesundheit, für Bildung, für Musik, Kunst und Gemeinschaftserlebnisse. Und für Fahrradwege statt für Pendlerpauschalen.
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Sie unterstützen von Anfang an Fridays for Future mit den Scientists und den Doctors for Future. Warum ist Klimaschutz eine ärztliche und eine gesellschaftliche Aufgabe?
Unsere Mutter Erde ist krank. Unser Zusammenleben ist nicht nur von anderen Menschen abhängig, wir leben alle davon, dass die Natur uns bislang mit Wasser, Luft und erträglichen Außentemperaturen versorgt hat, ohne dass die Natur uns das in Rechnung gestellt hätte. Deshalb hat das in der Wachstumsökonomie niemanden interessiert, die Kosten waren nicht einkalkuliert. Ärzte sind dafür ausgebildet, Leben zu schützen, Gesundheitsgefahren abzuwehren und schlechte Nachrichten zu überbringen. Und sowohl der Weltärztebund, die internationalen Akademien der Wissenschaft, Fachzeitschriften wie der Lancet Climate Change, sie alle weisen seit Jahren darauf hin: die Klimakrise bedroht unsere Gesundheit. Von den Hitzetoten über neue Infektionskrankheiten, Allergien und Lungenerkrankungen durch Feinstaub und Abgase der fossilen Treibstoffe bis hin zu millionenfacher Migration und Kriegen um Wasser und Essen. Deshalb wird das auch eines der Themen bei meinem Vortrag sein, denn dazu kann heute keiner mehr schweigen. Und soziale Ungleichheit wird nachweislich durch die Klimakrise verschärft, die einen haben Klimaanlagen und verbrauchen weiter Strom und Kohle, die anderen schwitzen sich zu Tode.
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Das Motto der diesjährigen ConSozial lautet „Gemeinsam statt einsam – sozialen Zusammenhalt stärken“. Welche Rolle spielt der generationenübergreifende Zusammenhalt für unsere gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit? Wie könnte man diesen fördern?
Wir haben einen neuen Generationenkonflikt durch die Erkenntnis, dass die junge Generation sich um ihre Zukunft beklaut fühlt, völlig zu Recht. Wir haben auf Pump gelebt, Schulden angehäuft, was nichts anderes bedeutet als: mir doch egal, wer das später mal bezahlt, ich konsumiere jetzt schon. Gleichzeitig hat mein Vater einen viel kleineren CO2 Abdruck als seine Enkel, die alle über Nachhaltigkeit reden. Die Nachkriegsgeneration kann tatsächlich vermitteln, dass ein einfacheres Leben kein schlechtes ist. Und dass auch kein Kind damals erwartet hat, mit dem Auto zur Schule gebracht zu werden. Gleichzeitig leben viele ältere Menschen heute sehr allein auf großer Wohnfläche, was auch kein echter Fortschritt ist. Deshalb finde ich es spannend zu dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ beizutragen, wie Einsamkeit krank macht, und wie die Art, wie wir Wohnraum schaffen bereits sozial stärkend oder vereinzelnd sein kann.
Jetzt haben wir viel über Zusammenhalt und Glück in Bezug auf unsere Gesellschaft gesprochen. Was bedeutet das denn für unsere Kinder und die Arbeit mit Kindern? Was brauchen Kinder, damit sie glückliche Erwachsene werden, die Zusammenhalt leben und zu schätzen wissen?
Das ist eine sehr komplexe Frage, aber ich glaube, dass ein großes Problem im Bereich Gesundheit ist, dass keine Institution den Menschen über den ganzen Bogen des Lebens im Blick hat. Die Kassen zahlen, wenn Leute krank werden. Dabei kann man sehr viel tun, damit sie überhaupt nicht krank werden. Aber solange Operationen besser bezahlt werden als Gespräche, darf man sich nicht wundern, dass mehr geschnippelt als zugehört wird. Nachhaltig wäre es, bereits mit Familienhebammen in der Schwangerschaft für einen guten Start ins Leben zu sorgen. Im Kindergarten viel zu singen, zu tanzen, Freude am Körper und am Miteinander zu vermitteln. Für die Schulen habe ich mit meiner Stiftung HUMOR HILFT HEILEN ein Programm zu sozialem Lernen entwickelt, das endlich die Ideen der positiven Psychologie in die Praxis integriert. Ich bin schon leicht wahnsinnig, die beiden hartnäckigsten Systeme Gesundheit und Bildung verändern zu wollen, aber im Kleinen geht es oft erstaunlich gut voran!
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Was bedeutet Älterwerden in unserer Gesellschaft?
Leider ist Älterwerden in unserer Gesellschaft ein sehr angstbesetztes Thema. Dabei gibt es keinen Grund, Angst vor dem Alter zu haben. Ein Problem hat man doch wirklich nur, wenn man nicht 50 wird! Um es klar zu sagen: Das Alter ist besser als sein Ruf! Die meisten Menschen sind mit 70 besser drauf als mit 17. Altern ist kein Abgesang – Altern ist Leben für Fortgeschrittene.
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Was bedeutet ein Altern in Würde für Sie persönlich?
Ich möchte selbstbestimmt in meiner Wohnung alt werden, umgeben von lieben Menschen, eingebettet in ein soziales Netzwerk von Engagement, füreinander da sein und Sinn und Lebensfreude. Ich wünsche mir dann noch „gebraucht“ zu werden, so wie wahrscheinlich die meisten Menschen… Und natürlich halbwegs gesund und mobil, oder um es mit dem Gebet der Achtzigjährigen etwas salopper zu sagen: Oben klar und unten dicht, lieber Gott, mehr will ich nicht!
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Herzlichen Dank für das Interview.

Plenumsvortrag auf der ConSozial am 06.11.2019 (Mittwoch) von 10:00-11:00 Uhr: Keiner kann sich selber kitzeln! Wie gelingt Motivation für Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit.

Dr. Eckart von Hirschhausen ist Arzt, Komiker, Autor, Moderator und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN und „Doctors for Future“, Berlin

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On the road! Mit der BIOFACH SOUTH EAST ASIA durch Südostasien

Vom 11. bis 14. Juli 2019 findet in Bangkok in Thailand die zweite Ausgabe der BIOFACH SOUTH EAST ASIA statt. Bereits vorab ging es unter anderem für Markus Reetz, Executive Director International Exhibitions bei der NürnbergMesse, auf große Roadshow durch Südostasien. Wir sprachen mit ihm darüber, wie man solche Events vorbereitet und an was er sich noch lange erinnern wird.

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Herr Reetz, wie ist es zur Idee gekommen, mit der BIOFACH SOUTH EAST ASIA auf Roadshow zu gehen?
Da ist der Messename zum Programm geworden. Denn obwohl die Messe in Bangkok stattfindet, ist sie doch eine Plattform für Südostasien. Und um die verschiedenen Länder der Region frühzeitig einzubinden, haben wir das „Modell Roadshow“ entwickelt. Dabei geht es zum einen darum, die Messe als Plattform vorzustellen, aber auch grundsätzliche Aspekte des globalen Organic Movements anzusprechen.
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Zahlreiche Roadshows in einem halben Dutzend Ländern: Wie kann man sich die Vorbereitungen dazu vorstellen?
Im Vorfeld der Messe haben wir acht Roadshows in sechs Ländern veranstaltet. Die Vorbereitungen zu den einzelnen Veranstaltungen haben wir mit den jeweiligen lokalen Bioverbänden organisiert. Dazu muss man sagen, dass die Landesverbände auch Mitglieder des sog. „Advisory Board“ der BIOFACH SOUTH EAST ASIA sind und wir somit langfristig zusammenarbeiten. Dabei folgten wir einer inhaltlichen Aufteilung: Themen, die den Handel und die effektive Vorbereitung einer Messeteilnahme behandeln, wurden von der NürnbergMesse vorgestellt. Themen, die detailliert wissenschaftlich „organic topics“ betrafen, wurden vom jeweiligen Fachverband bearbeitet. Somit konnten wir unseren Gästen in zwei wichtigen Themenfeldern Impulse geben.
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Was waren die konkreten Ziele der Roadshows? Was soll vor Ort bewirkt werden?
Ziel der Veranstaltungen war es zum einen unsere Verbandspartner in ihrer lokalen Arbeit zu unterstützen und zusätzliches Wissen in die Regionen zu tragen. Zum anderen natürlich auch die Bewerbung der Messe. Für uns als Organisatoren war es gleichwohl sehr lehrreich, um einen guten Einblick in lokale Märkte und ihren aktuellen Entwicklungsstand zu gewinnen.
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Gab es für Sie persönlich ein Ereignis/Land, an das Sie sich besonders gerne erinnern?
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Tage in Vietnam. Am ersten Tag in Vietnam waren wir in Saigon, am zweiten Tag in Hanoi. Es war beeindruckend zu sehen, wie unterschiedlich sich zwei Städte in einem Land entwickelt haben und von verschiedenen Prägungen beeinflusst sind. Auf der einen Seite das politisch geprägte Hanoi, mit vielen Hinweisen auf den ehemals kommunistischen Einfluss. Auf der anderen Seite das wirtschaftlich geprägte Saigon, mit vielen westlichen Einflüssen. Und ehrlich gesagt, mit einer gewissen Beklemmung, fallen die immer noch stark sichtbaren Reste des Vietnamkrieges ins Auge.
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Jetzt geht der Blick nach vorne, freuen Sie sich auf die BIOFACH SOUTH EAST ASIA 2019? Was darf man dort erwarten?
Die diesjährige BIOFACH in Bangkok ist im Vergleich zur ersten Veranstaltung leicht gewachsen. Was uns besonders freut, ist die Tatsache, dass unsere Roadshows Früchte getragen haben. Vietnam ist mit einem Länderpavillon auf der BIOFACH SOUTH EAST ASIA präsent, Myanmar sogar mit zwei kleinen Pavillons: einem auf der BIOFACH und einem auf der NATURAL EXPO. Erstmalig wird auch eine deutsche Gruppenbeteiligung unter Führung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft realisiert. Neben dem Messegeschehen ist es zudem wieder gelungen ein umfassendes Konferenzprogramm aufzulegen, welches von Sprechern aus zwölf verschiedenen Ländern bestritten wird. Somit hoffen wir, dass wir Ausstellern und Besuchern die gute Plattform für Südostasien anbieten, die wir Ihnen versprochen haben.

Vielen Dank für diese Einblicke!

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Orientierung im Naturkosmetik-Dschungel: „‘green & clean‘ muss zusammenkommen“

Marktexpertin Elfriede Dambacher im Interview über Naturkosmetik. Fotorecht: Christian Thomas

Naturkosmetik blüht auf. Das zeigt sich nicht nur jährlich auf der VIVANESS, Internationale Fachmesse für Naturkosmetik. Das zeigt sich auch beim Blick in die zunehmend grüner werdenden Kosmetikregale. Laut GfK haben 2018 1,1 Mio. Menschen in Deutschland mehr Naturkosmetik in ihren Einkaufskorb gelegt. Eine Zahl, die selbst Marktexpertin Elfriede Dambacher überrascht. Wir sprachen mit ihr im Interview.

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Frau Dambacher, warum interessieren sich gerade jetzt so viele Menschen für Naturkosmetik?
Heute wissen Konsumenten – weltweit so viel mehr als noch vor 20 Jahren – was in Kosmetik drinsteckt. Das beflügelt die Nachfrage nach milderen und natürlicheren Produkten. Zudem hinterfragen sie die Werbeaussagen der Marken und wollen auch wissen, wer hinter den Produkten dafür gerade steht. Immer mehr Konsumenten achten beim Einkauf auf Nachhaltigkeit im weitesten Sinne. Die Kosmetikindustrie hat viel Glaubwürdigkeit eingebüßt, weil sie lange nicht offen kommuniziert hat.
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Geht es den Konsumenten nicht um die Inhaltsstoffe?
Ja und nein. In konventioneller Kosmetik sind jede Menge chemischer Substanzen enthalten, die heute immer weniger Menschen auf ihrer Haut haben wollen, weil sie ihrer Gesundheit oder auch der Umwelt schaden könnten. Was aber genauso wichtig ist, ist die Transparenz und Glaubwürdigkeit der Marke und zwar von Beginn an. Marktforscher weltweit sind sich einig: Leute geben mehr Geld aus, wenn sie wissen, dass alle im Produktionsprozess fair behandelt beziehungsweise entlohnt wurden und dass behutsam mit Ressourcen umgegangen wird.
Was halten Sie vom Trend „clean cosmetics“?
Verbraucher lieben eine einfache klare Botschaft. Da Naturkosmetik kein gesetzlich geschützter Begriff ist, gibt es Interpretationsmöglichkeiten, was natürlich, „clean“ oder „pur“ ist.
Können Verbraucher da noch durchblicken?
Ehrlich gesagt, ist das fast unmöglich. Die Vielzahl der Siegel mit unterschiedlichen Kriterien überfordert manchen Verbraucher. CLEAN hingegen ist eine simple Formel, die vielen Verbrauchern – weltweit – als Orientierung ausreicht, auch wenn „cleane“ Produkte noch lange nicht die hohen Anforderungen zertifizierter Naturkosmetik erfüllen. Das lässt viel Raum für Kosmetikprodukte, die zwar schon auf viel Chemie verzichten, aber noch lange nicht die Kriterien zertifizierter Naturkosmetik erfüllen. Diese Produkte verzichten auf problematische sog. toxische Inhaltsstoffe, die in Verruf geraten sind. Sie sind „clean“ beziehungsweise frei von problematischen Inhaltsstoffen und immer häufiger auch noch in Flaschen aus recyceltem Material. Ein wichtiger Ansatz, aber für mich greift „clean cosmetics“ zu kurz. Erst wenn „clean & green“ zusammenkommt, wird ein Schuh daraus. Deshalb ist für mich die VIVANESS eine so wichtige Fachmesse, hier können sich Fachbesucher auf die Vorauswahl durch die konsequenten Zulassungskriterien verlassen. Keine Greenwashing-Produkte, sondern ein Garant für die Innovationskraft der Naturkosmetik. Hier ist für mich der internationale Marktplatz für jede Menge „green & clean Produkte“ und Naturkosmetik mit und ohne Siegel für den wachsenden Bedarf.

Neugierig auf die Zulassungskriterien der VIVANESS? Lesen Sie mehr dazu unter nachfolgendem Link: https://www.vivaness.de/de/aussteller/teilnahme/anmeldung.

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Internationaler geht es kaum: Unser Auslandsvertrieb

Was passiert, bevor ein australischer Krankenhauschef ausgerechnet zu uns nach Düsseldorf fliegt, um sich auf der MEDICA über die neuesten Geräte und Trends zu informieren? Wie erfährt er davon, dass hier die Weltleitmesse für Medizin stattfindet und sich ein Besuch für ihn lohnen könnte?

Die Internationalität bei den Düsseldorfer Weltleitmessen ist traditionell sehr hoch – 70 Prozent und mehr beträgt sie je nach Messe sowohl bei den Ausstellern als auch bei den Besuchern. Damit die Fachbesucher, die aus der ganzen Welt anreisen, hier dann einen möglichst umfassenden Marktüberblick von Ausstellern aus aller Welt vorfinden, ist für die Messe Düsseldorf ein weltweites Netz von Auslandsvertretungen (AV) aktiv. Gesteuert und betreut wird dieses internationale Vertriebsnetz von unserer sechsköpfigen Abteilung International Business unter der Leitung von Dr. Schütte. Wir haben ihn und zwei seiner Kollegen gebeten, uns einen Einblick in ihren Arbeitsalltag zu gewähren.

Dr. Clemens Schütte, Abteilungsleiter International Business

Dr. Clemens Schütte

Dr. Clemens Schütte kam im Dezember 2000 von einer großen Versicherungsgesellschaft zur Messe Düsseldorf und kümmerte sich zunächst um die strategische Koordinierung und die Unterstützung der Boards of Directors – also sozusagen der Aufsichtsräte – unserer Auslandsgesellschaften. Später war der promovierte Volkswirt dann als Geschäftsführer unserer Beteiligungsgesellschaft German Exposition Corporation International GmbH (GEC) und Mitglied des Board of Directors des Shanghai New International Expo Centre (SNIEC) verantwortlich für die Beteiligung der Messe Düsseldorf an einem Messegelände in Shanghai-Pudong. Die Leitung der Abteilung International Business übernahm Clemens Schütte vor gut zehn Jahren. Privat ist der Vater zweier erwachsener Kinder ein passionierter Läufer, den es auch beim Bergsteigen in den Alpen in die Natur zieht.

Dr. Schütte, wie oft haben Sie schon den Erdball umrundet?

Ohne es mitgezählt zu haben, im Laufe der Jahre sicherlich diverse Male. Weltweit unterhalten wir 77 Auslandsvertretungen, darunter auch Tochtergesellschaften in Chicago, Moskau, Delhi, Singapur, Hongkong, Shanghai und Tokio. Unsere Vertretungen bearbeiten insgesamt 141 Länder. Im Tagesgeschäft erledigen wir die Kommunikation mit unseren internationalen Kollegen und Partnern über unterschiedliche Kanäle vom klassischen Telefon über E-Mails und Videokonferenzen bis hin zu unserem „AV Net“, dem Intranet für die Auslandsvertretungen, als Informations-und Kommunikationsplattform mit dem Vertrieb. Dennoch ist der direkte persönliche Austausch mit unseren Vertriebspartnern auch im Medienzeitalter unverzichtbar. Wir sehen sie regelmäßig während unserer Leitmessen in Düsseldorf, wenn sie hier ihre Aussteller oder Besuchergruppen betreuen. Zusätzlich besuche ich etwa einmal im Monat unsere Auslandsvertretungen auch vor Ort. In diesem Monat werde ich beispielsweise unsere neue Repräsentanz in Colombo (Sri Lanka) eröffnen und an einer Auslandsvertretertagung für die Region Asia-Pacific in Indonesien teilnehmen.

Worin genau besteht die Aufgabe der Abteilung International Business?

 Im Ausland sind über 200 Mitarbeiter in unseren Vertretungen und Tochtergesellschaften am Verkauf unserer Messen und Dienstleistungen beteiligt. Dieses Netz steuert meine Abteilung. Wir rekrutieren neue Vertretungen, managen die Verträge mit unseren Vertriebspartnern, steuern unser Provisionssystem, überwachen die Vertriebsergebnisse der einzelnen Vertretungsgebiete, geben strukturierte Feedbacks an unsere Vertretungen und agieren dabei auch als „Sparringspartner“ für unsere Auslandskollegen. Mit unserem China Desk stehen wir zudem in der Ergebnisverantwortung für die Beteiligung an unserem Messegelände Shanghai New International Expo Centre SNIEC in Shanghai.

Warum hat die Messe Düsseldorf so viele Auslandsvertreter und wie wichtig ist das Auslandsgeschäft für die Messe Düsseldorf?

 Unsere Auslandsvertretungen leisten einen umfassenden Beitrag zu unserem Geschäft. Sie akquirieren neue Aussteller, betreuen Bestandskunden, unterstützen uns bei unseren internationalen Marketingaktivitäten, richten Pressekonferenzen in ihren Ländern aus, organisieren Besuchergruppen zu unseren Fachmessen, pflegen und entwickeln Netzwerke mit wichtigen Partnern der Messe Düsseldorf in Wirtschaft, Politik und Verbandswesen.

In einer immer globaleren Wirtschaft kommt der Großteil unserer Kunden und Umsätze mittlerweile aus dem Ausland. Der deutsche Markt ist weitgehend saturiert. Die ausländischen Märkte, vor allem in den für unser Geschäft so wichtigen Schwellenländern, wachsen kontinuierlich weiter. Deshalb wird der Umsatzanteil aus dem Ausland trotz aktueller Unsicherheiten wie Handelskonflikten oder dem BREXIT auch in Zukunft stetig weiterwachsen. Egal ob wir über die ausländischen Aussteller und Besucher in Düsseldorf sprechen oder über unsere eigenen Messeveranstaltungen in China, Indien und Lateinamerika: das Auslandsgeschäft wird immer wichtiger. Über unser weltweites Vertreternetzwerk erreichen wir unsere Kunden und Partner in allen relevanten Märkten, steigern die Bekanntheit unserer Messemarken und des Veranstaltungsstandorts Düsseldorf und generieren somit am Ende Wachstum für unsere internationalen Messeportfolios.

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit und was sind Ihre persönlichen Highlights in den letzten Jahren gewesen?

Ich schätze die Internationalität unseres Geschäfts und dadurch den Umgang mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen. Mein Job verbindet in idealer Weise strategische und analytische Aufgaben mit klassischem „People’s Business“: im Messegeschäft wie auch im Vertrieb geht es am Ende immer um Menschen, ihre Fähigkeiten, Stärken und Motivation. Das ist gelegentlich anstrengend, aber meistens sehr bereichernd. Eine großartige Erfahrung war für mich aber auch, dass ich ein Messegelände in Shanghai vom ersten Spatenstich bis zur Blüte als Marktführer in Ostasien in verantwortlicher Position begleiten durfte. In Summe empfinde ich meine Arbeit als unglaublich abwechslungsreich und fast frei von Routinetätigkeiten.

Claudia Schmitz-Wagner, Referentin Auslandsvertrieb

Claudia Schmitz-Wagner

Claudia Schmitz-Wagner ist die dienstälteste Kollegin in der Abteilung International Business. Frisch von Frankreich nach Düsseldorf gezogen, war sie schon vor ihrem Studium der Außenwirtschaft bei der Messe Düsseldorf tätig. Nach dem Studienabschluss war dann relativ bald die für sie perfekte Stelle in der damaligen Abteilung „Auslandsvertretungen“ ausgeschrieben und sie ergriff die Gelegenheit beim Schopf. Denn sie wollte unbedingt in einem internationalen Umfeld arbeiten und, wie sie selbst sagt, „internationaler als hier geht es kaum“. Auch privat reist sie gern, am liebsten mit Mann und Hund, außerdem mag sie Konzerte und kochen und gut essen mit Freunden.

Frau Schmitz-Wagner, aus wie vielen Ländern erreichen Sie täglich Anrufe und Mails?

Das ist sehr unterschiedlich – bei uns ist jeder Tag anders. Heute waren es beispielsweise nur acht Länder. Je nachdem, welche Themen oder Projekte gerade anstehen, ist es gerade bei den Mails auch deutlich mehr – da kommen dann schnell um die 30 Länder zusammen. Und während einer Messelaufzeit haben wir auch schon mal bis zu 50 Nationen persönlich bei uns im Büro.

Wie eng ist Ihr Kontakt zu den Auslandsvertretern?

Auch das variiert natürlich sehr. Ich kümmere mich ja nun schon seit gut 20 Jahren um die Belange der Auslandsvertretungen und habe entsprechend mit einigen ein sehr enges Verhältnis, teilweise sind Freundschaften daraus entstanden. Und dadurch, dass ich schon so lange dabei bin, wenden sich viele AVen auch oft noch zunächst an mich, obwohl meine Kollegen und ich die Welt unter uns aufgeteilt haben.

Wie groß sind die landestypischen Unterschiede zwischen den Ländern? Gibt es eine besondere Anekdote oder Geschichte, die Sie zum Thema Verständigung erzählen können?

Die Mentalitätsunterschiede sind natürlich riesig, das ist ja schon allein in Europa so. Einen Italiener kann man nicht mit einem Finnen vergleichen … Asiaten nicht mit Südamerikanern … Es bedarf häufig Feingefühls für die Kommunikation, gleichzeitig dürfen wir nicht zu empfindlich sein und müssen auch manchmal zwischen den Zeilen lesen können, da die meisten AVs weder im Deutschen noch im Englischen Muttersprachler sind. Am Anfang meiner Zeit hier gab es noch Vertreter, die ein Problem damit hatten, dass Frauen ihnen etwas zu sagen hatten, die Zeiten sind aber vorbei.

Was macht für Sie den Reiz Ihrer Arbeit aus? Was möchten Sie nicht mehr missen?

Der Reiz unseres Jobs ist die Vielseitigkeit. Wir sind nicht nur mit vielen Ländern und somit den unterschiedlichsten Mentalitäten der Welt in Kontakt, sondern auch mit allen Projekten und Abteilungen im Haus. Gegenüber der Messe Düsseldorf vertreten wir die Interessen der AVen und andersrum, wofür wir auch hin und wieder diplomatisches Geschick benötigen.

Jens Steinbach, Gruppenleiter Auslandsvertrieb, Asia Pacific Desk

Jens Steinbach

Jens Steinbach ist der China-Experte der Abteilung. Er hat Regional-wissenschaften Ostasien / China mit Schwerpunkt BWL studiert und war nach seinem Studium zunächst Referent für Neugeschäftsentwicklung, bevor er für die Messe Düsseldorf nach Shanghai ging. Dort lebte und arbeitete er insgesamt fast zweieinhalb Jahre. Er ist mit einer Taiwanesin verheiratet, gerade stolzer Onkel geworden und mag neben Fotografie und Literatur auch gutes Essen und Kochen.

Herr Steinbach, wie oft sprechen Sie chinesisch? Bestellen Sie im chinesischen Restaurant auf chinesisch?

Ich spreche es jeden Tag mit meiner Frau, auch wenn ich das eigentlich vermeiden will, da sie zur Zeit Deutsch lernt. Und ja, ich rede mit den Kellnern Chinesisch und freue mich dann jedes Mal klammheimlich über den verdutzten Gesichtsausdruck des Gegenübers.

Was ist der Schwerpunkt Ihrer Arbeit?

Ich bin bei uns für das Shanghai New International Expo Center (SNIEC) mit zuständig, an dem die Messe Düsseldorf 16,66% der Anteile hält – genauso wie die Messe München und die Deutsche Messe AG. 50% der Anteile an diesem Gelände sind somit in deutscher Hand, die anderen 50% gehören einer Tochter der Stadt Shanghai. Und das SNIEC ist immerhin das am besten ausgelastete Messegelände der Welt.

Außerdem nehme ich an den Boardsitzungen unserer beiden Tochtergesellschaften Messe Düsseldorf China (MDC) und Messe Düsseldorf Shanghai (MDS) Teil und bin Ansprechpartner für die chinesischen Kollegen und ihre Anliegen. Nur um einen groben Eindruck von der Größenordnung unseres Chinageschäfts zu geben: China ist nach Italien und Frankreich die drittgrößte ausländische Ausstellernation in Düsseldorf. 2018 haben wir rund 33.000 Quadratmeter an chinesische Aussteller verkauft und hatten auf unseren Messen insgesamt 2.145 Aussteller aus China.

Daneben betreue ich auch die 18 Vertretungen in der Region Asien-Pazifik und bin „Mädchen für alles“, von A wie „Analysen in Excel“ über G wie „Gastgeschenke und Protokollarisches“ bis Z wie „Zahlungsabgleich mit China“. Die Bandbreite meiner Tätigkeiten ist ziemlich groß.

Welche Aufgaben haben Sie bei der Messe Düsseldorf China und Shanghai?

Ich bin Finanzchef (Finance Director) bei der Messe Düsseldorf China und Supervisor bei der Messe Düsseldorf Shanghai. Der Supervisor ist ein vom Gesellschafter (also der MDC als Muttergesellschaft der MDS) berufenes, in dieser Art nur in China vorkommendes firmeninternes Organ, das darüber wachen soll, dass gesetzliche Vorschriften und die Satzung der Gesellschaft beachtet werden und allgemein die Interessen der Gesellschaft gewahrt bleiben.

Wie pflegen Sie die Kontakte nach China?

Natürlich nutze ich alle modernen Kontaktmittel, regelmäßige Reisen spielen aber auch eine große Rolle. Außerdem besuche ich China-bezogene Veranstaltungen in der Stadt Düsseldorf und stehe in regelmäßigem Kontakt zum China-Kompetenzzentrum der Stadt Düsseldorf.

Welche kulturellen Besonderheiten sollte man im Umgang mit Chinesen unbedingt kennen und beachten?

Ein wichtiges „Do“ ist relativ bekannt: Man nimmt Visitenkarten immer mit beiden Händen entgegen, um seine Wertschätzung auszudrücken. Weniger bekannt ist ein wichtiges „Don’t“: niemals Messer oder Uhren schenken, weil das verstanden werden kann als „Wir sind getrennte Leute“, bzw. „Deine / Ihre Zeit ist abgelaufen“. Allgemein gesprochen sind Chinesen aber viel unkomplizierter im Umgang als beispielsweise Japaner oder auch Koreaner. Übrigens: Wer mehr über China erfahren möchte, sollte einmal Kai Strittmatters „Gebrauchsanweisung für China“ lesen. Man wird köstlich unterhalten und lernt ganz nebenbei auch viel über Land und Leute.

Wir bedanken uns bei allen Kollegen für die Interviews und den spannenden Einblick in Ihren Arbeitsalltag.

Der Beitrag Internationaler geht es kaum: Unser Auslandsvertrieb erschien zuerst auf Messe Düsseldorf Stories.