Umzug nach Shanghai – Interview mit Marius Berlemann

Marius Berlemann ist seit dem 1. April General Manager der Messe Düsseldorf Shanghai Co., Ltd. (MDS). Zuvor war er nach einem Jahr als Trainee und verschiedenen anderen Stationen bei uns im Haus Global Head Wine & Spirits und Director der ProWein. Nun hat er die gesamte Projekt-, Personal- und Budgetverantwortung für das Portfolio der Messe Düsseldorf in China und wird vor allem den Ausbau des Neugeschäfts und unserer Messeportfolios in China weiter vorantreiben. Für ihn eine zugleich spannende und herausfordernde Aufgabe, bei der er gleichzeitig Messe-Generalist sein und tiefe Einblicke in jede Branche unserer Messethemen erlangen muss. Sein Tag kann mit Themen rund um unsere Verpackungsmaschinenmesse „swop“ starten, mittags im Caravaning-Bereich weitergehen und am Abend wird noch die Strategie für die wire und Tube China besprochen. Dazu kommt die besonders spannende Herausforderung der Mitarbeiterführung – zudem in einem anderen Kulturkreis. Shanghai ist für ihn jedoch kein Neuland, denn vor fünf Jahren war Marius Berlemann schon einmal ein Jahr für die Messe Düsseldorf in Shanghai und baute dort die ProWine China auf. Von den rund 70 Mitarbeitern, die unsere chinesische Tochtergesellschaft hat, kannte er noch ein gutes Drittel, was ihm den Einstieg natürlich erleichtert hat. Marius Berlemanns Familie, seine Frau und die beiden Kinder (ein und drei Jahre alt), haben ihn nach China begleitet. Im Interview berichtet er über seinen Start in Shanghai, neue berufliche Herausforderungen und was ihm und seiner Familie in Shanghai besonders gut gefällt.

Marius Berlemann an der Promenade „The Bund“ am Fluss Huangpu

Sie sind im März umgezogen, Ihre Familie ist im August nachgekommen. Wie lange waren sie mit den Umzugsvorbereitungen beschäftigt und was gab es für Hürden?

Das stimmt, wir haben den Umzug bewusst gesplittet. So konnte ich mich am Anfang voll und ganz auf meine neue Arbeit einstellen und unsere Tochter konnte ihr erstes Kindergarten-Jahr in Düsseldorf beenden.

Für Privatpersonen kann es relativ kompliziert und aufwendig sein, nach China einzureisen und vor Allem eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Dadurch, dass ich hier für die Messe  Düsseldorf tätig bin, habe ich aber tolle Unterstützung bekommen und alle Visa-Angelegenheiten liefen problemlos. Die notwendigen Unterlagen, wie z.B. Heirats- und Geburtsurkunden, sowie deren Beglaubigungen hatten wir bereits ein paar Wochen vorher zusammengestellt und erledigt. Unsere „größte Hürde“ bestand darin, vor Ort in Shanghai einen sogenannten Health-Check durchführen zu lassen. Bei 40 Grad Außentemperatur in einem Krankenhaus-Kittel von Raum zu Raum geschickt zu werden, um sich einmal komplett durchleuchten zu lassen – darauf muss man sich einfach einlassen. Zum Glück müssen Kinder unter 18 Jahren einen solchen Medizin-Check nicht absolvieren.

Dank der Unterstützung und weil meine Frau und ich die Stadt schon kannten und wussten, was uns erwartet, sind wir den Umzug ehrlich gesagt recht gelassen angegangen. Unsere Planung beschränkte sich im Wesentlichen auf das Koffer-Packen. Hier vor Ort gibt es ein breites Shopping-Angebot, was fehlt besorgen wir hier und wenn unsere Kinder doch etwas vermissen, wird es beim nächsten Heimatbesuch eingepackt. Sehr wichtig war uns allerdings, dass unsere Tochter ohne längere Pause wieder zurück in eine Kindergarten-Einrichtung gehen konnte. Deshalb haben wir uns frühzeitig darum gekümmert und sie schon ein halbes Jahr vor der Abreise für die Deutsche Schule Shanghai angemeldet.

Wohnungssuche in Shanghai – so kompliziert wie man es sich vorstellt?

Shanghai mit dem Rad geht auch

Die Wohnungssuche war tatsächlich relativ unkompliziert. Die Messe hat eine Immobilien-Agentur mit einem Makler vor Ort beauftragt, der uns trotz der sehr hohen Bevölkerungsdichte von über 24 Mio. Einwohnern erstaunlich viele freie Wohnungen zeigen konnte. Natürlich mussten wir erst einmal einige ansehen, bevor wir die Richtige gefunden hatten, aber darauf hatten wir uns von Anfang an eingestellt. Besonders wichtig war uns eine nicht zu große Entfernung zum Büro und zum Kindergarten. Glücklicherweise haben wir eine passende Wohnung in der Mitte gefunden.

Wer lebt sich schneller ein, die Kinder oder die Erwachsenen?

Wir Erwachsenen machen uns oft viele Gedanken und auch teilweise unnötig viel Druck. Die Kinder sind unvoreingenommen, lassen Dinge auf sich zukommen und gerade in unserem Fall, mit zwei Kleinkindern im Alter von drei und einem Jahr, sind sie da glücklich und zufrieden wo auch Mama und Papa glücklich und zufrieden sind. Für uns als Eltern ist es wichtig, den Kindern ein schönes Zuhause zu bieten, zu helfen, dass sie schnell Freunde finden, und das ein oder andere bekannte Essen auf den Tisch zu zaubern.

 Sie kannten Shanghai schon. Worauf haben Sie sich am meisten gefreut?

Sowohl meine Frau als auch ich sind große Fans der Peking Ente, die man unglaublich gut im Lokal DaDong essen kann. Da schlage sogar ich ordentlich zu, obwohl ich sonst kein großer Fleischfan bin.

Kleine Boutiquen, gemütliche Lokale mit Livemusik und europäische Feinkostläden – die Former French Concession.

Was ist ihr Lieblingsort in Shanghai? Was sollten sich Besucher unbedingt anschauen?

Mein neuer Lieblingsort in Shanghai wird wahrscheinlich unsere neue Wohnung sein. Aus dem Fenster hat man einen guten Blick auf den Shanghai Tower, der weltweit das zweithöchste und Chinas höchstes Gebäude ist.

Shanghai hat unheimlich viel zu bieten und für jeden Besucher ist das Richtige dabei. Ein Muss ist natürlich der Bund, die Promenade am Fluss Huangpu. Wir haben vor Kurzem eine Bootstour über den Huangpu River unternommen, dabei hat man einen tollen Blick auf beide Seiten des Flusses, die „alte“ Seite Puxi und die „neue“ Seite Pudong. Wer neben dem modernen Shanghai auch gerne das traditionelle China kennen lernen möchte kommt bei einem Besuch des Yu Garden voll auf seine Kosten. Hier findet man einen 400 Jahre alten Garten sowie ein schönes Teehaus. Am liebsten schlendere ich an einem Sonntagnachmittag durch das FFC (Former French Concession), das für mich durch seine vielen kleinen Boutiquen und Lokale ein ganz besonderes Flair hat. Besonders Weinliebhaber werden hier nicht enttäuscht.

Vermissen Sie etwas an Düsseldorf?

 Ich vermisse die doch sehr kurzen und vor allem stressfreien Verkehrswege in Düsseldorf. Trotz mehrspuriger Fahrbahnen ist das Verkehrsaufkommen in Shanghai sehr hoch und „mal eben“ zu einem Meeting zu fahren, kostet mich teilweise eine Stunde Autofahrt. Außerdem freue ich mich jetzt schon auf den nächsten Spaziergang durch den Wald, mit den Kindern die Natur zu erleben und einfach mal tief durchzuatmen. Trotz der der vielen Grünanlagen hier in Shanghai, die sehr liebevoll angelegt und top gepflegt werden, vermisse ich die bekannten Waldwege.

 Wie bringen Sie Düsseldorf bzw. Heimat-Feeling an Ihren Standort?

Düsseldorf Feeling bringe ich immer mit einem gepackten Koffer voll Leckereien nach Shanghai, Snacks für die Kinder und die gute deutsche Schokolade dürfen hier nicht fehlen.

Wir danken Marius Berlemann für diesen spannenden Einblick und wünschen ihm und seiner Familie viel Erfolg und Spaß in Shanghai. Habt Ihr auch Auslandserfahrungen gemacht – vielleicht auch in China? Wie lief es bei Euch?

 

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Egal ob Du oder Sie oder You? Starkes Netzwerk für die deutschen Messen

Am 10./11. Oktober 2019 trafen sich beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin die Messereferenten von 30 Auslandshandelskammern (AHK) weltweit zu einem Erfahrungsaustausch mit Vertretern der deutschen Messegesellschaften und vom AUMA. Die gemeinsame Arbeit für den internationalen Messeplatz Deutschland stand im Mittelpunkt, stets begleitet von der Frage: Wie können wir MesseMenschen gemeinsam noch erfolgreicher sein?

Viele AHKn arbeiten mit dem AUMA zusammen in einem Messe-Netzwerk, sei es im Rahmen von Einzelverträgen mit Messegesellschaften oder als Multiplikatoren für den Messeplatz Deutschland in der Gesamtheit. Neben Infomaterial in Form von Broschüren, Anzeigen und einem Imagefilm in diversen Sprachen nutzen viele Kammern auch die Verlinkung zur kostenfreien AUMA-Messedatenbank oder unseren individuellen Service. Allein in 2018 erstellten wir 35 speziell für AHKn aufbereitete Pressematerialien und lieferten 45 Kammern länderbezogene Statistiken. Mir gab die Veranstaltung die Gelegenheit, eine Reihe von Kolleg(inn)en des AHK-Netzwerkes, mit denen ich teils schon seit vielen Jahren im Austausch bin, persönlich zu treffen. Und ich fühlte mich bei der Veranstaltung sofort als Teil einer großen Gemeinschaft.

Am Rande der Veranstaltung tauchten dann zwei Fragen auf, die nach meiner Wahrnehmung auch bei deutschen Unternehmen, die im internationalen Kontext agieren, immer häufiger eine Rolle spielen: Sprechen wir deutsch oder/und englisch? Auch eine Frage, die den DIHK in seiner Internationalisierung mit den Auslandshandelskammern bewegt. Lassen wir Menschen in unserer Kommunikation außen vor, weil wir eine Sprachbarriere haben?

Und als zweiter Punkt: Sind wir Du oder Sie? Weil: Im Englischen sind wir einfach alle You. Die letzte Frage taucht in meinem Arbeitsumfeld zuletzt immer öfter auf, auch in AUMA-Arbeitskreisen und in der Zusammenarbeit mit anderen Verbänden. Im Netz finden sich viele Initiativen dazu unter #gernperDu oder #CallMeByMyFirstName. Auch die AUMA-Mitglieder beschäftigt das Thema, wie ich z. B. einem Artikel von Michael Mollath von der Deutschen Messe AG entnehmen konnte.

Und wie sieht das bei Ihnen/bei euch aus? Ermöglicht das Du eine offenere Form der Kommunikation und unterstützt den wertschätzenden Umgang auf Augenhöhe? Trägt es bei zu einem positiven Kulturwandel im Unternehmen? Ich freue mich über Kommentare!

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Business-Knigge China

Seit über zehn Jahren ist die NürnbergMesse mit einer eigenen Tochtergesellschaft in Shanghai aktiv. An den Veranstaltungen der NürnbergMesse China beteiligen sich auch Aussteller aus Deutschland. Gerade als China-Neuling bewegen sich viele Europäer auf unsicherem Terrain. Wie verhält man sich chinesischen Kunden gegenüber korrekt? Wie begrüßt man sich? Und über welche Themen redet man beim Essen? Für ihre Mitarbeiter aus Deutschland bietet die NürnbergMesse kulturelle Schulungen an. Seminarleiterin Dr. Hannelore Seelmann weiß, worauf es in China ankommt.

Hierarchie beachten

Asien-Expertin Dr. Hannelore Seelmann berät Unternehmen bei ihrem Asiengeschäft. Fotorecht: Dr. Hanne Seelmann Consultants

Der Geschäftsalltag in China ist deutlich hierarchischer geprägt als in Deutschland. Deswegen rät Asien-Expertin Hannelore Seelmann: „Informieren Sie sich schon vor dem Treffen mit chinesischen Geschäftspartnern über deren Stellung im Unternehmen. Denn bei der Begrüßung müssen Sie den Ranghöchsten zuerst ansprechen.“ Falls man sich unsicher ist, sollte man das auch zeigen. „Verbeugen Sie sich leicht“, rät Seelmann. Die chinesischen Gegenüber werden das Signal erkennen und helfen, indem sich der oder die Ranghöchste zu erkennen gibt. Dann folgen die in der Hierarchie Nächsten. In China gilt: Zurückhaltung ist besser als voreiliger Aktionismus.

Die richtige Begrüßung

Als ursprünglich westeuropäische Begrüßungsform hat das Händeschütteln keine Tradition in China. Trotzdem führt der zunehmende Kontakt mit westlichen Firmen dazu, dass sich immer mehr chinesische Geschäftspartner diese Begrüßungsform aneignen – insbesondere, wenn sie auf nicht-chinesische Kunden treffen. „Ergreifen Sie die Hand Ihres Gegenübers, aber drücken Sie nicht zu fest“, rät Seelmann. Denn ein fester Händedruck, der in Deutschland Entschlusskraft und Charakterstärke demonstrieren soll, wird eher als unangenehm empfunden. Stattdessen sollte man die eigene Hand nur ganz leicht in die des Gegenübers legen.

Da die Kommunikation in China oft auf Englisch stattfindet, sollte als Anrede zunächst das förmliche „Mr“ oder „Mrs“ plus Nachnamen verwendet werden. Manchmal bieten chinesische Geschäftspartner aber auch an, sie nach amerikanischem Vorbild beim Vornamen zu nennen. Zur Vereinfachung geben sich viele Chinesen einen selbst ausgewählten westlichen Vornamen.

Kleiner Karton, große Bedeutung: Die Visitenkarte hat in Asien einen hohen Stellenwert. Fotorecht: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Essenziell: Die Visitenkarte

Fester Bestandteil der Begrüßung im chinesischen Geschäftsalltag ist der Austausch von Visitenkarten. Schließlich gelten sie als wichtigstes Medium, um die hierarchische Stellung im Unternehmen deutlich zu machen. Durch eine hochwertige Papierqualität und ein repräsentatives Design unterstreicht sie den Status der jeweiligen Firma und des Mitarbeiters. Wichtig sind hierarchische Angaben wie „President“, „General Manager“ oder „Head of“. Wenig aussagekräftig sind für Chinesen Angaben, wie sie viele westliche Firmenvertreter führen, wie „Manager“, „Salesmanager“, oder „Technical Support“. „Investieren Sie in neue Visitenkarten!“, rät Seelmann. Zweisprachig in Englisch und Chinesisch mit einer klaren hierarchischen Bezeichnung auf einem qualitativ hochwertigen Papier.

Fettnäpfchen lauern auch beim Übergeben der Visitenkarte. „Studieren Sie die Karte Ihres chinesischen Geschäftspartners aufmerksam!“, betont Seelmann. Eine Visitenkarte ungelesen einzustecken, womöglich in die Gesäßtasche oder sich darauf Notizen zu machen, könnte den Gegenüber beleidigen. Korrekt ist es dagegen, die Visitenkarte mit beiden Händen anzunehmen, sie aufmerksam zu lesen, in der Hand zu behalten und erst später unauffällig in der Brust- oder Jackettasche oder in einem Visitenkartenetui zu verstauen.

Pünktlich zu Tisch

Das gemeinsame Essen ist für Chinesen eine wichtige Angelegenheit, denn dadurch bildet und bestätigt man die Gruppenzugehörigkeit. Pünktlich um 12 Uhr am Mittag und gegen 18.30 Uhr am Abend zieht es die Menschen in China an den Esstisch. „Merken Sie sich diese Zeiten“, betont die Asienexpertin. Chinesen sitzen beim Essen überwiegend an runden Tischen. Die Speisen werden in der Mitte auf einer Drehplatte platziert, jeder bedient sich nach seinem Geschmack.

Smalltalk

Beim ersten Gespräch tauscht man zunächst allgemeine Informationen aus. Hierzu gehören Fragen zu Familie, Kindern und Eltern. „Seien Sie nicht überrascht, wenn man Sie relativ schnell nach Ihrem Alter fragt“, warnt Seelmann. Auch das Alter ist in China eine wichtige Information, um den Rang festzustellen.

Beim Essen wollen Chinesen den Menschen hinter dem Geschäftspartner kennenlernen. Deswegen rät Seelmann davon ab, zu Tisch über die Arbeit zu sprechen. Passende Themen sind zum Beispiel Hobbies. Negative Themen sollten vermieden werden: „Das stört das harmonische Miteinander und den Genuss des Essens“, so Seelmann.

Beim Essen wollen Chinesen den Menschen hinter dem Geschäftspartner kennenlernen.

Wer sitzt wo?

Die Hierarchie spielt auch am Esstisch eine große Rolle. „Warten Sie darauf, dass Ihnen ein Platz zugewiesen wird“, rät Seelmann. Denn die Sitzordnung spiegelt die hierarchische Ordnung wider: Die hierarchisch höchste Person sitzt am runden Tisch direkt gegenüber dem Eingang. Rechts und links folgen die nächsten Hierarchiestufen.

Geduldig sollte man auch darauf warten, dass der Ranghöchste am Tisch – häufig der Gastgeber – die Anwesenden auffordert, mit dem Essen zu beginnen. Dieser Einladung sollte man aber nicht sofort nachkommen, denn meist folgen weitere Appelle des Gastgebers. Als Gast wartet man darauf, dass der Ranghöchste als Erster zu essen beginnt. Nach dem Essen verlassen Chinesen recht abrupt das Restaurant. Auch hierfür gibt der Ranghöchste das Zeichen zum Aufbruch.

Und wie schmeckt’s?

Weil dem Essen in China eine wichtige Rolle zukommt, sollte man den Geschäftspartner nicht durch offene Kritik am Essen brüskieren. Ist man sich nicht sicher, ob einem ein Gericht zusagt, sollte man es probieren und im Zweifelsfall auf dem Teller liegen lassen. „Wenn ein Gericht besonders gut schmeckt, sollte man das unbedingt wiederholt äußern. Es wäre das größte Kompliment für Ihre Gastgeber!“, so Seelmann.

Vorsicht mit Alkohol!

Längere Verhandlungen in China stellen oft hohe Anforderungen an die Trinkfestigkeit westlicher Geschäftspartner. Chinesen konsumieren zum Teil schon beim Mittagessen große Mengen Alkohol – insbesondere chinesische Männer, die damit Stärke zeigen. Jemand, der mit Alkohol beginnt und zu Softdrinks wechselt, wirkt für Chinesen, als wollte sich derjenige aus der Gemeinschaft ausklinken. Asienexpertin Seelmann rät dazu, mit einem Hinweis auf gesundheitliche oder religiöse Belange zu verzichten. Die chinesischen Geschäftspartner könnten diese Haltung vielleicht nicht nachvollziehen, aber akzeptieren.

Shanghai ist die Wirtschaftsmetropole Chinas und Standort für etliche internationale Unternehmen, darunter auch die NürnbergMesse China. Fotorecht: ©XtravaganT – stock.adobe.com

Shanghai: Melting pot der Kulturen

So verschieden viele Verhaltensweisen in China und Deutschland sind, stellen die Mitarbeiter der NürnbergMesse doch fest, dass sich die Menschen mit ihren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen immer mehr aufeinander einstellen. Insbesondere im Wirtschaftszentrum Shanghai, wo die NürnbergMesse China seit über zehn Jahren aktiv ist, entstehen ganz neue Kultursphären. „Unsere chinesischen Kollegen haben viel Erfahrung im Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern. Davon profitieren auch unsere deutschen Kunden und Partner bei ihrem Auftritt auf Messen in China“, so Dr. Florian Wagner, zuständig für International Relations & Business Management bei der NürnbergMesse. Einige Mitarbeiter der NürnbergMesse China haben in Europa oder den USA studiert und sind in beiden Kulturkreisen zuhause. Bestes Beispiel hierfür ist der Geschäftsführer: Darren Guo ist in Shanghai geboren, in Unterfranken aufgewachsen und lebt nun wieder in der Weltmetropole Shanghai.

Wie man in Brasilien gute Geschäfte macht und das Leben genießt, lesen Sie hier.

 

Gemeinsam mit starken Partnern und verlässlichen Netzwerken etabliert die NürnbergMesse relevante Messen in Wachstumsmärkten und erleichtert so vielen Unternehmen den Markteintritt und die Geschäftsanbahnung.

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Namaste und willkommen bei der Messe Düsseldorf India

Alle Welt spricht vom Wachstumsmarkt Indien. Wir auch. Und zwar schon lange. Ganz zu Beginn der Geschichte der Messe Düsseldorf GmbH war von Indien natürlich noch keine Rede. Aber die ersten Fühler haben wir schon vor über 30 Jahren an den Ganges ausgestreckt Inzwischen haben wir dort, genau wie Russland, in Japan, in China, in Singapur und in den USA eine eigene Tochtergesellschaft: die Messe Düsseldorf India.

Und genau um die geht es heute! Wir haben mit ein paar Kollegen an unseren indischen Standorten Mumbai und Delhi gesprochen und ihnen einige Fragen gestellt, auf die wir schon immer mal eine Antwort haben wollten.

Thomas Schlitt leitet die Messe Düsseldorf India seit Herbst 2015 und zog hierfür aus Nürnberg nach Delhi um. Vorher war er für das Auslandsgeschäft der Messegesellschaften in München und Nürnberg zuständig. Wir finden, nach fast vier Jahren ist es höchste Zeit, dass wir euch Herrn Schlitt und sein Team bei der Messe Düsseldorf India vorstellen.

Stellen Sie sich und die Messe Düsseldorf India bitte einmal vor. Was sind Ihre Aufgaben? Wie groß ist Ihr Team?

Die Messe Düsseldorf ist seit Mitte der 80er Jahre in Indien tätig. Die damals gegründete Vertretung hatte die Aufgabe, indische Kunden – Aussteller und Besucher – für den Messestandort Düsseldorf zu gewinnen. Nach der ersten Messe der Messe Düsseldorf mit einem indischen Partner folgte 2001 die Gründung einer eigenen Tochtergesellschaft mit Standorten in Delhi und Mumbai. Zunächst noch als Joint Venture mit der Koelnmesse, seit 2007 sind wir eine reine Messe Düsseldorf Tochter.

Heute sind wir ein Team von rund 50 Kollegen, organisieren 14 Messen zu Themen wie Kabelfertigung (wire India), Medizin (MEDICAL FAIR INDIA), Glastechnologie (glasspro INDIA und glasspex INDIA), Energiespeicherung (Energy Storage India), Verpackung (pacprocess India und food pex India) und Retail (in-store asia). Daneben sind wir hier in Indien exklusiver Vertriebspartner der Messe Düsseldorf und bringen indische Kunden auf die weltweiten Messen des Unternehmens.

Welche Rolle spielt der indische Markt für die Messe Düsseldorf?

Die Messe Düsseldorf ist mit Tochtergesellschaften in Wachstumsmärkten, wie z. B. China oder Russland, weltweit vertreten. Es war eine zukunftsweisende Entscheidung, frühzeitig in den indischen Markt einzusteigen. Unsere Veranstaltungen in Indien entwickeln sich durchweg positiv und die Zahl der indischen Kunden auf den Veranstaltungen weltweit steigt. So erwarten wir beispielsweise alleine 10.000 indische Besucher auf der K 2019 in Düsseldorf.

Was ist für Sie der größte Unterschied zwischen deutschen und indischen Veranstaltungen?

Die Planung einer Messebeteiligung in Indien ist deutlich kurzfristiger, was den Organisatoren und Servicepartnern mehr Flexibilität abverlangt. Auch bei den Auf- und Abbauzeiten stehen viel kürzere Zeitfenster zur Verfügung. Die meisten Messegelände in Indien entsprechen mit ihrer baulichen und technischen Ausstattung nicht dem internationalen Standard und müssen von den Messeausrichtern mit zusätzlichem finanziellen Aufwand optisch und technisch aufgerüstet werden.

Worin sind sich Indien und Deutschland ähnlicher als man vielleicht denken mag (und inwiefern)?

Es gibt kaum Gemeinsamkeiten, aber das macht es so spannend. Indien ist ein Land voller Gegensätze und Widersprüche. Ein ganz normaler indischer Bürotag ist mit dem in Deutschland nicht zu vergleichen – es gibt wenig Routine und so wartet jeder Tag mit neuen Herausforderungen auf.

Sie arbeiten seit über 4 Jahren in Indien. Was hat Sie an der Arbeit dort am meisten überrascht?

Trotz der enormen Bürokratie in Indien werden viele Behördengänge überflüssig, beispielsweise können Steuererklärungen oder Arbeitsvisa online eingereicht bzw. beantragt werden.

Zu dem 50-köpfigen Team von Thomas Schlitt gehört auch Projektleiter Surajit Bit, der seit 18 Monaten bei der Messe Düsseldorf India arbeitet. Er hat uns weitere Unterschiede zwischen Deutschland und Indien insbesondere mit Blick auf seinen Arbeitsalltag erläutert.

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit und Ihren Kollegen?

Die letzten 1,5 Jahre habe ich mich mit den Bereichen Business Development, M & A, Projektmanagement, Marketing Communications und IT beschäftigt und konnte da meine Kenntnisse und Fähigkeiten optimal einsetzen. Mit der Zeit habe ich insbesondere die Teamarbeit und den Respekt, den wir alle füreinander haben, zu schätzen gelernt. Es macht Spaß, mit glücklichen Menschen zusammenzuarbeiten, die ihren Job lieben!

Was können deutsche Unternehmen Ihrer Meinung nach noch von indischen Unternehmen lernen?

Beide Kulturen haben ihre ganz eigenen Besonderheiten. Flexibilität zum Beispiel ist eine typisch indische Eigenschaft. Wir versuchen uns nach Möglichkeit und bei Bedarf anzupassen. Deutsche hingegen mögen es, Dinge genau zu planen. Vor allem kurzfristige Änderungen sind deshalb schwierig! Flexibilität ist also definitiv etwas, das sich die deutsche Arbeitskultur von den indischen Kollegen gerne abgucken darf.

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem deutschen Chef? Gibt es eine „typisch“ deutsche Angewohnheit, die Sie sich bei ihm „abgeguckt“ haben oder etwas, das Sie ihm erstmal „beibringen“ mussten?

Ich glaube, dass verschiedene Kulturen Arbeitspraktiken ganz unterschiedlich angehen. Thomas Schlitt ist mein erster Chef ausländischer Nationalität. Ganz besonders schätze ich an ihm, dass er unkompliziert und positiv ist, einen festen Händedruck hat und allen Kollegen stets mit einem freundlichen Lächeln begegnet. Auch seine Pünktlichkeit (sowohl zu Meetings, als auch bei Terminen und Fristen) ist eine sehr positive Eigenschaft. Er hält sich stets an die Tagesordnung und achtet immer darauf, dass jeder seine Meinung leicht einbringen kann und alles im Team abgestimmt wird.

Es gibt aber natürlich auch etwas, das wir gemeinsam haben: Sobald wir eine Verpflichtung eingegangen sind, setzen wir alles daran eine vertrauensvolle und faire Beziehung aufzubauen.

Als Head of Administration & HR der Messe Düsseldorf India, gewährt uns Lata Subramanian eine weitere spannende Perspektive auf das Daily Business der Kollegen vor Ort.

Seit wann arbeiten Sie für die Messe Düsseldorf India und warum wollten Sie gerne zur Messe-Düsseldorf-Familie gehören?

Ich kam im Jahr 2001 zur Messe Düsseldorf India, als sie in Indien als CIDEX Trade Fairs Pvt Ltd. gegründet wurde, einem Joint Venture der Messe Düsseldorf und der Koelnmesse International. Nach einem kurzen Sabbatjahr suchte ich nach einer Möglichkeit, für eine Organisation zu arbeiten, in der ich meine Deutschkenntnisse gut einbringen und weiter verfeinern konnte. Der Zufall wollte es, dass die Messe Düsseldorf India gerade ihren Sitz in Indien aufbaute und ich wurde eingestellt.

Zwischen Indien und Deutschland liegen knapp 6.700 Kilometer Luftlinie. Ist diese Entfernung eine Herausforderung für die tägliche Arbeit?

In meiner Funktion als Head of Administration & HR beeinflusst die Entfernung zwischen Indien und Deutschland meine tägliche Arbeit nicht wirklich. Insbesondere der Zeitunterschied ist aber manchmal ein Fluch, wenn Echtzeit-Interaktionen nötig sind, z. B. zwischen Projektteams oder bei technischen Angelegenheiten. Aufgrund der Zeitverschiebungen können sich wichtige Entscheidungen so verzögern.

Last but not least: Millie Contractor. Sie ist die Vertriebsleiterin der Messe Düsseldorf India und hat uns vor allem ein paar kulturelle Einblicke in die Messe Düsseldorf India gewährt und uns einige Tipps für den nächsten Besuch in Delhi und Mumbai gegeben.

Die Messe Düsseldorf ist in Indien sowohl in Delhi als auch in Mumbai vertreten. Inwiefern unterscheiden sich die beiden Standorte?

Der Vergleich zwischen Delhi und Mumbai ist ein heikles Thema, das von Generation zu Generation weiter diskutiert und thematisiert wird. Während Mumbai zum Beispiel eine eher kosmopolitische Metropole ist und eine Mischung von Kulturen von Parsen bis Gujarati, Muslimen, Christen und Hindus bietet, ist Delhi im Vergleich recht konservativ und stark politisch geprägt.

Kulturell dreht sich Mumbai primär um die Maratha-Kultur und das Erbe der Shivaji, während Delhi als Sitz der Mogule bekannt ist. Als Handelshauptstadt wird Mumbai oft als das New York von Indien bezeichnet. Delhi ist eher das Washington von Indien. Auch das Nachtleben der beiden Metropolen könnte verschiedener kaum sein: Mumbai schläft nie und bietet Touristen ein pulsierendes Nachtleben. Selbstverständlich gibt es auch in Delhi zahlreiche Nachtlokale, Diskotheken, Bars und Club, aber das Unterhaltungslevel der beiden Städte ist nicht zu vergleichen.

Was sollten Messebesucher in Mumbai oder Delhi nach einem anstrengenden Messetag nicht verpassen?

Die Stadt Mumbai ist magisch! Es gibt so Vieles zu entdecken und zu erleben, angefangen beim Marine Drive bei Nacht: Die Skyline von Mumbai allein ist schon ein Highlight, den besten Blick gibt‘s aber erst im Dunkeln und es wird deutlich, wieso der Marine Drive auch als „Queen’s Collier“ bezeichnet wird. Auch kulinarische Touristen kommen hier auf ihre Kosten: Probiert unbedingt die berühmte Eiscreme bei Bachelorr’s und Vada Pav (frittierte Kartoffelknödel im Brötchen) und Pav-Bhaji (Gemüse-Curry) am Chowpatty. Natürlich darf auch Bier im Café Leopold nicht fehlen: Das Café besteht schon seit 1871 und gehört zu den Kultstätten Mumbais.

Weitere Highlights für den nächsten Mumbai-Trip sind die Dargah von Haji Ali, das Mitternachts-Festessen bei Bade Miyan, die Bazar-Tour durch die engen Straßen Mumbais, die Rennbahn Mahalaxmi und die Meeresfrüchte bei Pratap Lunch Home und Highway Gomantak.

Im Vergleich zum multikulturellen Mumbai, ist die Hauptstadt Indiens, Delhi, sehr geschichtsträchtig und wartet zum Beispiel nicht nur mit einer, sondern gleich drei UNESCO-Welterbestätten auf. Der 73-Meter-hohe Qutb Minar, der 1192 vom allerersten Herrscher von Delhi, Qutb-ud-din Aibak, errichtet wurde ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Dieser fünfstöckige Turm ist ausschließlich aus Marmor und rotem Sandstein gebaut und verfügt über eine Wendeltreppe, die eigentlich in 379 Stufen nach oben führt. Leider ist diese seit 1974 nicht mehr öffentlich zugänglich.

Reiner Marmor macht auch den sogenannten Lotus-Tempel zu einem architektonischen Meisterwerk. Der Name ist hier Programm, denn der Tempel ist der Form einer Lotusblume nachempfunden und bietet allen Kasten und Glaubensrichtungen einen Ort für Mediation und Gebete. Nicht zu vergessen sind außerdem das India Gate, ein einbogiger Triumphbogen im Andenken an all die Soldaten, die im Ersten Weltkrieg und 1919 im Krieg in Afghanistan ihr Leben ließen, und der Rashtrapati Bhavan, Amtssitz und Residenz des indischen Staatspräsidenten. Kulturell ist Jama Masjid ein Highlight. Um ins pulsierende Nachtleben Delhis einzutauchen ist dagegen die Partymeile am Connaught Place perfekt!

Vielen Dank an alle Kollegen für ihre Offenheit und die spannenden Einblicke in unsere Tochtergesellschaft Messe Düsseldorf India. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und sind gespannt, was die Zukunft noch für uns bereithält.

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