„Wir müssen Expert*innen für Unsicherheit werden!“

Berufe im Bereich der Pflege gelten nicht selten als anstrengend, kräftezehrend und unterbezahlt. Nicht zuletzt entscheidende Gründe, warum die Branche derzeit mit einem enormen Mangel an Fachkräften zu kämpfen hat. Umso erstaunlicher sei es, dass in den Niederlanden mit Buurtzorg ein Unternehmen des Pflegesektors mehrmals zum beliebtesten Arbeitgeber gewählt worden ist, meint Marie Ringler.

Die Europachefin von Ashoka, der weltweit größten Non-Profit-Organisation zur Förderung von Sozialunternehmer*innen, erklärt das Konzept hinter der von Ashoka unterstützten Innovation:

„Das Besondere ist, dass Hierarchien und eine Kontrolle der Mitarbeiter*innen abgeschafft wurden.

„Innerhalb von kleinen Teams entscheiden die Pfleger*innen selbst, wie viele Menschen sie in welchem Zeitraum betreuen, um für diese die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen.“ Auf diese Weise entstehe die hohe Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit. Zudem würden dadurch die Kosten der Pflege um rund 50% gesenkt werden – „und das ohne Abstriche in der Qualität“, meint Ringler und ergänzt: „Die Idee dabei ist es, den Mitarbeitenden als Expert*innen in ihrem Bereich Autonomie zurückzugeben.“

Ein Trend zu neuen Strukturen

Eine Idee, die gen Zukunft weist, wie Ringler festgestellt hat: „Ashoka lernt jedes Jahr Hunderte, wenn nicht gar Tausende Sozialunternehmer*innen kennen, die sich um eine Mitgliedschaft bewerben. Da haben wir natürlich ein ungeheures Verständnis, wo die Innovationen sind, was am besten funktioniert, und wohin der Trend geht.“

Marie Ringler ist die Europachefin von Ashoka. Die Organisation unterstützt Sozialunternehmer*innen mit dem Ziel „Everyone a Changemaker“ und ist das weltweit größte Unterstützungsnetzwerk für Social Entrepreneurs. Fotorecht: Marie Ringler

Aktuell zeichnet sich ab, dass das klassische hierarchische Führungsmodell nicht mehr funktioniert – sowie der Wunsch, alle Probleme alleine lösen zu wollen: „Heutzutage setzt man auf einen Ansatz, der auf Partnerschaften beziehungsweise Allianzen baut, wo man in starken Teams und nicht in klassischen Strukturen die effektivste Lösung erreicht.“ Insbesondere auch, wenn es um das Thema Kooperationen geht, sind ungewohnte Wege sehr gefragt. Als Beispiel nennt Ringler ein Sozialunternehmen aus Großbritannien, das sich dafür Starbucks auserkoren hat. Das Ziel ist es, mehr junge Menschen für Politik zu erreichen. „Und wo findet man die? Bei Starbucks!“, erklärt Ringler die Wahl auf den „völlig unwahrscheinlichen Partner“. Auch gefühlte „Gegner“ wie etwa Sozialversicherungen hätten sich schon als die besten Partner für Kooperationsarbeit herausgestellt. „Man muss dabei manchmal etwas um die Ecke denken.“

Mut zu neuen Lösungen

Doch was ist zu beachten, damit der Wagemut auch von Erfolg gekrönt wird? „Zunächst muss man überhaupt erst seinen Mut zusammensuchen“, so Ringler. Das sei der allererste Schritt. Dabei komme man nicht darum herum, sich darauf einzulassen, dass die Welt unsicher ist: „Wir müssen Expert*innen für Unsicherheit werden. Mit Neugierde und Kreativität das Problem neu zu denken, neu zu framen, neu zu definieren. Und schließlich neue Wege gehen in der Problemlösung.“ Dabei machen wir ganz sicher Fehler – doch das sei in Ordnung. „Wir müssen nur daraus lernen“, meint Ringler.

Eine gewisse Risikobereitschaft gehört dabei in jedem Fall dazu. Laut Ringler nicht nur für Sozialunternehmer: „In der heutigen Welt ist Risikobereitschaft für jede und jeden von uns wichtig. Wir müssen lernen, damit zu leben. Die Herausforderung besteht nicht darin, alles zu wissen und zu können, sondern darin, mit großer Lust in ein großes Becken voller Unsicherheit hineinzuspringen.“ Eine Gefahr, die Grenze zu einer zu großen Blauäugigkeit zu überschreiten, sieht Ringler dabei nicht: „Man muss natürlich wissen, was man tut. Und es machen, weil man die Welt verändern will. Wenn das unser Leitstern am Himmel ist, hilft es uns, das richtige Maß zu erkennen.

Wir sollten uns eher um zu wenig Risikobereitschaft sorgen, nicht um zu viel.“

Gründer*innen im Fokus

Um ein Ashoka-Stipendium zu erlangen, ist eine Offenheit für innovative Wege gefordert: „Zunächst stellt sich uns die Frage: Ist der Ansatz beziehungsweise die Lösung dahinter neu? Dann folgt der Blick auf die Gründerperson, die dahintersteht. Hat sie eine herausragende Persönlichkeit?“ Dies habe nichts mit einem Schulabschluss zu tun, sondern mit Kreativität. Zudem solle sie der Sache zu 100 % verpflichtet und integer sein sowie ethisch vertretbare Ansichten haben.

Wie sich in den Aufnahmekriterien bereits zeigt, steht der Mensch als Gründer*in im Zentrum von Ashoka, was Ringler mit der bestehenden Ausgangslage erklärt: „Oftmals werden zwar Projekte oder Organisationen an sich unterstützt, doch die Gründerpersönlichkeiten selbst bekommen meist keine ausreichende Unterstützung für ihre häufig sehr schwere und anspruchsvolle Arbeit.“

Ashoka existiert bereits seit über 40 Jahren und ist mittlerweile in 90 Ländern mit mehr als 3.000 Mitgliedern vertreten. Um ein sogenannter Fellow zu werden, sei es nicht wichtig, um welche Art von Geschäftsmodell es sich handelt, sondern es gehe darum, die Wurzel des Problems mit einer unternehmerischen Haltung anzupacken. Das Ziel dabei sollte ein großflächiger, globaler Systemwandel sein, wie Ringler fordert: „Es geht beispielsweise nicht darum, ein paar Bäume zu pflanzen, sondern darum, die gesamte Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen. Wohlfahrtssysteme – durch die Arbeit mit der Regierung und öffentlichen Institutionen – innovativ zu machen. Mehr Menschen mehr Unterstützung anzubieten und sie zu ermächtigen, Probleme selber zu lösen.“

Autorin: Lena Häusler

Im Rahmen der ConSozial 2019, Deutschlands größter KongressMesse für den Sozialmarkt, hält Marie Ringler einen Fachvortrag im Kongress zum Thema Neues Führen und Kooperieren.

Fachvortrag: 06.11.2019 (Mittwoch) von 14:00 – 15:00 Uhr: Neues Führen. Neues Kooperieren. Lösungen für eine komplexe Welt.

 

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Ticket zum Mars

„Benedikt Weyerer“ begibt sich in etwas mehr als 300 Tagen auf eine außergewöhnliche Reise: Nach dem Start in Florida dauert es gut 16 Monate bis er sein Ziel, den Jezero Krater erreicht. Dieser befindet sich nicht etwa auf Teneriffa oder Bali. „Benedikt Weyerer“ fliegt auf den Mars.

embedded world-Veranstaltungsleiter Bendedikt Weyerer mit seinem „Ticket zum Mars“. Fotorecht: NürnbergMesse

Zugegeben, nicht Benedikt Weyerer persönlich, sondern der Name des NürnbergMesse-Mitarbeiters und Veranstaltungsleiters der embedded world. Gemeinsam mit den Namen von aktuell 8,8 Mio. Erdenbürgern wird „Benedikt Weyerer“ mit einem innovativen Verfahren auf einen Silikon-Chip gespeichert. Dieser reist im Gepäck der „Mars 2020 Mission“ zum roten Planeten.

Die US-amerikanische Weltraumagentur bietet auf ihrer Internetseite die außergewöhnliche Aktion an. Weyerer hatte zum ersten Mal beim Besuch des NASA-Stands auf einer Messe für Sensorik und Embedded Technologie in den USA davon gehört. Er zögerte nicht lange: „Ich bin absolut fasziniert vom Pioniergeist der Weltraumagentur!“, so Weyerer.

Weit über 100 Embedded Systeme

Als Veranstaltungsleiter der embedded world sieht er das Wagnis der Weltraummissionen aus der technischen Perspektive: Beispielsweise habe die Raumfähre der ersten Mondmission mit gerade einmal 20 eingebetteten Systemen funktioniert. Heutige Pkw haben weit über 100 dieser kleinen, smarten Computersysteme.

Im Rover, den die NASA 2020 zum Mars schickt, sind etliche Embedded Systeme verbaut. Fotorecht: NASA/JPL-Caltech

Auch im Mars-Rover, der voraussichtlich im Februar 2021 die Erkundungsfahrten auf dem Mars beginnen wird, haben die NASA-Techniker etliche eingebettete Systeme verbaut. Sie sorgen dafür, dass sich der Roboter von der Erde aus steuern lässt, dass sich seine Kamera dreht und die vielen Sensoren ihre Messergebnisse an die Wissenschaftler auf der Erde senden können.

Embedded Systeme finden sich überall in unserem Alltag. Auf der internationalen Weltleitmesse für Embedded-Systeme, der embedded world in Nürnberg, treffen sich die wichtigen Unternehmen der Branche, darunter IT-Riesen wie Amazon oder Google sowie namhafte Unternehmen der Luftfahrt- und Automobilindustrie. „Wenn wir jetzt noch die NASA als Premium-Besucher gewinnen könnten, hätte das schon was!“, schwärmt Weyerer.

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Smart venue – wenn das Messegelände mitdenkt

Das Gehäuse, das Dr.-Ing. Jörg Robert in den Händen hält, ist nur wenige Zentimeter groß. Und doch beinhaltet es eine innovative Technologie: ein „Low Power Wide Area Network“, kurz LPWAN. Kernstück ist ein Sensor, der Daten über große Entfernungen sendet, dabei nur sehr wenig Energie verbraucht und deshalb eine lange Lebensdauer hat. „Theoretisch reicht das LPWAN bis zum Mond. Doch auf der Erde mindern Hindernisse wie Häuser die Reichweite“, erklärt Robert, während er eine Antenne auf dem sechsstöckigen Bürogebäude der NürnbergMesse ausrichtet. Diese soll die Daten der Sensoren empfangen, die der Ingenieur überall auf dem Messegelände platziert.

Härtetest im Messebetrieb

Einige Sensoren installiert Jörg Robert in Konferenzsälen, wo sie die Luftqualität messen. Fotorecht: NürnbergMesse

Wie gut das System im Live-Betrieb funktioniert, soll das Forschungsprojekt „FutureIoT“ erproben – unter anderem auf dem Gelände der NürnbergMesse. Besonders gespannt ist Jörg Robert, der am Lehrstuhl für Informationstechnik („LIKE“) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg forscht, auf die großen Technologiemessen im Herbst: „Wenn hunderte Messegäste ihre Handys nutzen oder Anwendungen mit eigenen W-LAN-Netzen präsentieren, könnte das zum Härtetest werden.“ Störungen mittels Algorithmen auszugleichen, ist dann die Aufgabe des Forscherteams.

Wenn alles funktioniert, liefern die Sensoren ihre Datenpakete über die Antenne zum Lehrstuhl nach Erlangen-Tennenlohe. Dort lesen Forscher die Daten aus und stellen sie per Internet den Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung Strategie- und Unternehmensentwicklung und des technischen Gebäudemanagements der NürnbergMesse zur Verfügung. Über den Browser sind dann als erstes der Verlauf von Temperatur, Feuchtigkeit und CO2-Gehalt in bestimmten Konferenzsälen einsehbar.

Weitere Sensoren wird das Start-up „Smart City System“ auf den Parkflächen der NürnbergMesse anbringen. Diese melden dann, ob ein Parkplatz frei ist oder nicht. Gekoppelt an ein Parkleitsystem oder verbunden mit den Belüftungsanlagen der Konferenzsäle oder Messehallen können die Daten der Sensoren dazu beitragen, direkte Nutzen für Aussteller und Besucher zu schaffen.

Offenes System, vielfältige Anwendungen

Beim Forschungsprojekt „FutureIoT“ wird das Messezentrum zum Testfeld für die innovative Technologie LPWAN. Fotorecht: NürnbergMesse

„Das System ist bewusst offen gestaltet und kann mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet werden. Das macht den Anwendungsbereich von LPWAN schier endlos“, unterstreicht Robert. Deutlich wird das beim Blick auf die Liste der Kooperationspartner: Vom Flughafen, der per LPWAN Gepäckwagen ortet. Über die Stadt Nürnberg, die Straßenlaternen mit den Sensoren ausstattet, um zeitaufwendige Kontrollen einzusparen. Bis hin zu den Stadtwerken Bamberg, die mit Sensoren auf den Bussen die Luftqualität in der Stadt messen wollen.

Die gesammelten Daten werden von den Forschern ausgelesen und können von der NürnbergMesse in Services für Aussteller und Besucher umgewandelt werden. Fotorecht: NürnbergMesse

Für die NürnbergMesse ist das Forschungsprojekt eine Möglichkeit, potenzielle digitale Anwendungen zu testen: „Insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung des Messegeländes ist die LPWAN-Technologie für uns sehr interessant. Mit den Sensoren sammeln wir wichtige Informationen, mit denen wir unsere Veranstaltungen weiter verbessern und den nächsten Schritt in Richtung eines ‚Smart Venue‘ gehen können“, sagt Dr. Martin Kassubek, Leiter des neuen Bereichs Corporate & Digital Development bei der NürnbergMesse.

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Start-up-Idee: Insekten-Power für Hund und Katz

Hermetia Illucens, die Schwarze Soldatenfliege. Sie ist wichtigster Bestandteil jenes Tierfutters, das ein junges Berliner Start-up in diesem Jahr neu auf den Markt gebracht hat. Seit März 2018 findet es über unterschiedliche Vertriebskanäle seinen Weg in immer mehr Haushalte mit Hunden in Deutschland und Europa. „Es enthält mehr Protein, Eisen, Kalzium als Fleisch, genau so viele Anteile Vitamin B12 und Mineralstoffe“, erklärt Véronique Glorieux, „Insektenprotein ist eines der nachhaltigsten tierischen Proteine, die es zurzeit gibt – und es schmeckt.“

Insektenprotein als nachhaltiges Hundefutter

Véronique Glorieux und Gema Aparicio – die Gründerinnen des Start-ups Eat Small. Fotorecht: NürnbergMesse / Jan Scheutzow

Véronique Glorieux und Gema Aparicio sind die Gründerinnen des Start-ups Eat Small. Kennengelernt haben sich die kanadische Tierärztin und die spanische Grafikdesignerin in einer Kung-Fu-Schule in Berlin Schöneberg. Gemeinsam ist ihnen die Liebe zu Tieren und das Anliegen, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Die Idee für ihr Produkt kam ihnen nach der Lektüre eines Artikels in einer kanadischen Zeitung über essbare Insekten, die hochnutritiv und nachhaltig für die Umwelt sind.

Das war Anfang 2017. Von da an ging alles sehr schnell: Verhandlungen mit einer Premium-Hermetia-Illucens-Zucht. Gespräche mit Herstellern von Zutaten. Weiterbildung und kaufmännische Ausbildung im Frühjahr. Firmengründung im Juli. Entwicklung von Rezepten, Corporate Identity und Website im Herbst. Einkauf der ersten Tonne Hermetia Illucens und erste Produktion im Dezember. Dazwischen räumte Eat Small bei einem Start-up-Wettbewerb in Berlin/Brandenburg einen Preis in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ ab. Nach Testphasen mit 50 Hunden aller Größen und Rassen war Eat Small Anfang 2018 mit vier Produktlinien und drei unterschiedlichen Trainings-Snacks bereit für den Markt.

„Der ideale Ort“

„Die Interzoo 2018 in Nürnberg war der ideale Ort dafür“, so Véronique Glorieux. Auf der weltgrößten Messe für die Heimtierbranche waren sie eines von 21 Start-ups am Gemeinschaftsstand für Jungunternehmer, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Enegie (BMWi) gefördert wird. „Wir wurden schon vor der Messe gut gecoacht und hatten an den vier Tagen am Stand alles, was wir brauchten – inklusive Kaffee und Kekse.“ Das Echo des Messeauftritts sei gewaltig gewesen, so eine überglückliche Véronique Glorieux: „Wir hatten so tolles Feedback, viele Besucher konnten es gar nicht glauben, dass wir erst vor kurzem an den Start gegangen waren.“

Unterm Strich gab es für Eat Small eine Vielzahl von Kontakten mit Groß- und Einzelhändlern, Verpackungsherstellern und Anbietern sekundärer Zutaten. „Im Austausch mit anderen jungen Start-ups erhielten wir zudem wertvolle Tipps für den Umgang mit Händlern.“ Im Winter 2018 wird der Erfolg greifbar. Einige unterzeichnete Verträge mit Großhändlern liegen bereits im Safe und eine neue Produktlinie als fertiger Entwurf auf dem Tisch – diesmal dürfen sich Katzen freuen.

Eat Small – Insect for Power Pets

Gründer-Idee: Haustiernahrung aus innovativen Insektenproteinen – Ernährungsleistung wie bei Fleisch, aber viel nachhaltiger für Tier und Natur

Gründer-Team: Véronique Glorieux (kanadische Tierärztin) und Gema Aparicio (spanische Grafikdesignerin)gründen im Sommer 2017 in Berlin das Start-up Eat Small – Insect Power for Pets

Gründer-Tipps: Weitermachen! Projekte müssen nicht sofort perfekt sein. Nie aufgeben! Probleme können einen noch stärker und kreativer machen. Sich darauf einstellen, dass man für eine ganze Zeit lang einen großen Teil des Lebens dem Start-up widmen wird. Netzwerke bilden! An Wettbewerben und Workshops teilnehmen sowie regionale, Landes- und EU-Förderungen in Anspruch nehmen.

Gründer-Messe: Premiere am geförderten Gemeinschaftsstand für Jungunternehmer auf der Interzoo 2018 in Nürnberg

Deutschlandweit größtest Angebot für Start-ups

Nürnberg: Deutschlands Messeplatz Nr. 1 für Start-ups. Fotorecht: NürnbergMesse

Eat Small ist eines, der bisher über 1.200 Start-ups, die sich seit 2007 an einem der vielen Gemeinschaftsstände für „junge innovative Unternehmen“ oder der Start-up-Areas auf den Fachmessen der NürnbergMesse beteiligt haben. Mit speziellen Formaten für Gründer auf 17 Leitmessen ist die NürnbergMesse Nummer 1 in Deutschland beim Angebot für Start-ups. Junge Unternehmen profitieren vom Know-how der Messe- und Start-up-Experten, einem direkten Ansprechpartner, einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis und der Unterstützung bei Organisation und Aufbau.

Weitere Infos im NürnbergMesse „Start-up-Hub“ oder direkt per Mail an startups@nuernbergmesse.de

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Start-ups, die die Welt ein Stückchen besser machen

Die ConSozial ist die KongressMesse für Fach- und Führungskräfte des Sozialmarkts im deutschsprachigen Raum. Für die die 20-jährige Jubiläumsveranstaltung hat sich die ConSozial etwas Besonderes überlegt. „Der neu eingeführte Innovationspark gib dieses Jahr zum ersten Mal sozialen Start-ups die Möglichkeit, sich einem großen Publikum zu präsentieren“ freut sich die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer. Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales ist der Veranstalter der ConSozial und Schirmherr des 1. Innovationsparks. Bei der Sonderschau sind viele spannende Produktideen dabei – von analog bis digital. „All diese Angebote machen die von uns veranstaltet ConSozial zu einem Ausgangspunkt für neue Ideen und moderne Wege“, so die bayerische Sozialministerin. 

Bei der Entwicklung des Innovationsparks hat sich die ConSozial mit der evangelischen Hochschule Nürnberg zusammengetan. Sara Bernreuther ist Mitglied des fünfköpfigen Projektteams und hat zusammen mit ihren Kommilitoninnen maßgeblich bei der Gestaltung des Innovationsparks mitgewirkt. Das Team hat die Sonderschau von Anfang an begleitet. Die Studentinnen haben eingehende Recherchen im Bereich der sozialen Start-ups betrieben und Existenzgründer mit spannenden Ideen für die Sonderschau akquiriert. Während der ConSozial am 7. und 8. November 2018 werden sie die Teilnehmer des Innovationsparks auch vor Ort betreuen.

Sara Bernreuther, Veranstaltungsteam Innovationspark / Foto: NürnbergMesse GmbH

Frage 1
Frau Bernreuther, welche sozialen Innovationen stellen die Start-ups vor? Können Sie uns von konkreten Produktideen erzählen?
Das ist ganz bunt gemischt und genau so vielfältig wie die ConSozial selbst. Es sind so viele spannende Ideen und Themen aus unterschiedlichen Bereichen dabei – von Integration über Behindertenhilfe bis hin zu Digitalisierung. Eines der Start-ups hat beispielweise eine smartglass Applikation entwickelt, die Menschen mit Behinderung zu unabhängiger Mobilität verhilft. Durch einfaches Nicken können Rollstuhlfahrer beispielsweise ihren Rollstuhl steuern. Ein anderer Aussteller des Innovationsparks ist ein Modelabel, das bequeme Kleidung für Rollstuhlfahrer entwickelt, die sich besonders für langes Sitzen eignet. Außerdem wird auch eine App vorgestellt, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat. Diese bietet unter anderem ein Bonussystem über das man Punkte sammeln kann, die der Kunde beim Kauf von nachhaltigen Produkten erhält. Was ich auch noch sehr spannend finde ist das Projekt zur digitalen Gesundheitsförderung für demenzkranke Menschen mit Hilfe eines interaktiven Therapieballs. Ich könnte hier jetzt noch über so viele andere Innovationen reden. Was ich einfach bewundernswert finde, ist, dass jedes einzelne der sozialen Start-ups für ihre Idee brennt und das Ziel haben etwas Positives zu bewirken. Ich freue mich schon richtig darauf, die Gründer und deren Produkte beim Innovationspark live zu erleben.

 

Beitragsbild-NMfairmag-Innovationspark-Consozial-Blauherz

Maßgeschneidert für Rollstuhlfahrer. Die Hosen von Herzblut können individuell an den Nutzer angepasst werden.  /Bild: BLAUHERZ

Frage 2
War es schwierig die Social Start-ups vom Innovationspark und der ConSozial zu überzeugen?
Nein, überhaupt nicht. Insgesamt haben wir äußerst positives Feedback erhalten und mussten kaum Überzeugungsarbeit leisten. Die Start-ups waren sehr dankbar, dass die ConSozial nun eine Plattform bietet, auf der Sie sich in einem besonderen Rahmen präsentieren können. Es ist eine einzigartige Gelegenheit mit etablierten Unternehmen und möglichen Sponsoren in Kontakt zu treten.
Frage 3
Wie kamen Sie zu diesem Projekt und hatten Sie schon vorher Berührungspunkte mit der ConSozial?
Da ich Sozialwirtschaft studiere, bin ich mit der ConSozial bestens vertraut. Ich war bereits die letzten Jahre immer auf der Messe. Deswegen hat mich das Projekt auch sofort angesprochen. Vor allen Dingen begeistert mich, dass wir den Innovationspark von Anfang bis Ende begleiten können. Es macht richtig Spaß, so praxisnah zu arbeiten.
Frage 4
Wie sah die Zusammenarbeit zwischen Ihrer Hochschule und der NürnbergMesse konkret aus? Wie ist das Projekt abgelaufen?
Zunächst haben wir uns mit Christian Arnold, dem Veranstaltungsleiter der ConSozial bei der NürnbergMesse getroffen und über den Aufbau und die Ziele des Innovationsparks gesprochen. Die konkrete Umsetzung hat sich dann erst nach und nach ergeben. Unsere Aufgabe war es, die Start-up Szene im Sozialmarkt zu erschließen. Wir haben uns die Fragen gestellt, welche Bedürfnisse Start-ups haben, welche Themen sie beschäftigen und auf welchen Kanälen sie vertreten sind. Das war wirklich spannend.
Frage 5
Und wie sind Sie bei der Recherche konkret vorgegangen?
Zuerst haben wir uns natürlich allgemein mit der Start-up Szene auseinandergesetzt, bevor wir dann den Fokus auf die Social Start-ups gelegt haben. Wir haben verschiedene Kriterien aufgestellt, nach denen wir eine Liste mit potentiellen Gründern für den Innovationspark erstellt haben. Nach Prüfung der Websites und Produkte haben wir uns dann an die konkrete Umsetzung gemacht und haben die Unternehmen kontaktiert. Seit Mai 2018 ist die Recherche nun abgeschlossen. In der ersten Phase konnten wir in kürzester Zeit bereits neun Start-ups für den Innovationspark begeistern. Inzwischen sind es aber schon deutlich mehr und wir haben noch viele weitere Interessenten.

Beitragsbild-NMfairmag-Innovationspark-Consozial-Wertewandel

Einfach Gutes tun: Die Wertewandel-App belohnt den Kauf nachhaltiger Produkte.  / Bild: Wertewandel GmbH

Frage 6
Was ist Ihr Fazit zu Ihrem Projekt und dem Innovationspark?
Ich persönlich fand das Projekt großartig und würde es jederzeit wieder machen. Die Start-up Szene ist ein absolut dynamisches, spannendes Feld mit großem Potential. Deswegen finde ich es auch klasse, dass die ConSozial nun den Innovationspark ins Leben gerufen hat und Existenzgründern eine Plattform bietet. Es ist einfach faszinierend, wie immer wieder neue, innovative Ideen mit Wow-Faktor entstehen. Außerdem bewundere ich, wie sich die Gründer für ihre Ideen, für ihre Visionen aufopfern. Denn sie entwickeln ihre Innovationen ja nicht nur für sich selbst, sondern wollen der Gesellschaft und anderen Menschen etwas Gutes tun, eben die Welt ein Stückchen besser machen.
Ende
Vielen Dank für diese spannenden Einblicke.

Die ConSozial inklusive dem Innovationspark findet am 7. und 8. November 2018 auf dem Messegelände Nürnberg statt. Weitere Informationen finden Sie hier:

http://www.consozial.de/

www.consozial.de/innovationspark

Schirmherr des Innovationsparks ist das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Medienpartner des 1. Innovationsparks ist das Fachmedium sgpREPORT, Schlütersche Verlagsgesellschaft.

 

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