Sprungbrett für Weltverbesserer

Norbert Kunz ist Geschäftsführer von Social Impact und hilft Social Start-ups bei der Gründung nachhaltig erfolgreicher Unternehmen. Fotorecht: Björn Kowalewski.

Erfolgreiches Unternehmertum, ökonomisches Denken und wirtschaftliches Handeln sind wohl Begriffe, die nicht sofort an Social Start-ups denken lassen. Dennoch sind auch das Aspekte, die für Sozialunternehmen durchaus zutreffen und wichtig sind. Social Start-ups liegen im Trend und verbinden Wirtschaftlichkeit mit sozialem Mehrwert. Sie sind soziale Problemlöser und Visionäre des sozialen Fortschritts und wollen gesellschaftliche, ökologische und soziale Konflikte mit ihren Ideen lösen, um so die Welt ein Stückchen besser zu machen. Norbert Kunz ist der Gründer von Social Impact. Er arbeitet seit über 30 Jahren in der Branche und hilft Start-ups dabei, ihre Ideen in die Tat umzusetzen und erfolgreiche Unternehmen zu gründen. Social Impact versteht sich als Agentur für soziale Innovationen und hat schon etliche Social Start-ups auf ihrem Weg begleitet. Im Interview gibt Herr Kunz Einblicke in seine Arbeit und die Start-up Szene.

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Herr Kunz, inzwischen feiern Sie mit Social Impact über 30 Jahre Erfolgsgeschichte, haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten und betreiben acht Social Impact Labs in ganz Deutschland. Wie sind Sie dazu gekommen und wie können Sie Existenzgründer*innen unterstützen?
Angefangen haben wir 1994 mit einem Qualifizierungsprogramm für arbeitslose Jugendliche ohne Berufsausbildung. Erst später haben wir mit dem Existenzgründungsprogramm begonnen und haben in den letzten Jahren über 3.000 Gründungsprojekte unterstützt. Seit 2011 fokussieren wir uns nun auch auf Social Start-ups und haben hier schon über 300 Projekte betreut. Social Start-ups sind Unternehmen, die soziale oder ökologische Probleme lösen wollen. Wir helfen ihnen bei der Entwicklung der sozialen Geschäftsmodelle und bei der Verbreitung ihrer Innovationsansätze. In jedem Lab erfolgen zwei- bis dreimal pro Jahr Bewerbungsaufrufe. Aus einer Anzahl von 30-50 Bewerbungen, werden dann 8-10 Projekte ausgewählt, die vor einer unabhängigen Jury aus Experten der Sozialwirtschaft pitchen können. Aus diesen werden dann vier bis fünf ausgewählt und in unser Programm aufgenommen. Dieses ist sehr umfangreich: Co-Working, Coaching, Mentoring, Workshops. Wir verfolgen hier einen ganzheitlichen Ansatz und möchten, dass unsere Start-ups auch nachhaltig erfolgreich sind. Und wir haben hier auch eine wirklich gute Erfolgsquote, ich würde mal sagen so zwischen 70 und 80 Prozent.

Das Start-up „GemüseAckerdemie“ zeigt Kindern, wo ihre Lebensmittel eigentlich herkommen und wie zum Beispiel Kartoffeln und anderes Gemüse angebaut wird. Fotorecht: Katharina Kühnel

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Wenn Sie die letzten Jahre zurückdenken, was war für Sie eines der herausragendsten Projekte, das Ihnen in Erinnerung geblieben ist?
Da gibt es natürlich unendlich viele. Was mir spontan einfällt: Eines der ersten Projekte, die ich betreute, war Ende der 90er Jahre. Wir unterstützten einen 19-Jährigen dabei sich im IT-Bereich selbständig zu machen. Fünf Jahre später traf ich den jungen Mann wieder und er kam mit einem roten Cabriolet vorgefahren und meinte zu mir: „Weißt du Norbert, meine Kunden verlangen von mir, dass ich mit so einem Auto komme“. Da musste ich schon schmunzeln. Ein anderes tolles Projekt, das mir einfällt ist die GemüseAckerdemie. Das ist ein Schulprojekt, bei dem Schüler*innen selbst Gemüse anbauen, vermarkten und verkaufen. Das Programm möchte bei den jungen Menschen ein Verständnis für die Lebensmittelproduktion und nachhaltigen Konsum schaffen. Auch Auticon möchte ich noch erwähnen. Das Start-up beschäftigt Autisten mit einer Spezialbegabung im IT Bereich. Dort werden die Angestellten für einzelne IT-Projekte von Firmen eingesetzt. Menschen mit Behinderung haben es leider oft schwer im Arbeitsmarkt.
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Wie hat sich die Gründerszene in den letzten Jahren verändert?
Ich würde sagen in den letzten sieben bis acht Jahren hat sich schon einiges getan. Zwischenzeitlich gab es wenige Gründer, die sich aus Not, eben aus der Arbeitslosigkeit und der Perspektivlosigkeit heraus selbständig machen wollten. Dies gewinnt nun wieder an Bedeutung, wenn ich hier an Geflüchtete denke. Deshalb haben wir auch den ersten Gründungsinkubator für Geflüchtete etabliert. Mit den Social Impact Labs adressieren wir in erster Linie gut ausgebildete junge Menschen, die etwas bewegen wollen, die eine soziale Lösung haben und diese Innovation teilen möchten.
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Was macht Ihrer Meinung nach eine gute Gründer*in aus?
Ich rate Gründer*innen immer dazu zuzuhören und offen zu sein. Man sollte Kritik und Ratschläge annehmen und vor allen Dingen ernst nehmen. Außerdem sollte jedes Social Start-up mit Herz bei der Sache sein, an die Innovation glauben und nicht vorschnell aufgeben. Auch ein wichtiger Punkt ist Partner für seine Idee zu gewinnen. Unterstützer und Kooperationspartner können für junge Unternehmen äußerst hilfreich sein und einen entscheidenden Schritt vorwärtsbringen, sowohl finanziell als auch was Erfahrung und Wissen betrifft.
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Sie sind ja Kooperationspartner des Innovationsparks. Hier gestalten Sie den Social Start-up Talk. Was haben Sie genau geplant?
Unser Ziel ist es natürlich die Ideen der Social Start-ups bekannt zu machen, denn hier gibt es eine deutliche Lücke. Viele soziale Innovationen sind nicht bekannt und es ist auch weitgehend unbekannt, dass es eine Start-up Szene gibt, die Lösungen für soziale Probleme entwickelt. Auf der ConSozial möchten wir den Start-ups die Möglichkeit geben sich in Pitches vorzustellen. Wir wollen aber natürlich auch den Austausch fördern und haben in dem Programm verschiedene Formate wie Speed-Networking vorgesehen. Ein weiteres Ziel ist es natürlich die Wohlfahrtsverbände anzusprechen und zukünftige Kooperationen und Partnerschaften anzubahnen.

Der Innovationspark auf der ConSozial bietet Social Start-ups die Gelegenheit ihre Idee mit einem breiten Fachpublikum zu teilen. Fotorecht: Heiko Stahl.

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Warum sind in Ihren Augen Messen wie die ConSozial so wichtig?
Das liegt doch auf der Hand. Start-ups müssen dorthin gehen wo der Markt bzw. der Marktplatz ist und daher liegt es nahe, dass sie ihre Innovationen auch auf Messen wie der ConSozial zeigen. Dort wird die gesamte Sozialbranche abgebildet und alle wichtigen Akteure wie Wohlfahrtsverbände, Sozialträger, Partnerorganisationen und weitere Sozialunternehmen sind gesammelt vor Ort. Daher ist es nur empfehlenswert dort auch präsent zu sein.
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Vielen Dank für das Interview.

Der ConSozial inklusive dem Innovationspark findet am 6. und 7. November 2019 im Messezentrum Nürnberg statt. 

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„Wir müssen Expert*innen für Unsicherheit werden!“

Berufe im Bereich der Pflege gelten nicht selten als anstrengend, kräftezehrend und unterbezahlt. Nicht zuletzt entscheidende Gründe, warum die Branche derzeit mit einem enormen Mangel an Fachkräften zu kämpfen hat. Umso erstaunlicher sei es, dass in den Niederlanden mit Buurtzorg ein Unternehmen des Pflegesektors mehrmals zum beliebtesten Arbeitgeber gewählt worden ist, meint Marie Ringler.

Die Europachefin von Ashoka, der weltweit größten Non-Profit-Organisation zur Förderung von Sozialunternehmer*innen, erklärt das Konzept hinter der von Ashoka unterstützten Innovation:

„Das Besondere ist, dass Hierarchien und eine Kontrolle der Mitarbeiter*innen abgeschafft wurden.

„Innerhalb von kleinen Teams entscheiden die Pfleger*innen selbst, wie viele Menschen sie in welchem Zeitraum betreuen, um für diese die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen.“ Auf diese Weise entstehe die hohe Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit. Zudem würden dadurch die Kosten der Pflege um rund 50% gesenkt werden – „und das ohne Abstriche in der Qualität“, meint Ringler und ergänzt: „Die Idee dabei ist es, den Mitarbeitenden als Expert*innen in ihrem Bereich Autonomie zurückzugeben.“

Ein Trend zu neuen Strukturen

Eine Idee, die gen Zukunft weist, wie Ringler festgestellt hat: „Ashoka lernt jedes Jahr Hunderte, wenn nicht gar Tausende Sozialunternehmer*innen kennen, die sich um eine Mitgliedschaft bewerben. Da haben wir natürlich ein ungeheures Verständnis, wo die Innovationen sind, was am besten funktioniert, und wohin der Trend geht.“

Marie Ringler ist die Europachefin von Ashoka. Die Organisation unterstützt Sozialunternehmer*innen mit dem Ziel „Everyone a Changemaker“ und ist das weltweit größte Unterstützungsnetzwerk für Social Entrepreneurs. Fotorecht: Marie Ringler

Aktuell zeichnet sich ab, dass das klassische hierarchische Führungsmodell nicht mehr funktioniert – sowie der Wunsch, alle Probleme alleine lösen zu wollen: „Heutzutage setzt man auf einen Ansatz, der auf Partnerschaften beziehungsweise Allianzen baut, wo man in starken Teams und nicht in klassischen Strukturen die effektivste Lösung erreicht.“ Insbesondere auch, wenn es um das Thema Kooperationen geht, sind ungewohnte Wege sehr gefragt. Als Beispiel nennt Ringler ein Sozialunternehmen aus Großbritannien, das sich dafür Starbucks auserkoren hat. Das Ziel ist es, mehr junge Menschen für Politik zu erreichen. „Und wo findet man die? Bei Starbucks!“, erklärt Ringler die Wahl auf den „völlig unwahrscheinlichen Partner“. Auch gefühlte „Gegner“ wie etwa Sozialversicherungen hätten sich schon als die besten Partner für Kooperationsarbeit herausgestellt. „Man muss dabei manchmal etwas um die Ecke denken.“

Mut zu neuen Lösungen

Doch was ist zu beachten, damit der Wagemut auch von Erfolg gekrönt wird? „Zunächst muss man überhaupt erst seinen Mut zusammensuchen“, so Ringler. Das sei der allererste Schritt. Dabei komme man nicht darum herum, sich darauf einzulassen, dass die Welt unsicher ist: „Wir müssen Expert*innen für Unsicherheit werden. Mit Neugierde und Kreativität das Problem neu zu denken, neu zu framen, neu zu definieren. Und schließlich neue Wege gehen in der Problemlösung.“ Dabei machen wir ganz sicher Fehler – doch das sei in Ordnung. „Wir müssen nur daraus lernen“, meint Ringler.

Eine gewisse Risikobereitschaft gehört dabei in jedem Fall dazu. Laut Ringler nicht nur für Sozialunternehmer: „In der heutigen Welt ist Risikobereitschaft für jede und jeden von uns wichtig. Wir müssen lernen, damit zu leben. Die Herausforderung besteht nicht darin, alles zu wissen und zu können, sondern darin, mit großer Lust in ein großes Becken voller Unsicherheit hineinzuspringen.“ Eine Gefahr, die Grenze zu einer zu großen Blauäugigkeit zu überschreiten, sieht Ringler dabei nicht: „Man muss natürlich wissen, was man tut. Und es machen, weil man die Welt verändern will. Wenn das unser Leitstern am Himmel ist, hilft es uns, das richtige Maß zu erkennen.

Wir sollten uns eher um zu wenig Risikobereitschaft sorgen, nicht um zu viel.“

Gründer*innen im Fokus

Um ein Ashoka-Stipendium zu erlangen, ist eine Offenheit für innovative Wege gefordert: „Zunächst stellt sich uns die Frage: Ist der Ansatz beziehungsweise die Lösung dahinter neu? Dann folgt der Blick auf die Gründerperson, die dahintersteht. Hat sie eine herausragende Persönlichkeit?“ Dies habe nichts mit einem Schulabschluss zu tun, sondern mit Kreativität. Zudem solle sie der Sache zu 100 % verpflichtet und integer sein sowie ethisch vertretbare Ansichten haben.

Wie sich in den Aufnahmekriterien bereits zeigt, steht der Mensch als Gründer*in im Zentrum von Ashoka, was Ringler mit der bestehenden Ausgangslage erklärt: „Oftmals werden zwar Projekte oder Organisationen an sich unterstützt, doch die Gründerpersönlichkeiten selbst bekommen meist keine ausreichende Unterstützung für ihre häufig sehr schwere und anspruchsvolle Arbeit.“

Ashoka existiert bereits seit über 40 Jahren und ist mittlerweile in 90 Ländern mit mehr als 3.000 Mitgliedern vertreten. Um ein sogenannter Fellow zu werden, sei es nicht wichtig, um welche Art von Geschäftsmodell es sich handelt, sondern es gehe darum, die Wurzel des Problems mit einer unternehmerischen Haltung anzupacken. Das Ziel dabei sollte ein großflächiger, globaler Systemwandel sein, wie Ringler fordert: „Es geht beispielsweise nicht darum, ein paar Bäume zu pflanzen, sondern darum, die gesamte Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen. Wohlfahrtssysteme – durch die Arbeit mit der Regierung und öffentlichen Institutionen – innovativ zu machen. Mehr Menschen mehr Unterstützung anzubieten und sie zu ermächtigen, Probleme selber zu lösen.“

Autorin: Lena Häusler

Im Rahmen der ConSozial 2019, Deutschlands größter KongressMesse für den Sozialmarkt, hält Marie Ringler einen Fachvortrag im Kongress zum Thema Neues Führen und Kooperieren.

Fachvortrag: 06.11.2019 (Mittwoch) von 14:00 – 15:00 Uhr: Neues Führen. Neues Kooperieren. Lösungen für eine komplexe Welt.

 

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Start-up-Idee: IT-Sicherheitslücke Mensch

Bei David Kelm sind es Menschen, denen er Gutes tun will. Genauer gesagt, Mitarbeiter in Unternehmen. Er ist Gründer von IT-Seal. Für seine Bachelor-Arbeit erhielt er 2015 den „Best-Student-Award“ des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Gemeinsam mit zwei seiner Kommilitonen an der TU Darmstadt wagte er den Sprung ins kalte Wasser. „Wir hatten das Glück zum Start mit dem EXIST-Gründerstipendium gefördert zu werden“, erinnert sich Kelm, „dies erlaubte uns, die ersten Schritte ohne große Sorgen und Risiko zu gehen.“ Mitgründer Alex Wyllie bringt seine organisatorischen Stärken ein, der dritte im Bunde, Yannic Ambach, steht hinter der technischen Entwicklung.

IT-Seal: Schwachstelle Mensch wird zur Stärke des Unternehmens

Ideengeber David Kelm kennt das Geheimnis hinter dem Erfolg: „Eine Gründung erfordert viel Einsatz und Begeisterung, ansonsten kann man es auch gleich lassen. Es gibt nicht den ,Overnight-Success‘, man muss lernen, für sich die richtige Balance zwischen Vollgas an der Arbeit und Zeit für sich und seine Liebsten zu finden.“ Das bereits mehrfach ausgezeichnete Start-up setzt genau da an, wo die Firewalls in Firmen versagen: bei der Schwachstelle Mensch. Gut getarnte Werbemails oder die perfekt gefälschte E-Mail vom Chef persönlich: 19 Prozent der digitalen Angriffe in Deutschland in den letzten beiden Jahren fielen in den Bereich „Social Engineering“, der gezielten Manipulation von Mitarbeitern.

Yannic Ambach (links) und David Kelm, die Gründer von IT-Seal. Fotorecht: NürnbergMesse / Thomas Geiger

„Wir geben ihnen das Werkzeug an die Hand, mit dem sie das verhindern können“, erklärt Kelm, „und schärfen langfristig ihr Gespür für Phishing Mails.“ IT-Seal macht das mit Sicherheitsanalysen wie der „Phishing Akademie“, einer „Security Awareness Standortbestimmung“ oder dem „Sicherheitskultur Audit“. Mit durchschlagendem Erfolg, auch für das Start-up selbst: Gewinner des europaweiten „Social Engineering Awards“; Top Ten-Platz unter den Cyber Security Start-ups Europas 2016; Platz zwei als „Awareness- Sicherheitsinitiative des Jahres“ bei den „Information Security Days“ in Luxemburg. Außerdem erfolgte in diesem Jahr die Patent-Anmeldung des „Employee Security Index“. Dabei wird die Phishing-Simulation in einer aussagekräftigen Kennzahl zusammengefasst.

it-sa: „Fixpunkt im Geschäftsjahr“

Der offizielle Markteintritt erfolgte auf der it-sa 2016 in Nürnberg. Kelm: „Gerade diese Messe bietet bestes Potenzial, um mit IT-Sicherheitsverantwortlichen aus aller Welt ins Gespräch zu kommen.“ Die it-sa bleibt ein Fixpunkt im Geschäftsjahr von IT-Seal, die hier geknüpften Kontakte brachten dem jungen Unternehmen eine Vielzahl von Aufträgen. Und beim Messeauftritt in diesem Jahr gab es für die Gründer eine weitere Auszeichnung: den erstmals vergebenen UP18@it-sa Award.

Gründer-Idee Steigerung des IT-Sicherheitsverhaltens von Mitarbeitern durch Security Awareness-Messung, Phishing Akademie, Sicherheitskultur Audit

Gründer-Team David Kelm, Alex Wyllie und Yannic Ambach gründen 2015 ihr Start-up IT-Seal, Platz 1 bei Start-up-Weekend in Darmstadt, EXIST-Gründerstipendium

Gründer-Tipps
Früh anfangen, Kunden zu kontaktieren und erste Verträge zu unterschreiben. Gewährleisten, dass im Team gute Stimmung herrscht und die Zusammenarbeit klappt. Sich regelmäßig Zeit nehmen, Feedback zu geben und Probleme zu besprechen, auch wenn immer viel zu viel zu tun ist. Lernen, „Nein“ sagen zu können – für das Angebot an interessanten Gesprächen, Veranstaltungen und Produktideen braucht der Tag mehr als 24 Stunden.

Gründer-Messe it-sa in Nürnberg: offizieller Markteintritt 2016, Gewinner des neu eingeführten UP18@it-sa Award 2018

Deutschlandweit größtest Angebot für Start-ups

IT-Seal ist eines, der bisher über 1.200 Start-ups, die sich seit 2007 an einem der vielen Gemeinschaftsstände für „junge innovative Unternehmen“ oder der Start-up-Areas auf den Fachmessen der NürnbergMesse beteiligt haben. Mit speziellen Formaten für Gründer auf 17 Leitmessen ist die NürnbergMesse Nummer 1 in Deutschland beim Angebot für Start-ups. Junge Unternehmen profitieren vom Know-how der Messe- und Start-up-Experten, einem direkten Ansprechpartner, einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis und der Unterstützung bei Organisation und Aufbau.

Weitere Infos im NürnbergMesse „Start-up-Hub“ oder direkt per Mail an startups@nuernbergmesse.de

 

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Start-up-Idee: Insekten-Power für Hund und Katz

Hermetia Illucens, die Schwarze Soldatenfliege. Sie ist wichtigster Bestandteil jenes Tierfutters, das ein junges Berliner Start-up in diesem Jahr neu auf den Markt gebracht hat. Seit März 2018 findet es über unterschiedliche Vertriebskanäle seinen Weg in immer mehr Haushalte mit Hunden in Deutschland und Europa. „Es enthält mehr Protein, Eisen, Kalzium als Fleisch, genau so viele Anteile Vitamin B12 und Mineralstoffe“, erklärt Véronique Glorieux, „Insektenprotein ist eines der nachhaltigsten tierischen Proteine, die es zurzeit gibt – und es schmeckt.“

Insektenprotein als nachhaltiges Hundefutter

Véronique Glorieux und Gema Aparicio – die Gründerinnen des Start-ups Eat Small. Fotorecht: NürnbergMesse / Jan Scheutzow

Véronique Glorieux und Gema Aparicio sind die Gründerinnen des Start-ups Eat Small. Kennengelernt haben sich die kanadische Tierärztin und die spanische Grafikdesignerin in einer Kung-Fu-Schule in Berlin Schöneberg. Gemeinsam ist ihnen die Liebe zu Tieren und das Anliegen, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Die Idee für ihr Produkt kam ihnen nach der Lektüre eines Artikels in einer kanadischen Zeitung über essbare Insekten, die hochnutritiv und nachhaltig für die Umwelt sind.

Das war Anfang 2017. Von da an ging alles sehr schnell: Verhandlungen mit einer Premium-Hermetia-Illucens-Zucht. Gespräche mit Herstellern von Zutaten. Weiterbildung und kaufmännische Ausbildung im Frühjahr. Firmengründung im Juli. Entwicklung von Rezepten, Corporate Identity und Website im Herbst. Einkauf der ersten Tonne Hermetia Illucens und erste Produktion im Dezember. Dazwischen räumte Eat Small bei einem Start-up-Wettbewerb in Berlin/Brandenburg einen Preis in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ ab. Nach Testphasen mit 50 Hunden aller Größen und Rassen war Eat Small Anfang 2018 mit vier Produktlinien und drei unterschiedlichen Trainings-Snacks bereit für den Markt.

„Der ideale Ort“

„Die Interzoo 2018 in Nürnberg war der ideale Ort dafür“, so Véronique Glorieux. Auf der weltgrößten Messe für die Heimtierbranche waren sie eines von 21 Start-ups am Gemeinschaftsstand für Jungunternehmer, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Enegie (BMWi) gefördert wird. „Wir wurden schon vor der Messe gut gecoacht und hatten an den vier Tagen am Stand alles, was wir brauchten – inklusive Kaffee und Kekse.“ Das Echo des Messeauftritts sei gewaltig gewesen, so eine überglückliche Véronique Glorieux: „Wir hatten so tolles Feedback, viele Besucher konnten es gar nicht glauben, dass wir erst vor kurzem an den Start gegangen waren.“

Unterm Strich gab es für Eat Small eine Vielzahl von Kontakten mit Groß- und Einzelhändlern, Verpackungsherstellern und Anbietern sekundärer Zutaten. „Im Austausch mit anderen jungen Start-ups erhielten wir zudem wertvolle Tipps für den Umgang mit Händlern.“ Im Winter 2018 wird der Erfolg greifbar. Einige unterzeichnete Verträge mit Großhändlern liegen bereits im Safe und eine neue Produktlinie als fertiger Entwurf auf dem Tisch – diesmal dürfen sich Katzen freuen.

Eat Small – Insect for Power Pets

Gründer-Idee: Haustiernahrung aus innovativen Insektenproteinen – Ernährungsleistung wie bei Fleisch, aber viel nachhaltiger für Tier und Natur

Gründer-Team: Véronique Glorieux (kanadische Tierärztin) und Gema Aparicio (spanische Grafikdesignerin)gründen im Sommer 2017 in Berlin das Start-up Eat Small – Insect Power for Pets

Gründer-Tipps: Weitermachen! Projekte müssen nicht sofort perfekt sein. Nie aufgeben! Probleme können einen noch stärker und kreativer machen. Sich darauf einstellen, dass man für eine ganze Zeit lang einen großen Teil des Lebens dem Start-up widmen wird. Netzwerke bilden! An Wettbewerben und Workshops teilnehmen sowie regionale, Landes- und EU-Förderungen in Anspruch nehmen.

Gründer-Messe: Premiere am geförderten Gemeinschaftsstand für Jungunternehmer auf der Interzoo 2018 in Nürnberg

Deutschlandweit größtest Angebot für Start-ups

Nürnberg: Deutschlands Messeplatz Nr. 1 für Start-ups. Fotorecht: NürnbergMesse

Eat Small ist eines, der bisher über 1.200 Start-ups, die sich seit 2007 an einem der vielen Gemeinschaftsstände für „junge innovative Unternehmen“ oder der Start-up-Areas auf den Fachmessen der NürnbergMesse beteiligt haben. Mit speziellen Formaten für Gründer auf 17 Leitmessen ist die NürnbergMesse Nummer 1 in Deutschland beim Angebot für Start-ups. Junge Unternehmen profitieren vom Know-how der Messe- und Start-up-Experten, einem direkten Ansprechpartner, einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis und der Unterstützung bei Organisation und Aufbau.

Weitere Infos im NürnbergMesse „Start-up-Hub“ oder direkt per Mail an startups@nuernbergmesse.de

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Auf digitaler Entdeckungsreise

Digitale Services anbieten, welche die Messeteilnahme für den Kunden noch attraktiver machen – das ist ein wichtiges Ziel der NürnbergMesse. Doch wie lassen sich die vielen guten Ideen der Mitarbeiter umsetzen? Vorbild im Digital-Workshop „New Business Camp“, für das sich Mitarbeiter bewerben konnten, sind die Kreativmethoden und das agile Arbeiten erfolgreicher Start-ups.

500 Zeichen als Bewerbungsschreiben

Den ersten Schritt für die Mitarbeiter auf ihrer digitalen Entdeckungsreise markierten 500 Zeichen. Vom Azubi bis zum Bereichsleiter war jeder der über 500 Mitarbeiter der NürnbergMesse aufgerufen, sich mit einem kurzen Text für den Digital-Workshop „New Business Camp“ zu bewerben. In wenigen Worten sollten die Mitarbeiter ausdrücken, warum sie die oder der richtige Kandidat/in für das Schulungsprogramm sind.

Aus den zahlreichen Bewerbungen wurden schließlich eine Handvoll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgewählt. Denn zum Konzept des Workshops gehört, dass die Teilnehmer hinsichtlich ihrer Verantwortungsstufen und Tätigkeiten einen bunten Querschnitt aus dem Unternehmen abbilden. So kommen die Teilnehmer u.a. aus den Veranstaltungsteams, der IT-Abteilung und dem Digital Marketing. „Durch die unterschiedlichen Sichtweisen der Teilnehmer und das kreative Arbeitsumfeld ist eine ganze eigene Dynamik entstanden. Wir wurden geradezu hineingezogen in die Themen“, berichtet Manja Rupprecht, eine der Teilnehmerinnen aus dem Bereich Marketing.

„Durch die unterschiedlichen Sichtweisen der Teilnehmer und das kreative Arbeitsumfeld ist eine ganze eigene Dynamik entstanden.“

Erkennen, entwickeln, testen

Zum Auftakt des Digital-Workshops ging es für die Teilnehmer nach Berlin. Gründeratmosphäre schnuppern und die Startup-Szene der Hauptstadt aus nächster Nähe kennenlernen. In den folgenden Workshops werden den Mitarbeitern dann agile Methoden vermittelt. Schrittweise sollen sie nach dem Prinzip des Design-Thinking Problemstellungen erkennen, Ideen und Lösungen entwickeln und diese an Prototypen direkt auf Messen testen.

Am ersten Workshop-Tag ging es beispielsweise darum, die Bedürfnisse eines fiktiven Kunden im Interview herauszuarbeiten. Aus den Ergebnissen sollten die Teilnehmer Ideen für Produkte entwickeln, welche die Kundenzufriedenheit maßgeblich steigern. Scheitern ist dabei ausdrücklich erlaubt – allerdings möglichst frühzeitig und ohne große Kosten. „Das Produkt anhand eines Prototypen immer wieder zu testen und sich so den Bedürfnissen des Kunden schrittweise zu nähern, das war für mich das Spannende!“, so Manja Rupprecht.

Ihre Entwicklungen testen die Workshop-Teilnehmer als nächstes live auf einer Messe der NürnbergMesse. Angeleitet werden die Messe-Mitarbeiter dabei von Experten der Agentur etventure. „Die Arbeitsmethoden von Start-ups und etablierten Unternehmen unterscheiden sich zum Teil enorm. Wir sind überzeugt davon, dass beide Seiten voneinander lernen können,“ so Ines Räth, vom Projektmanagement bei etventure.

Wie denken Start-ups? Die Experten von etvenure vermitteln wertvolle Tipps. Foto: NürnbergMesse

Zurück im Unternehmen sollen die Teilnehmer des „New Business Camps“ das erlernte Wissen auf Fragestellungen in ihrem Alltag anwenden. Indem sie die Methoden auch mit ihren Kollegen teilen, sollen auch eigene Entwicklungsprozesse angestoßen werden.

Dass agiles Arbeiten und „Design Thinking“ zu wertvollen Ergebnissen führen, haben Mitarbeiter der NürnbergMesse bereits im vergangenen Jahr bewiesen. Bei einem Workshop haben sie Ideen erarbeitet, die aktuell zu konkreten Anwendungen weiterentwickelt werden. So basiert eine Gastronomie-App auf den Ideen der Mitarbeiter. Diese soll zukünftig den Messegast über Menü und Standort der verschiedenen Restaurants auf dem Messegelände informieren.

Wie es im „New Business Camp“ weitergeht, lesen Sie in Kürze hier im NM fair.mag.

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