From Russia with love – and wine

Das erste alkoholische Getränk, das einem in den Sinn kommt, wenn man an Russland denkt, ist wohl Wodka. Gut, vom Krimsekt hat man auch schon mal gehört. Aber im Ernst: russischer Wein…? Anscheinend gar nicht so abwegig. Vor allem, seit ausgerechnet die Krimkrise 2014 und die Sanktionen des Westens Russland dazu gebracht haben, sich wieder verstärkt auf heimische Produkte zu konzentrieren. Und derer gibt es bei der Größe und Diversität Russlands viele – darunter eben auch Wein…

Weinbau 4.0

Weinherstellung ist derzeit generell und insbesondere in Russland im Umbruch. Nur einige der Schlagwörter dazu sind: Energieversorgung, Effizienzsteigerung, Vollmechanisierung, Digitalisierung, Qualitätssicherung, Ausprobieren neuer Rebsorten, etc. Speziell in Russland ist der Neubesatz der Weingüter ein wichtiges Thema. Viele alten russischen Anbaugebiete sind noch mit unverkäuflichen Sorten besetzt. Diese werden nun sukzessive durch interessantere und bessere Sorten ausgetauscht. Auch die aus der Historie der Sowjetunion entstandenen kurzen Zellen von maximal 50 Metern sind ineffizient. Das Ziel ist, sie zu vergrößern. Einige Regionen der Russischen Föderation sind bereits Vorreiter und Heimat für einige der prestigeträchtigsten russischen Weingüter.

Wine Paths of Russia

Auf der Beviale Moscow im Februar 2019 präsentierten sich unter dem Titel „Wine Paths of Russia“ drei dieser Regionen jeweils einen ganzen Tag lang:

  • Die Taman Halbinsel: Sie liegt östlich der bekannteren Halbinsel Krim zwischen dem Asowschen Meer und dem Schwarzen Meer und wird vom Fluss Kuban durchquert.
  • Die besagte Halbinsel Krim: Durch ihre Lage im nördlichen Schwarzen Meer war sie im Laufe der Geschichte schon immer stark umkämpft . In ihrem Süden bildet das Krimgebirge eine Wetter- und Klimascheide. Nördlich davon herrscht eher gemäßigtes Klima, aber im Süden gedeihen Weinstöcke im mediterranen Klima sehr gut.
  • Die Republik Dagestan: Eine russische Republik im Nordkaukasus, in der sich der südlichste Punkt der Russischen Föderation befindet. Im Osten verläuft eine lange Küste am Kaspischen Meer, das Klima ist dort sehr mild und trocken.

Wein auf Bier,… – bei Osteuropas ganzheitlicher Getränkemesse

Ob geeignete Rohstoffe, passgenaue Technologien, effiziente Verpackungen und Logistik oder kreative Marketingideen – mit ihrem ganzheitlichen Ansatz bietet die Beviale Moscow Lösungen für alle Segmente. So drehte sich bei der Veranstaltung im Februar 2019 im Pavilion for Wine Production & Manufacturing alles rund um Wein und Schaumwein: von Anbau und Herstellung bis hin zu Abfüllung und Vermarktung. Der Pavillon wurde gemeinsam mit führenden Playern im russischen Weinmarkt veranstaltet – Union of Russian Winemakers, Simple Wine und imVino. Vielleicht fügen Sie Ihren Urlaubsgrüßen aus Russland ja beim nächsten Mal auch eine Flasche Wein hinzu…?

Der Beitrag From Russia with love – and wine erschien zuerst auf Das Online-Magazin der NürnbergMesse..

Ein sportlicher Wettbewerb – mit Genuss

Hört man Begriffe wie „Deutscher Meister“ oder „Weltmeisterschaft“, denkt man spontan an Sport. Besonders die Fußballweltmeisterschaft begeistert hierzulande Millionen von Zuschauern, das Bier fließt dabei häufig literweise. Doch eine Meisterschaft, bei der Bier die Hauptrolle spielt?! Gibt es: die Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers.

Was macht eigentlich ein Biersommelier?

Welche sensorischen und herstellungstechnischen Besonderheiten besitzt ein Bier? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Bierstile in Aroma und Charakter? Welches Bier passt perfekt zu welchem Gericht? Wie präsentiere ich ein Bier und seine Geschichte spannend und emotional? Auf all diese Fragen weiß ein ausgebildeter Biersommelier die perfekte Antwort. Er ist Experte auf dem gesamten Gebiet des Bieres und Ansprechpartner sowohl für Brauereien, Einkäufer und Gastronomen als auch für Gäste und Verbraucher.

Die Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers

Seit 2009 werden diese besonderen Fähigkeiten in Form einer alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaft gewürdigt. Wie bei vielen Sportarten auch, entschied die Deutsche Meisterschaft darüber, wer sich für die im September 2019 in Rimini (Italien) stattfindende Weltmeisterschaft qualifiziert hat. In der Vorausscheidung der Deutschen Meisterschaft, bei der im Oktober 2018 bei der Doemens Akademie 45 Teilnehmer gegeneinander antraten, ging es zunächst um das Erkennen verschiedener Bierstile und biertypischer Flavours in einer Blindverkostung. Die 15 Besten haben sich direkt zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft qualifiziert. Wiederum sieben unter ihnen sind nach einer Bierpräsentation ins Finale um die Deutschen Meisterschaft eingezogen.

Beitragsbild-NMfairmag_Biersommelier_BrauBeviale2

Gewinner der Deutschen Meisterschaft der Biersommeliers 2018: Elisa Raus, Dr. Markus Fohr, Philipp Ketterer / Urheber: NürnbergMesse GmbH

Das Finale fand am 13. November 2018 auf der BrauBeviale, Investitionsgütermesse für die Getränkebranche, in den Hallen der NürnbergMesse statt. Hier lag der Fokus ganz auf der Bierpräsentation eines ausgelosten Bieres. Ausschlaggebende Wertungskriterien: die korrekte Einordnung des Bierstils, Foodpairing-Empfehlungen und die sensorische Beschreibung aber besonders auch Bühnenpräsenz und Emotionalität. Gar nicht so einfach, wussten doch die sieben Teilnehmer bis kurz vor Betreten der Bühne nicht einmal, welches Bier sie gleich präsentieren sollten. Am meisten überzeugt hat die hochkarätige Fachjury – bestehend aus Dr. Werner Glossner, Geschäftsführer Doemens Academy GmbH, Christoph Kämpf, Präsident des Biersommelier-Verbands und Andrea Kalrait, Veranstaltungsleiterin BrauBeviale und selbst ausgebildete Biersommelière – schließlich Dr. Markus Fohr. Er präsentierte in drei Minuten lebendig und emotional sowie mit viel Fachwissen ein belgisches Duvel. Auf dem zweiten und dritten Platz landeten Phillip Ketterer und Elisa Raus.

Beitragsbild-NMfairmag_Biersommelier_BrauBeviale3

Urheber: NürnbergMesse GmbH

Auch zur BrauBeviale sind einige Biersommeliers im Einsatz: In der Craft Drinks Area präsentieren sie an verschiedenen Bars unterschiedliche charakterstarke Biere und Bierstile.

Der Beitrag Ein sportlicher Wettbewerb – mit Genuss erschien zuerst auf Das Online-Magazin der NürnbergMesse..

Zukunftsfähigkeit der Getränkebranche

Eine Podiumsdiskussion mit Getränkeherstellern und rund 60 Fachjournalisten für FachPack und BrauBeviale ging im Juni drängenden Fragen der Getränkebranche nach: Wie verändert sich der Getränkemarkt? Welche Herausforderungen ergeben sich aus dem veränderten Konsumentenverhalten für die Getränkeproduzenten und welche Weichen sollten sie besser stellen, um auch in Zukunft erfolgreich im Markt agieren zu können?

Moderator Markus Raupach sprach darüber mit Martha Gehring (Inhaberin Weinbau & Edelobstdestille GEHRING), Marlies Bernreuther (Inhaberin und Geschäftsführerin Pyraser Landbrauerei), Stephan Michel (Geschäftsführer Mahrs Bräu) und Benedikt Pointner (Inhaber Pointner Edelbrand Destillerie).

NMfairmag-Beitrag-Zukunft-Getraenkebranche Foto von links: Martha Gehring, Stephan Michel, Marlies Bernreuther, Benedikt Pointner

Foto von links: Martha Gehring, Stephan Michel, Marlies Bernreuther, Benedikt Pointner

Wir haben die prägnantesten Aussagen zusammengefasst:

Gehring: „Wein hat in Deutschland eine enorme Entwicklung hinter sich. Heute sind deutsche Winzer weltweit unterwegs und kommen mit neuen Ideen zurück. Dahinter steckt weit mehr als nur die reine Herstellung von Wein, hinter Frankenwein beispielsweise steht ein ganzer Tourismuszweig.“

Bernreuther: „Wir stellen jedes Jahr über 50 Sorten her, aber sehr strukturiert. Wir überprüfen und überdenken unser Sortiment regelmäßig.“

„Eine Frau macht einen Schluck und wenn es ihr nicht schmeckt, lässt sie es stehen. Männer trinken alles.“

Pointner: „Die Entwicklung bei den Brennern verläuft ähnlich zur Entwicklung bei Bier und Wein, jedoch sind Brenner noch eher am Anfang. Die Szene wird jünger, besinnt sich auf Qualität, lässt sich schulen. Es gibt mittlerweile den Ausbildungsberuf Brenner sowie weiterführende Ausbildungen wie den Edelbrandsommelier.“

Michel: „Wir richten unser Hauptaugenmerk auf weibliche Konsumenten: Eine Frau macht einen Schluck und wenn es ihr nicht schmeckt, lässt sie es stehen. Männer trinken alles.“

Das kommt mir nicht in die Dose – oder etwa doch?

Bernreuther: „Bier in der Dose? Für uns in Deutschland nicht denkbar, für den Export allerdings schon. Die Dose ist eine der besten Verpackungslösungen für Bier, für Getränke überhaupt. Aber vor allem in Deutschland spielt da noch der Imageaspekt mit.“

Michel: „Die Dose ist bestes Outdoor-Produkt: leicht transportierbar, lichtgeschützt, schnell kühlbar, keine Verletzungsgefahr wie bei Glas. Wer das Bier nicht aus der Dose trinken möchte, kann es ja ins Glas einschenken.“

Gehring: Prosecco, Cocktails, Schorle in der Dose – ja. Puren Wein in der Dose kenne ich nur aus Schweden. Gehobene Weine haben jedoch einen anderen Stellenwert, eine andere Zielgruppe, die werden bei uns nicht in die Dose kommen.“

Alkoholfrei: top oder Flop?

Bernreuther: „Alkoholfreies Bier ist mittlerweile unsere zweitstärkste Sorte in der Brauerei.“

Gehring: „Alkoholfreier Wein? Ist ein Thema, aber schwierig, Alkohol ist nunmal Geschmacksträger. Leichtere Weine werden gerade im Sommer nachgefragt und auch angeboten. Teilweise gibt es auch passable alkoholfreie Weine.

Und so sieht die Zukunft aus…

Michel: „Auch wenn wir international sehr erfolgreich sind, müssen wir auch an unseren Heimatmarkt denken. Man sollte bei dem bleiben, was man kann und „ehrliches“ Bier machen.“

Bernreuther: „Einziger Vorteil der Craft Beer Bewegung ist, dass tatsächlich mehr über Bier gesprochen wird. Craft Brew heißt Handarbeit, was wir ohnehin schon immer machen. Wir konzentrieren uns auf unsere Hauptsorten. Bei der Verpackung setzen wir auf kleiner und leichter mit unserem teilbaren Kasten.“

„Wir wollen neue, spannende Produkte schaffen, mit Pathos, Geschichte dahinter.“

Pointner: „Ein guter Brand ist immer Handarbeit. Qualität entsteht nicht in der Brennerei, Qualität entsteht am Baum.“

Gehring: „Wir erleben überall einen Trend zu mehr Virtualität. Stichwort Alexa, das wird die Zukunft sein. Gute Weine, bodenständige Geschichten und vor allem: die Konsumenten zu Hause abholen.“

Michel: „Unser Kellerbier in der 0,25l-Flasche ist inspiriert durch die Düsseldorfer Altbier-Größe wie im Füchschen: Nicht nur Frauen und jüngere Konsumenten, auch ältere Menschen wollen lieber kleinere Größen. Der Vorteil: Das Bier ist immer frisch, man hat weniger zu tragen. Wir sind damit seit 2011 auf dem Markt, inzwischen wurden wir von größeren Brauereien abgekupfert.“

Pointner: „Wir leben in Bayern im Land des Bieres, da liegt es nahe, den Schulterschluss zu den Brauern zu suchen. Bierbrand ist zum Beispiel eine Nische, die wir besetzen wollen, um aus unserem Schatten herauszutreten. Wir wollen neue, spannende Produkte schaffen, mit Pathos, Geschichte dahinter.“

Der Beitrag Zukunftsfähigkeit der Getränkebranche erschien zuerst auf Das Online-Magazin der NürnbergMesse..