„Bio wirkt!“ … ganzheitlich für die Gesundheit

Kenia ist ein dicht bevölkertes Land mit mittlerweile über 50 Millionen Einwohnern. Die sehr schnell wachsende Bevölkerung kann im Jahr 2055 mehr als 100 Millionen Menschen erreichen. Über 50 % der Kenianer sind Bauern. Aber nur ein Fünftel des Landes kann für die Landwirtschaft genutzt werden. Wie denkst Du über die Ernährungssicherheit in Deinem Land?

Wir haben in der Vergangenheit einige schwere Krisen erlebt – die letzte große Hungerkatastrophe war 2011. Heute wird der nationale Ernährungsstandard immer besser. Aber jetzt hat Kenia, wie viele andere Länder auf der ganzen Welt, ein anderes Problem im Zusammenhang mit Lebensmitteln. Auf der einen Seite leidet ein Teil unserer Bevölkerung immer noch an Unterernährung, auf der anderen Seite finden wir die Hälfte unserer Bevölkerung, die – vornehmlich in den großen Städten – mit Übergewicht, Fettleibigkeit und Diabetes kämpft. Das liegt daran, dass die Menschen zu viel ungesundes Essen und Fast Food konsumieren. Es wird mit viel zu viel Zucker-, Salz- und Fettzusatz verarbeitet. Schlimmer noch, Allergien, Asthma und Krebs sind Experten zufolge zum Beispiel mit falscher Ernährung verbunden. Studien bestätigen, dass hoch verarbeitete Lebensmittel nicht der richtige Weg sind, um gesund zu leben.

Die kenianische Bio-Unternehmerin Sylvia Kuria. Fotorecht: Sylvia Kuria

Sind sich die Menschen heute bewusster über eine gesunde Ernährung? Gibt es einen Unterschied zwischen Stadt und Land?

„Das hat mich stark von den Vorteilen des ökologischen Landbaus überzeugt und ich glaube daran, dass dies der beste und einzige Weg ist meine Familie gesund zu ernähren.“

Es ist richtig, dass ein Teil der Menschen dank Informationen aus dem Internet und den Medien in den letzten Jahren mehr über gesunde Lebensmittel erfahren hat. Auch die Bildung spielt eine wichtige Rolle. In den letzten zehn Jahren in denen ich mich mit dem Gemüseanbau beschäftige, habe ich viel gelernt, auch viele Fakten über die schlechten Auswirkungen von Chemikalien und Pestiziden auf unseren Boden und unsere Lebensmittel. Das hat mich stark von den Vorteilen des ökologischen Landbaus überzeugt und ich glaube daran, dass dies der beste und einzige Weg ist meine Familie gesund zu ernähren. Es ist nicht einfach als Bio-Bäuerin zu arbeiten, aber ich hatte das Glück am Anfang Hilfe von der kenianischen Bio-Organisation KOAN (Kenia Organic Agriculture Network) zu bekommen. Später konnte ich dann mein Wissen weitergeben, Schulungen durchführen und einige andere Kleinbauern überzeugen. Außerdem hatte ich die Gelegenheit einige Interviews zu geben, um das Wissen über den ökologischen Landbau und eine gesunde Ernährung zu verbreiten.

 

Du hast viele Aktivitäten gestartet, um andere Bauern davon zu überzeugen, ökologisch zu produzieren und ihre Familien biologisch zu versorgen. Wie erklärst du die Vorteile des ökologischen Landbaus und von Bio-Lebensmitteln?

„Es ist noch viel zu tun und wir müssen den Menschen noch viel erklären.“

Langsam aber sicher sind sich immer mehr Menschen bewusst, dass ihre Ernährung ungesund ist und außerdem auch schlecht für die Umwelt. Nur Monokulturen von Mais und Bohnen anzubauen kann nicht gut für den Boden und den Betrieb sein. Denn man ist abhängig von den großen Saatgutfirmen, man behandelt seinen Boden schlecht und wir verlieren unsere Biodiversität. Es ist so viel nachhaltiger eine gute Mischung aus Gemüse wie Karotten, Grünkohl, Spinat, Kräutern und anderem anzubauen. Diese Argumente, zusammen mit der Erfahrung, dass die Produkte schmackhafter sind, können die Menschen überzeugen. Meine Kunden, die bei mir Gemüse kaufen, fragen mich oft, warum das Gemüse so süß und aromatisch ist, und ich kann sagen…. „Weil ich es im Einklang mit der Natur und biologisch angebaut habe.“ Es ist noch viel zu tun und wir müssen den Menschen noch viel erklären. Anfang November habe ich zusammen mit anderen ein Geschäft in Nairobi eröffnet. „Sylvia‘s Basket“ soll unser Bio-Gemüse und andere Bio-Produkte in die Stadt bringen, wo das Bewusstsein und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln wächst.

Was war Deine Motivation und Mission Bio-Bäuerin und Gründerin von „Sylvia‘s Basket“ zu werden?

Als Kind habe ich viel Zeit auf dem Hof meiner Großeltern verbracht und war in den Schulferien immer gerne dort. Um ehrlich zu sein war es ein Traum, Bäuerin zu werden. Als unsere junge Familie wuchs, zogen wir von Nairobi nach Limuru auf das Land. Ein kleiner Gemüsegarten war eines der ersten Dinge, die ich dort begann. Am Anfang war es sehr schwierig, aber ich war hartnäckig. Mit wachsender Erfahrung, der Unterstützung eines Bio-Vereins und der vollständigen Umstellung auf biologische Methoden war ich dann erfolgreich und konnte viele gesunde Lebensmittel produzieren. Das Ernten von Bio-Gemüse und Obst für meine Familie – meine Kinder sind jetzt 10, 8 und 7 Jahre alt – aber auch das Teilen mit Freunden und Nachbarn war eine Bestätigung und ermutigte mich weiterzumachen und zu expandieren. Aufgrund meiner Mission, gesunde Lebensmittel für mehr Menschen verfügbar und erschwinglich zu machen, habe ich „Sylvia‘s Basket“ gegründet, wo man Bio-Gemüse und -Obst online bestellen kann. Das wurde ein Erfolg.

Glaubst Du, dass Bio-Lebensmittel das Niveau der Gesundheit und Ernährungssicherheit in Kenia und auf der ganzen Welt erhöhen können?

Ich bin sicher, dass gute, gesunde Lebensmittel und die Gesundheit der Menschen eng miteinander verbunden sind. Der biologische Landbau hat sich als der beste und nachhaltigste Weg erwiesen. Je mehr Landwirte in der ökologischen Landwirtschaft arbeiten, keine Pestizide spritzen, sondern den Boden heilen, desto mehr gute Lebensmittel stehen zur Verfügung und können die Gesundheit der Menschen fördern. Vor allem Eltern müssen anfangen, ihre Kinder gesund zu ernähren. Wenn wir auf hoch verarbeitete und raffinierte Lebensmittel verzichten, können wir unsere Ernährungsweise verbessern und unseren Körper wieder ins Gleichgewicht bringen. Von gesunden Böden bekommen wir nicht nur besseres Gemüse, sondern gesunde humusreiche Böden sind auch widerstandsfähiger gegen Trockenheit und können dazu beitragen CO2 zu reduzieren und damit den Klimawandel einzudämmen. Das bedeutet, dass mehr ökologischer Landbau auf der ganzen Welt ein großer Vorteil für die Menschheit und unseren Planeten ist. Mein Rat ist, klein und vor Ort anzufangen und Deine Nachbarn zu überzeugen. Kleine Cluster von 200 bis 300 Bio-Hausgärten auf dem Land könnten so vieles verändern! In Kenia haben wir begonnen uns zu wandeln, es gibt eine ziemlich gute Bio-Bewegung. Aber mehr Bildung und Trainings sind notwendig, um noch viel mehr Kleinbauern für die Bio-Bewegung zu gewinnen. Es gibt viel Potenzial, die Bauern sind offen. Ich bin zutiefst überzeugt, dass Bio helfen kann, die Welt in einen besseren Ort zu verwandeln.

Das vollständige Interview lesen Sie im Newsroom der BIOFACH.

Hier geht es zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3 unserer Interview-Serie.

Das Interview führte Karin Heinze, BiO Reporterin International.

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Kommt raus aus Eurer Nische! Und werdet politischer!

Der Arzt, Komiker und Autor Dr. Eckart von Hirschhausen hat 2019 das Messe-Duo BIOFACH und VIVANESS mit seiner Key-note vor begeisterten 800 Gästen eröffnet. Er hat dabei genau die Themen angesprochen, die die Branche bewegen: Ökologie, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Gesundheit im ganzheitlichen Sinne. Humorvoll und mit Augenzwinkern ebenso wie mit Ernst und Engagement. Generell verbindet Dr. Eckart von Hirschhausen die Themen Gesundheit und Humor – nicht zuletzt mit seiner Stiftung „HUMOR HILFT HEILEN“. Dem Online-Magazin der NürnbergMesse, NM.fairmag, gab Dr. Eckart von Hirschhausen im Umfeld der BIOFACH ein Interview.

Herr von Hirschhausen, was bringt jemanden wie Sie, der mit seinem Humor andere zum Lachen bringt, selbst zum Lachen?
Ich bin ein sehr großer Loriot-Fan, mein großes Vorbild durfte ich auch noch persönlich kennenlernen. Und ich mag komische Gedichte und Lieder, von Morgenstern, Ringelnatz, Tucholsky bis zu Gernhardt, Sebastian Krämer oder Bodo Wartke. Aber worüber für mich nichts geht, ist der Humor von Kindern. Für die CD „Ist das ein Witz? Kommt ein Kind zum Arzt“ haben wir neben Witzen auch Sprüche gesammelt, die Kinder einfach so heraushauen, von Wortneuschöpfungen bis zu tiefer Erkenntnis, wie der Satz eines 6jährigen, den ich einfach großartig finde: „Man kann nie wieder etwas verlieren, wenn man weiß, wo IRGENDWO ist.“

Gesundheit: Die Herausforderung mit unserem Körper, so wie er ist, Lebensfreude zu haben

Und was heißt für Sie persönlich „gesund“?
Gesundheit ist für mich nicht die Abwesenheit von Krankheit, sondern die Herausforderung mit unserem Körper, so wie er ist, Lebensfreude zu haben. In diesem Sinne möchte ich dazu beitragen, dass alle Menschen die Chance auf ein gesundes und erfülltes Leben haben. Fakt ist heute schon, dass sozial benachteiligte Menschen in Deutschland 10 Jahre kürzer leben. Deshalb engagiere ich mich vor und hinter den Kulissen für Gesundheitskompetenz. Wir könnten allen bereits im Kindergarten und der Schule die wichtigsten Spielregeln für unseren Körper beibringen: Nicht rauchen, bewegen, Gemüse, erwachsen werden und Kind bleiben. Das macht 15 Jahre der Lebenserwartung aus. Wie man das im Alltag umsetzt, versuche ich auf den verschiedenen Kanälen zu vermitteln: Vorträge, Fernsehen, Bücher, Bühnenshows, einer eigenen Zeitschrift „Hirschhausen Gesund Leben“ und jetzt im Dialog mit Ihnen!

Die Bio-Branche fasst den Begriff Gesundheit weit und sagt, das „System Bio“ ist in seiner Ganzheitlichkeit „gesund“. Vom Anbau über die Wirtschaftsweise bis zu Ernährungsstilen…Wie sehen Sie das?
Wir essen viel zu viel Fleisch. Das tut uns nicht gut. Und auch nicht den Kreaturen, die zufälligerweise unter uns in der Nahrungskette stehen. Und vor allem: Was wir durch die Produktion anrichten, sehen wir ja im Supermarkt nie. Angenommen, wir müssten zu jedem Kilo Fleisch, das wir kaufen obligatorisch die 10 Liter Gülle, die damit verbunden sind, immer mit kaufen und uns selber um die Entsorgung kümmern. Wir würden automatisch wissen: Fleisch braucht es nicht jeden Tag.

Humor hilft heilen!

Humor und Gesundheit – ein perfektes Paar, das unbedingt zusammengehört?
Auf jeden Fall. Mit humorvoller Wissensvermittlung kommt man viel weiter als mit Drohungen. Ein gutes Beispiel ist das Rauchen. Es gibt keinen Raucher, der nicht wüsste, dass das nicht besonders gesund ist. Doch das hindert sie offensichtlich nicht daran, es dennoch zu tun. Studien zeigen, dass für Jugendliche das Rauchen umso attraktiver ist, je mehr man über die Gefahren des Rauchens redet. Warum ist das so? Ein Jugendlicher möchte seine Stärke beweisen. Wenn man ihm dann sagt, da ist etwas total Gefährliches, dann kann er ja beweisen, dass das ihm nichts ausmacht. Das ist dann so eine Art Mutprobe. Besser ist es, den Jugendlichen zu erzählen, dass die Zigarettenindustrie bereits vor 50 Jahren versucht hat, mit bestimmten Inhaltsstoffen junge Menschen gezielt süchtig zu machen. Dann packt man den Jugendlichen bei seiner Ehre, der sich da nicht manipulieren lassen möchte und stolz Zigaretten ablehnt mit dem Satz: Ich lass mich doch nicht verarschen.

Mit Ihrer Stiftung HUMOR HILFT HEILEN möchten Sie „das Humane in der Humanmedizin und Pflege stärken“.  Was ist Ihr wichtigstes Anliegen und mit welchen Projekten fördern sie diese Anliegen?
Wir spannen einen großen Bogen von Musiktherapie bei Frühchen bis zu Humorvisiten auf der Palliativstation und Pflegeheimen. Wir fördern alles, was der Seele guttut, und die Kasse nicht zahlt. Ein großer Schwerpunkt sind inzwischen Forschungsprojekte und Workshops für Pflegekräfte. Diese zentrale Gruppe im Gesundheitswesen steht unter enormen Druck. Deshalb setzen wir uns im Großen für andere politische Rahmenbedingungen auf dem Deutschen Pflegetag ein, und im Kleinen bringen wir unsere Trainer in Pflegeschulen, damit die Themen „Resilienz, Achtsamkeit und Selbstfürsorge“ gleich zu Beginn ganz praktisch erfahrbar werden. Das Ganze wird auch wissenschaftlich begleitet, so dass Inhalte der positiven Psychologie hoffentlich bald auch Teil der regulären Ausbildung werden.

Botschaft an die Bio-Branche: Kommt raus aus Eurer Nische!

Wenn wir bald 10 Milliarden Menschen in Würde auf diesem Planeten ernähren wollen, braucht es ein radikales Umdenken in Mobilität und Landwirtschaft.

Sie haben mit Ihrer Key-note am 13. Februar 2019 die beiden Messen BIOFACH und VIVANESS eröffnet und die rund 800 Gäste begeistert! Gibt es eine Kernaussage, welche Botschaft haben Sie an die Bio-Bewegung?
Kommt raus aus Eurer Nische! Und werdet politischer! Es reicht nicht, eine kleine „bewusste“ Elite mit eingeflogenen Biomangos zu versorgen, das ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Da ist jeder regionale Apfel besser. Wenn wir bald 10 Milliarden Menschen in Würde auf diesem Planeten ernähren wollen, ohne dass wir uns alle beim Kampf um Wasser, Ackerfläche und Regionen mit erträglicher Außentemperatur die Köpfe einschlagen, braucht es ein radikales Umdenken in Mobilität und Landwirtschaft. Solange ein Drittel der erzeugten Nahrungsmittel weggeworfen werden, und gleichzeitig Menschen hungern, braucht es andere „Innovationen“ als neue Müslimischungen mit „Superfood“.

Sie haben als Ernährungsweise das Intervallfasten für sich entdeckt – zum Schluss noch zwei persönliche Ernährungsfragen: Dr. Eckart von Hirschhausen beim Einkauf – wie wichtig sind Ihnen Faktoren wie Bio, Ökologie und Produktionsbedingungen der Lebensmittel, die Sie in den Einkaufskorb legen?
Klar ist das wichtig, aber gleichzeitig nervt mich das Ideologische der Szene, die sich lange darüber streiten kann: Was ist gesünder, drei Vierkornbrötchen oder vier Dreikornbrötchen.

Sie sollten mich nie mit einer Tafel Marzipan-Schokolade alleine in einem Raum lassen, da kann ich für nichts mehr garantieren!

Klar ist das wichtig, aber gleichzeitig nervt mich das Ideologische der Szene, die sich lange darüber streiten kann: Was ist gesünder, drei Vierkornbrötchen oder vier Dreikornbrötchen.
Sie sollten mich nie mit einer Tafel Marzipan-Schokolade alleine in einem Raum lassen, da kann ich für nichts mehr garantieren!

Herr von Hirschhausen, herzlichen Dank für das Gespräch!

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Street Food: Megatrend, Massenhype oder Ernährungsrevoluzzer?

„Essen ist das neue Pop“, konstatierte Trendforscherin Hanni Rützler bereits 2015 in ihrem vielbeachteten Food Report. Niemand würde ihr mehr widersprechen. Heutzutage sagt die Art, wie, wann, was, mit wem wir essen mehr aus, als die Kleidung, die wir tragen oder das Auto, das wir fahren. Food ist plötzlich nicht mehr nur funktionelles Grundbedürfnis, sondern Hauptakteur, Stilmittel und Ausdrucksform unseres ganz persönlichen Lebensstils. Man isst, was man ist, hieße es wohl heute.

Um die ganze Welt: Gutes Street Food für eine gute Zeit!

Das sinnliche Erleben unseres Essens ist heute Ausdruck eines neuen Lebensgefühls, das zuerst die reisefreudigen Hipster infizierte, die neuen Inspirationen, Geschmacksvorlieben und exotische Rezepturen von ihren Urlaubstrips mitbrachten. Und in den Metropolen ernährten sich auch die Foodies nach den zahlreichen Ernährungsskandalen zunehmend bewusster und nachhaltiger. Schlagworte wie Qualität, Tierwohl, Vegan, Slowfood, Bio, Frische, Regionalität, gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit standen plötzlich ganz weit oben auf der Agenda und beeinflussten später ebenso den Konsum und das Essenverhalten ganzer Familien. Nicht Masse, sondern Klasse lautet nun das Credo.

Dieser neue nachhaltigere und gesündere Lifestyle beflügelte nicht nur die Bio-Branche, sondern auch das Street Food Business. Es entwickelte sich ein regelrechter Street Food-Hype: In Nürnberg setzten sich die Foodtruck RoundUps in Bewegung. In Berlin gilt u.a. der Kreuzberger Street-Food-Markt in der Markthalle 9 als Treiber für die Street Food Bewegung in Deutschland. Street Food Events sind nunmehr ein Garant für kulinarische Vielfalt, fröhliche Gemeinschaft und lebendigem Austausch. Denn sie sind die Antwort auf aktuelle Konsumentenbedürfnisse: Street Food ist unkompliziert, fröhlich, gesellig und gut.

Hype oder Bleib?

Dieser neue „Garküchen-Trend“ hatte zudem deutliche Effekte auf Produzenten und Gastronomie: Entgegen der starren Gesetzmäßigkeit der Französischen Haute Cuisine ist Street Food das Statement einer neuen Generation von zumeist ungelernten Köchen wie Migranten, Quereinsteiger, Foodies, die ihre Landesküchen oder Lieblingsgerichte ganz simpel und einfach gut auf die Teller bringen. Authentisches, multikulturelles Street Food wird nun in eigenen oder geliehen Foodtrucks gegart.

Street Food setzt Trends bei Nachhaltigkeit und bewusstem Konsum

Street Food ist nicht nur ein Treiber des „good food“, das das Bewusstsein für vielfältige und bewusste Ernährung über alle Grenzen hinweg fördert; Street Food setzt auch Maßstäbe bei Konsum, Umweltschutz und Verpackung: Der „Pappteller“, auf dem die hausgemachten Köstlichkeiten serviert werden, kommt nun z.B. als nachhaltiges und biologisch abbaubares Palmblatt-Geschirr daher. Und auch Plastik-Trinkhalme sind ein „No-Go“ und werden durch umweltfreundliche Bio-Strohhalme aus Roggen & Co. ersetzt.

Digital, flexibel, unbegrenzt verfügbar

Street Food revolutioniert obendrein das Online Business: Warum? Die zunehmende Vermischung von Arbeit und Freizeit, das Work-Life-Blending, ist ein Phänomen unserer Zeit. Meetings werden nun mitunter in Supper Clubs am Abend abgehalten, um durch die gelockerte, genussvolle Atmosphäre Kreativität und Involvement der Mitarbeiter und Teams zu fördern. Die Vermischung vom Privatem und Beruflichem und die Auflösung des starren 8-Stunden-Arbeitstages befördert den Trend zum Immer-und-Überall-Essen. Nicht nur die Home or Work-Delivery-Services können hier punkten. Auch die Street Food Anbieter profitieren von dieser Entwicklung. Wir sind heute 7/24 mobil und digital unterwegs. Das Speiseangebot passt sich unserem neuen Lebenswandel und unseren Ansprüchen nach einer ständigen Verfügbarkeit verschiedenster Foodstile und Geschmacksrichtungen an.

Lagerfeuerromantik 2.0: Genuss & Geselligkeit auf dem Street Food Markt!

Brachliegendes Gelände, modernisierte Fabrikhallen oder Marktplätze werden für Street Food-Festivals oder für permanente Food-Stände genutzt und die Umgebung so aufgewertet: So findet zum Beispiel das von Mr Foodtruck, Klaus P. Wünsch, gegründete Foodtruck RoundUp, das zu den Top-Veranstaltungen in ganz Deutschland zählt, mit ca. 15 Trucks und Trailern, regelmäßig direkt auf dem Königsplatz, einem Marktplatz im fränkischen Schwabach statt.
Auch die kleinsten Street Food-Festivals und Foodtrucks werten die Marktplätze in den Innenstädten auf. Solche Happenings machen diese Orte für Einheimische, aber auch Touristen, wieder interessant. „Jede Innenstadt kämpft in der heutigen Zeit um Präsenz und da bietet sich mit einer solchen Veranstaltung natürlich die Möglichkeit, Publikum jeden Alters von der Street Food Szene und natürlich von der Location zu begeistern“, sagt Christian Lehmann, Marktmeister der Stadt Schwabach.

Lagerfeuerromantik 2.0 of dem Street Food Markt

Lagerfeuerromantik 2.0 auf dem Street Food Markt
Foto: NürnbergMesse/Ute Wünsch

In Berlin offeriert die revitalisierte Arminiusmarkthalle, ein Ort für Genussmanufakturen und Events, Kunst und Kultur, seit 2010 neben einer Kombination aus traditionellen Marktständen mit frischen, handgemachten Lebensmitteln ebenso ein vielfältiges Angebot an Bars, Cafés und Restaurants.

Street Food meets Gourmet-Küche

Auch deutsche Spitzenköche nutzen den anhaltenden Street Food-Trend und bauen das „Fast Good Food“-Angebot in spannende, neue Gastrokonzepte ein: So eröffnete der Sterne- und Starkoch Alexander Herrmann im Herbst 2017 sein erstes Restaurantkonzept in Nürnberg: „Fränk’ness und Imperial by Alexander Herrmann“.

Herrmann und sein Team offerieren auf zwei Etagen einen köstlich-kulinarischen Mix aus gehobener Küche und einfachem, fränkisch angehauchtem Fastfood. Burger aus gezupftem Fleisch aus der Region vom traditionellen Metzger, hausgemachte Pizza aber auch Schmorbraten kommen hier im „ehrlichen, gradlinigen, fränkischen Kleid“ auf den Teller.

Die Street Food Convention: „Agora 2.0“ – Versammlungsplatz für alle Street Food Produzenten, Macher und Trucker

Deswegen ist auch Klaus P. Wünsch, Mitbegründer und Aushängeschild der Street Food Convention überzeugt: „Wenn Essen das neue Pop ist, dann ist das Street Food Festival die Party dazu. Und damit keine Katerstimmung aufkommt, müssen die Street Food Anbieter reden. Über die Zukunftsfähigkeit, über Qualitätsansprüche, über Kooperationen. Die Street Food Convention in Nürnberg ist die beste Gelegenheit dazu. Und Hanni Rützler spricht in diesem Jahr die KeyNote.“

Die SFC Street Food Convention bietet Street Food Anbietern, Foodtruckern und Händlern am 14. und 15. November 2018 in Nürnberg die wunderbare Möglichkeit zu netzwerken, zu diskutieren und kreative Konzepte zu erarbeiten, um die Szene erfolgreicher zu gestalten.

 

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MedtecLIVE: hier entstehen die Gesundheitskonzepte von morgen

Wie sieht unser Gesundheitssystem zukünftig aus? Klar, irgendwie digital. Wie E-Health und Telemedizin konkret funktionieren – und wie die neue Fachmesse MedtecLIVE für Medizintechnik dazu die richtigen Akteure zusammenbringt.

Fünf Minuten. Länger dauert die tägliche Routine aus EKG, Wiegen und Blutdruckmessung nicht. Dafür braucht es kein Krankenhaus, keine Praxis und keinen Arzt. Fünf Minuten – und alle wichtigen Daten für eine effektive Weiterbehandlung sind da. Das nutzt das Projekt FONTANE der Berliner Charité, um die Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankten in strukturschwachen Regionen Nordbrandenburgs zu verbessern. Dort liegt beispielsweise die Sterberate bei Herzinfarkten um fast 53 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Deswegen sammeln die beteiligten Patienten Daten bei sich zuhause und übermitteln sie nach Berlin. Dort werden sie ausgewertet und an den Hausarzt weiterverteilt. Der kann daraufhin den Therapieplan anpassen. Die Ärzte im Datenzentrum können den Patienten aber auch um eine erneute Messung bitten – oder in akuten Notfällen den Rettungsdienst losschicken. Das Projekt gleicht das Versorgungsgefälle im ländlichen Raum aus und entlastet gleichzeitig die Krankenhäuser.

Digitalisierung ist Innovationstreiber der Medizintechnik

Telemedizin – also die Ausübung ärztlicher Tätigkeiten über größere Entfernungen – wie sie im Lehrbuch stehen könnte. Möglich machen es moderne Technik, Internet und Digitalisierung. Telemedizinische Anwendungen sind nur ein Beispiel für die tiefgreifenden Veränderungen, die in den nächsten Jahren im Gesundheitssystem anstehen.

Fest steht: Technisch ist heute schon unglaublich viel möglich. Doch die konkrete Umsetzung gelingt nur, wenn sich alle Akteure vom Entwickler bis zum Anwender untereinander austauschen und vernetzen. Nur so lassen sich regulatorische Anforderungen, konkreter klinischer Bedarf und die Innovationen der Zulieferer und Hersteller unter einen Hut bringen.

Zukunftsplattform in Nürnberg

Kick-Off-Pressekonferenz zur MedTecLIVE mit Dr. Roland Fleck, ; Foto: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Hier setzt die neue Fachmesse MedtecLIVE ab 2019 an: Als DIE Zukunftsplattform für Medizintechnik in Europa steht die MedtecLIVE unter dem Motto „Connecting the medical technology supply chain“. Das Veranstaltungskonzept zielt darauf ab, alle Player der Medizintechnik-Branche vom Zulieferer bis zum Hersteller miteinander zu vernetzen. Die Fachmesse mit Kongress und Matchmaking-Event wird so zu einem Innovations-Hub für Teilnehmer aus ganz Europa und darüber hinaus.

 

Starke Partner, breite Branchenunterstützung

Dr. Roland Fleck, CEO der NürnbergMesse Group; Foto: NürnbergMesse/Thomas Geiger

„In Europa besteht ein dezidierter Bedarf an einer Medizintechnikplattform, die intelligent Branchenthemen im Rahmen einer Messe mit wissenschaftlichen Fragestellungen im begleitenden Fachkongress kombiniert. Diesen Mehrwert leistet die MedtecLIVE“, so Dr. Roland Fleck, CEO NürnbergMesse Group, bei der offiziellen Kick-off-Pressekonferenz für das neue Messeformat. Die MedtecLIVE profitiert von der Erfahrung zweier der führenden Messegesellschaften weltweit: UBM, der langjährige Veranstalter der bisherigen Medtec Europe in Stuttgart und die NürnbergMesse, der Veranstalter der bisherigen MT-CONNECT, bündeln im Dienste ihrer Kunden für die MedtecLIVE ihre Kompetenzen und gründen hierzu eine gemeinsame Tochtergesellschaft.

John van der Valk, Managing Director UBM EMEA Amsterdam; Foto: NürnbergMesse/Thomas Geiger

„In ihrem Konzept setzt die MedtecLIVE starke Akzente auf Weiterentwicklung und Innovation, auf exzellenten Service und auf ein hochkarätiges Rahmenprogramm – getreu unseren gemeinsamen Leitlinien ‚Innovate‘, ‚Connect‘ und ‚Do Business‘“, so John van der Valk, Managing Director UBM EMEA Amsterdam. Eine wichtige Säule im Konzept ist der parallel stattfindende Kongress MedTech Summit mit dem Forum MedTech Pharma als ideellem Träger für Messe und Kongress.

 

Mit der Branche im Dialog

Neben dem Forum MedTech Pharma erfährt die Fachmesse von Beginn an eine breite Unterstützung durch die wichtigsten Verbände und Institutionen der Medizintechnik-Szene: So tragen die Branchenverbände BVMed und ZVEI, Cluster-Regionen wie das Medical Valley EMN und Industrieverbände wie der VDI zukünftig dazu bei, dass die MedtecLIVE die Bedürfnisse der Branche im Interesse der Unternehmen bestens aufgreift.

Anmeldung ab sofort möglich!

Die MedtecLIVE findet vom 21. bis 23 Mai 2019 im Messezentrum Nürnberg statt. Veranstalter der Messe ist die MedtecLIVE GmbH, ein Joint Venture der NürnbergMesse mit UBM. Aussteller können sich ab sofort für die MedtecLIVE anmelden. Alle Ansprechpartner und weitere Informationen gibt es unter: www.medteclive.com

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