Was die Sängerin Aida Garifullina und Digitalisierung gemeinsam haben

Die junge Sopranistin Aida Garifullina verzückt weltweit die Opernfreunde. Studiert hat der heutige Star der Wiener Staatsoper in Nürnberg. Die Hochschule für Musik Nürnberg begründete aber nicht nur Aida Garifullinas Start in den Opernhimmel, sondern ist seit Neuestem auch von der Bundesregierung gefördertes Zentrum für digitale Innovationen. Damit befindet sie sich im denkbar passenden Umfeld, ist Nürnberg doch ein bedeutender Messe- und Kongressstandort für Veranstaltungen im Bereich Digitalisierung, IT und Elektronik. Aus diesem Grund fand der Digital-Gipfel der Bundesregierung diese Woche in Nürnberg statt.

Aida Garifulina

Bekannt geworden ist Aida Garifullina schlagartig. Ein Millionenpublikum hörte ihr zu, als sie zur Eröffnung der FIFA Fußball-WM in Moskau sang, gemeinsam mit Robbie Williams. Ihre ersten Schritte hin zur Profi-Sängerin machte Aida Garifullina in Nürnberg. Bach, Beethoven, Händel. Mit ihrem Umzug von Russland nach Nürnberg war Aida Garifullina plötzlich in dem Land der Musik, die sie ihre ganze Kindheit und Jugend über gehört hatte. Das Talent der jungen Russin war schon früh erkannt worden. Unterricht hatte die damals 17-Jährige bei dem berühmten Wagner-Tenor Siegfried Jerusalem, den ehemaligen Präsidenten der Hochschule für Musik Nürnberg. Die Nürnberger Hochschule sei für sie wie eine zweite Familie geworden, sagte Garifullina kürzlich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Siegfried Jerusalem habe sich sehr um seine Studierenden gekümmert.

Nürnberger Hochschul-Sieger: 10 Millionen Euro für digitale Ideen

Garifullina lebt mittlerweile in Wien, singt sich an der berühmten Wiener Oper von Erfolg zu Erfolg. Sich in besonderem Maße um die Förderung seiner Studierenden zu kümmern, ist das Konzept der Nürnberger Musikhochschule. Auch im Zeitalter der Digitalisierung. Gemeinsam mit der Technischen Hochschule und der Akademie der Bildenden Künste haben die Nürnberger Musikforscher LEONARDO gegründet, „Zentrum für Kreativität und Innovation“. LEONARDO wird von der deutschen Bundesregierung und den Bundesländern mit fast zehn Millionen Euro gefördert. Mit ihrem Konzept, das vor allem digitale Entwicklungen erforscht, konnte sich das Nürnberger Hochschul-Trio gegen 117 weitere Bewerber beim deutschlandweiten Wettbewerb „Innovative Hochschule“ durchsetzen.

Es geht um die „Umsetzung innovativer Strategien des Ideen-, Wissens- und Technologietransfers“, kurz, um zündende Ideen! Und die zielen zumeist auf digitale Lösungen. „Ästhetische Wirklichkeit und Wertigkeit von Musik erfahren gerade durch die Digitalisierung einen grundlegenden Wandel. In ihrer Vielfalt durchdringen digitale Medien wie Laptops, Smartphones, Tablets oder Smartwatches den Umgang mit Musik, wodurch völlig neue Anwendungsgebiete und Geschäftsmodelle entstehen“, so der Nachfolger von Siegfried Jerusalem im Amt des Präsidenten der Hochschule für Musik, Prof. Christoph Adt.

Garifullina: Starauftritte auch in der digitalen Welt

Schon sind die ersten studentischen Projekte fertig, darunter digitale Soundsysteme, virtuelle Welten und Roboter mit künstlicher Intelligenz. Das gelingt deshalb so gut, sagen die Beteiligten, weil erstmals eine technische Hochschule im Bereich Wissens- und Technologietransfer mit zwei künstlerischen Hochschulen kooperiert!

Kaum älter als ihre Nachfolger an der Nürnberger Musikhochschule, ist übrigens auch Aida Garifullina in der digitalen Welt aktiv. 1.323 Beiträge zählt allein ihr Instagram-Account, der von über 680.000 Menschen abonniert ist; ihre Videos haben schon mal über 30.000 Aufrufe. Zu ihrem Job gehöre auch der öffentliche Auftritt, sagt sie – in der realen wie in der digitalen Welt.

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Digitales Nürnberg

„Challenge accepted“ heißt es für das digitale Nürnberg. Seit dem Frühjahr 2018 ist die Frankenmetropole eine von 41 Städten in Europa, die an der „Digital Cities Challenge“ der Europäischen Kommission teilnehmen. Ziel des Programms ist es, Europas Städte mit Hilfe der Digitalisierung lebenswerter, produktiver und innovativer zu machen.

In einem Bewerbungsverfahren hat die Kommission dazu 15 „Challenge Cities“ aus ganz Europa ausgewählt. Weitere 20 „Fellow Cities“ – darunter Nürnberg – wurden eingeladen, sich an der Initiative zur digitalen Transformation zu beteiligen. Im Austausch mit sechs „Mentor Cities“ und erfahrenen Experten wollen die Städte ihre digitalen Erfolgskonzepte miteinander teilen. Dabei sollen Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen in den Bereichen Gesundheitsmanagement, Umwelt, Mobilität und Arbeitsmarkt gefunden werden.

Hotspot auf der digitalen Landkarte

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Tech-Incubator ZOLLHOF in Nürnberg. Foto: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Zum Kreis der europäischen Digital-Hotspots kann Nürnberg einige Erfolgsgeschichten beitragen. Denn die ehemalige Industriestadt hat sich erfolgreich zu einem wichtigen Standort der Digitalisierung gewandelt. Mit mehr als 100.000 Beschäftigten in 7.000 Firmen ist die Metropolregion Nürnberg einer der führenden IKT-Standorte Europas. Namhafte Firmen wie Datev oder Siemens und Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer Institut treiben die Digitalisierung voran. Einen Überblick über die verschiedene Akteure und Initiativen gibt die Website „Digitales Nürnberg“ und der „Wirtschaftsblog“.

Den Nachwuchs für einen nachhaltigen digitalen Wandel finden die Unternehmen an mehreren Hochschulen in der Region und in einer aktiven Gründerszene. Diese vernetzt sich in mehreren Gründerzentren, wie beispielsweise dem Tech-Incubator ZOLLHOF. Dort betreuen rund 20 Mitarbeiter über 30 Tech-Startups. Sie profitieren von der Erfahrung der Experten und einem großen Netzwerk.

Fachmessen und Digital Gipfel 2018

Ein etablierter Treffpunkt für die Innovationstreiber der Digitalisierung ist Nürnberg wegen der führenden Fachmessen zu digitalen Themen. Auf der embedded world, it-sa oder SPS IPC Drives diskutieren internationale Experten über die Schlüsseltechnologien der Digitalisierung:  Embedded Systeme, IT-Sicherheit und Automatisierungstechnologie/Industrie 4.0.

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NürnbergMesse: führende Fachmessen zu den Schlüsseltechnologien der Digitalisierung. Foto: NürnbergMesse/Frank Boxler

„Nürnberg begleitet die digitale Transformation seit Jahren als Gastgeber wichtiger Messen und Kongresse aus den Bereichen IT und Elektronik,“ sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Auch damit hat sich die NürnbergMesse als Austragungsort des Digital-Gipfels 2018 der Bundesregierung am 3. und 4. Dezember empfohlen. Die „Challenge“ der rund 1.000 Experten lautet: Die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels mit Leben und Ideen zu füllen.

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